31Dec/15

Jahresrückblick 2015 #foodblogbilanz2015

Ich hoffe, ihr hattet schöne, ruhige Feiertage? Mein Weihnachten war wunderbar entspannt und harmonisch, so wie man es sich wünscht. Auch wenn Schnee für eine noch etwas weihnachtlichere Stimmung gesorgt hätte, aber immerhin war es schön sonnig ;) Nun ist das Jahr schon wieder vorbei und wie schon im letzten Jahr möchte auch ich eine kleine Foodblog-Bilanz ziehen. Dieses Jahr hat Sina von giftigeblonde dazu eingeladen, die gerne eine Tradition daraus machen möchte. Eine sehr schöne Idee, finde ich. Die Aktion besteht schlicht aus einer Reihe von Fragen, um das letzte Jahr ein wenig zu rekapitulieren.

 

1. Was war 2015 dein erfolgreichster Blogartikel?

Das war der wunderbare Schoko-Kirschkuchen – höchstverdient!

Schoko-Kirschkuchen vegan und fettarm

Er ist super einfach, aus völlig unspektakulären Zutaten, vegan und fettarm ohne dabei die geringsten Abstriche beim Geschmack zu machen. Leider gab es ein paar Kommentare von Leuten, bei denen er etwas gummiartig geworden ist. Ich vermute das passiert, wenn man den Teig zu lange rührt, denn er funktioniert wie ein Muffinteig. Deshalb habe ich im Rezept noch einen Hinweis dazu aufgenommen, eigentlich ist es extrem einfach.

 

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

An erster Stelle steht hier sicherlich mein Brotback bzw. Sauerteig-Einmaleins. An diesem Post saß ich wirklich lange und ich habe beim Zusammenschreiben auch noch einmal viel gelernt – denn ich wollte sichergehen, dass das was ich schreibe, auch Hand und Fuß hat und hoffentlich dem ein oder anderen hilft.

Auch etwas Besonderes für mich waren meine Kanelbullar. Sie stehen gefühlt für meinen Skandinavien-Urlaub dieses Jahr und wecken viele Erinnerungen – kaum schreibe ich davon, denke ich schon wieder an die wunderschönen, kleinen Cafés in Schweden… Auch in diesen Blogpost ist viel Arbeit geflossen, bis die Schritt-für-Schritt-Bilder und das kurze Video zum Formen der Knoten fertig war.

Kanelbullar schwedische Zimtschnecken

Bei Nummer drei fällt es mir schwer, mich zu entscheiden. In meinen Tipps zum Zutaten einfrieren steckte einiges an Arbeit, die Joghurttörtchen mit Walnuss-Feigen-Boden waren dafür Teil eines virtuellen Menüs mit zwei anderen tollen Bloggerinnen und die Feta-Walnuss-Ravioli mit Apfelblaukraut waren Anfang des Jahres mein selbstkreirtes Festessen und werden bald noch einmal gekocht. Alles drei ebenfalls bedeutsam für mich.

 

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Diese Frage fand ich schon im letzten Jahr furchtbar schwierig, ich kann meine Inspiration unmöglich eindeutig zuordnen. So viele tolle Blogs und interessante Posts! Also werft doch einfach einen Blick auf meine Leseliste und klickt euch ein wenig durch, es lohnt sich in jedem Fall.

 

4. Welches der Rezepte, die du 2015 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

Das dürften die (für Waffeln verhältnismäßig gesunden) veganen Bananenwaffeln aus dem Mixer gewesen sein, die habe ich oft und gerne zum Wochenendfrühstück gebacken und in verschiedenste Richtungen abgewandelt.

Bananenwaffeln aus dem Mixer

Oder vielleicht war es auch das rustikales Bauernbrot, monatelang mein liebstes Standard-Brot. Es schmeckt kräftig und ist gerade so kompakt, wie ich es mir für ein Bauernbrot wünsche. Für einen eindeutigen “Sieger” hätte ich eine Strichliste führen müssen.

