Neudorfer Sauerteigbrot Nr. 1 für den BBD #80
So, da bin ich wieder! Die Möbel sind aufgebaut und stehen da, wo sie stehen sollen, der mehrtägige Muskelkater ist vergangen, alle Kisten sind ausgepackt und insgesamt kann man die neue Wohnung schon als heimelig bezeichnen. Und Internet haben wir unterdessen auch, ein nicht zu unterschätzender Wohlfühlfaktor für mich. Ich kann also wieder in der Küche werkeln, photographieren und bloggen und ich freu mich schon sehr darauf.
Ich muss einmal kurz von meiner neuen Küche schwärmen: Auch wenn sie etwas weniger Stauraum bietet als die letzte ist sie toll! Extrabreites Induktionskochfeld, intelligente Lösungen für die Eckschränke, geräumige Schubladen und ein Backofen der bis 300°C heiß wird – ich kann mich nicht beklagen. Beim ersten Brot, dass in der neuen Wohnung gebacken wurde, habe ich gleich mit einer höheren Anbacktemperatur experimentiert und dieses Rezept habe ich heute für euch.
Allerdings sind die Photos noch aus der alten Wohnung, denn auch dort ist dieses Brot schon mehrfach in meinen Ofen gewandert. Ein Roggen- und ein Weizensauerteig gemeinsam mit der Übernachgare sorgen für ein ganz besonderes Aroma, in das ich mich ein kleines bisschen (sehr) verliebt habe. Das Originalrezept stammt – mal wieder – vom Plötzblog, ich habe allerdings die Teigmenge verringert, um nur ein Brot zu backen, und den Vollkornanteil etwas erhöht. Bisher konnte ich nur bei 250°C anbacken, die eigentlich geforderten 280°C sorgen tatsächlich für ein nochmal besseres Ergebnis, wie auf Twitter zu sehen war. Aber lasst euch nicht abhalten, falls euer Ofen nur 250°C hergibt, das Brot wird in jedem Fall köstlich!
Zutaten
für einen 1,1 kg-Laib
- 130 g Roggenvollkornmehl
- 120 g Wasser (ca. 50°C)
- 13 g Anstellgut
- 130 g Weizenvollkornmehl
- 120 g Wasser (ca. 50°C)
- 13 g Anstellgut (bei mir Roggen, passender wäre Weizen)
- Roggen- und Weizensauerteig
- 310 g Wasser
- 440 g Weizenmehl 405
- 100 g Weizenvollkornmehl
- 16 g Salz
Zubereitung
- Am Morgen des Vortags die Sauerteige vorbereiten. Dazu jeweils (für Roggen und Weizen separat) Mehl und Wasser miteinander vermengen und erst dann das Anstellgut dazu geben, damit es nicht durch das relativ warme Wasser Schaden nimmt. Bei 20°C ca. 18 h reifen lassen oder alternativ ca. 12 h bei von 33°C auf 23°C abfallender Temperatur.
- Am Abend des Vortags den Hauptteig herstellen. Dazu beide Sauerteige zusammen mit Wasser, den beiden Weizenmehlsorten und Salz ca. 5 min lang von Hand verkneten.
- 90 min lang bei ca. 20°C gehen lassen, dabei alle 30 min falten - insgesamt also dreimal.
- Danach den Teig rund- oder langwirken, mit dem Schluss nach oben in ein großzügig bemehltes Gärkörbchen setzen und mit einer innen leicht beölten Frischhaltefolie abdecken, damit der Teigling nicht austrocknet (bzw. an der Folie anklebt).
- Im Kühlschrank bei 4°C ca. 10 h lang (über Nacht) gehen lassen.
- Am morgen des Backtags den Ofen auf mindestens 250°C, besser 280°C, Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Brot aus dem Kühlschrank nehmen und direkt stürzen, einschneiden, mit Schluss nach unten in den heißen Ofen einschießen und beschwaden. Nach 10 min die Temperatur auf 200°C senken, Schwaden ablassen und das Brot in weiteren 45 min lang fertigbacken.
Anmerkung
Eine Einführung in das Thema Sauerteig und eine Erklärung der hier verwendeten Fachbegriffe findet ihr in meinem Sauerteig-Grundlagenpost.
…und nachdem dieses Rezept gleich mit zweierlei Sauerteigen aufwarten kann, ist es mein Beitrag für den Bread Baking Day #80, der zu Ehren des 10-jährigen Geburtstags von Zorras Sauerteig denselben zum Motto hat. Herzlichen Glückwunsch, Sauerteigi, ein stattliches Alter für deinesgleichen!