Brot backen mit Sauerteig Grundlagen

 

5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2015 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

Die größte Blog-Herausforderung war mein Wechsel von Blogger auf ein selbstgehostetes WordPress. Das erinnert mich daran, dass ich endlich die alten Beiträge weiter überarbeiten sollte, damit sie im neuen Layout gut aussehen… Trotzdem würde ich behaupten, dass der Umzug gut über die Bühne bin und ich bin mehr als glücklich mit dem Ergebnis!

 

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

Ich habe gelernt richtig mit Sauerteig umzugehen, Vorteige zu verwenden, habe mich in die Übernachtgare verliebt und mehrfach wunderbares Ciabatta gebacken. Ich denke, neben allem anderen, was ich gelernt habe, hat doch vor allem die Brotbäckerei 2015 sehr geprägt.

Oliven-Ciabatta

 

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?

“eulen essen halbe eier”. Ich habe keine Ahnung warum man danach suchen sollte. Ob Eulen Eier essen mag man noch nachschlagen, aber wieso halbe Eier? Wie auch immer, meine Eulen-Muffins haben dem Suchenden vermutlich nicht weitergeholfen, zumal sie vegan sind und damit auch ohne jegliches Ei auskommen.

2015-01-25_EulenMuffins8

 

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2016?

Entspanntes Bloggen ohne Druck, sondern rein aus Spaß an der Freude. Und am allerwichtigsten natürlich: Weiterhin so liebe Leser, die immer wieder hier vorbei schauen und im Idealfall auch ab und an mal einen Kommentar dalassen :) Nur so macht Bloggen Spaß!

 

Danke an euch alle!
Ich wünsche euch ein wunderschönes, gesundes und rundum positives Jahr 2016!

 

Wenn ihr noch mehr Foodblogbilanzen lesen wollt, dann schaut doch mal hier vorbei: Übersicht der Posts auf “giftige blonde”

Das Titelbild ist von unsplash.com/Gabriel Santiago.

19Dec/15
Rotkohl-Nudelauflauf mit Feta

Stille Zeit und Rotkohl-Nudelauflauf revived

Gerade war noch erster Advent und plötzlich ist schon fast Weihnachten. Die Adventszeit verfliegt mal wieder, aber wenigstens hier auf dem Blog ist es eine ruhige Zeit. Ich hatte euch letzthin ja schon zwischen den Zeilen vorgewarnt, im Leben 1.0 ist bei mir momentan einiges los: Jobwechsel, Stadtwechsel und zwischendurch war ich auch noch krank. Das kostet natürlich alles Zeit, Kraft und Nerven und gerade die Wohnungssuche wird im größten Dorf der Welt nicht einfach. Aber das klingt jetzt insgesamt negativer, als es tatsächlich ist – die Entscheidung umzuziehen haben mein Liebster und ich bewusst und freiwillig getroffen und ich freue mich sehr auf die Veränderung im Frühjahr und die Rückkehr nach München :)

Noch ist aber Winter und ich bin froh, dass bald die Feiertage für eine kleine Zwangspause sorgen. Passend zum Winter haben die lieben Mädels der Mädchenküche sich in ihrer Kochrunde diesmal dem Wintergemüse Kohl gewidmet, sammeln dazu aktuell noch Rezepte und zuuuufällig habe ich heute ein Kohlrezept für euch.

Wer von euch schon sehr lange hier mitliest, dem kommt das Rezept vielleicht bekannt vor: Es war schon einmal in sehr ähnlicher Form hier auf dem Blog, der alte Post ist allerdings ob des extrem gruseligen Bilds meiner Ausmist-Aktion zum Opfer gefallen. Deshalb hier nun mein Rotkohl-Nudelauflauf revived, eines der ersten Gerichte, die ich selbst mit dieser Kohlsorte gekocht habe. Die Kombination aus Feta und Rotkohl hat mich so überzeugt, dass sie Inspiration für meine Feta-Walnuss-Ravioli mit Apfel-Blaukraut wurde. Die sind ebenfalls sehr lecker und deutlich festlicher, aber in der stressigen Vorweihnachtszeit ist mir ein simpler Auflauf dann doch lieber.

 

Rotkohl-Nudelauflauf mit Feta

Leichter, winterlicher Nudelauflauf mit Rotkohl, Thymian und würzigem Feta.

Rotkohl-Nudelauflauf mit Feta

Zutaten

für 2 Personen

  • 450 g Rotkohl
  • 1/2 Zwiebel
  • zwei Zweiglein Thymian
  • 150 g Vollkorn-Nudeln
  • 1 EL Mehl
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Milch
  • 2 EL Schmand oder Crème Fraîche
  • kleiner Schuss Zitronensaft
  • 125 g Feta (aus Schafs- und Ziegenmilch)
  • Salz, Pfeffer
  • Butter

Zubereitung

  • Den Rotkohl putzen, waschen und in kurze, sehr dünne Streifen schneiden oder hobeln. In Butter anbraten, sodass er leicht bräunt.
  • Die Zwiebel abziehen, hacken, zum Rotkohl geben und einige Minuten mitbraten. Dann die Nadeln von den Thymianzweiglein abstreifen, dazu geben und das Gemüse für ca. 15 min in der Pfanne dünsten.
  • Derweil die Nudeln in Salzwasser für ca. 8-10 min al dente kochen, abgießen und in eine Auflaufform geben.
  • Das Gemüse mit 1 EL Mehl bestäuben und kurz vermengen. Dann unter Rühren nach und nach Gemüsebrühe und Milch zugeben, sodass eine sämige Soße entsteht. Zuletzt den Schmand bzw. die Crème Fraîche unterrühren und mit einem Schuss Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Das Rotkohl-Gemüse auf den Nudeln in der Auflaufform verteilen und den Feta drüber bröseln. Bei 200°C Ober-Unterhitze für ca. 15 min im Ofen überbacken, bis der Käse leicht gebräunt ist.
https://herbs-and-chocolate.de/2015/12/stille-zeit-und-rotkohl-nudelauflauf-revived.html

 

02Dec/15
Quarkstollen

Es schneit Puderzucker: Familienrezept für einfachen Quarkstollen

Die Adventszeit hat offiziell begonnen. Der erste Advent ist vorbei, die ersten Adventskalendertürchen sind geöffnet, Christkindlmärkte haben eröffnet und ich bin erstaunlich früh in Weihnachtsstimmung – eigentlich schon seit fast zwei Wochen. Das ist wirklich zeitig für mich, vor allem im Vergleich zum letzten Jahr.

Trotzdem wird es keine sehr besinnliche Adventszeit für mich. Es ist einiges im Umbruch und im Zuge dessen muss eine ganze Menge an Zeit und Energie investiert werden. Zeit und Energie die anderswo fehlt. So hat mich beispielsweise der erste Advent derart überrascht, dass für ein selbst dekoriertes Gesteck keine Zeit mehr blieb und es ein gekaufter Adventskranz wurde. Das ist ein bisschen schade, aber immerhin konnte ich trotz Zeitmangel schon die erste Feuerzangenbowle genießen, habe mir Gedanken über Weihnachtsgeschenke für die Familie gemacht und auch gebacken habe ich ein bisschen. Plätzchen noch nicht, aber die Printen vom letzten Jahr (diesmal mit gemahlenem Anis und dem Wissen, dass sie einige Wochen ruhen müssen) und Stollen.

Dieses Stollenrezept habe ich vor zwei Jahren schon einmal verbloggt, es war eines der ersten Rezepte auf diesem Blog. Wobei mir gerade auffällt, dass das zweite Blog-Jahr jetzt auch schon vorbei ist, wie die Zeit vergeht! Auf jeden Fall waren die alten Bilder derart grausig, dass ich den Eintrag beim Ausmisten kürzlich gelöscht habe. Trotzdem verdient dieses köstliche Familienrezept einen Ehrenplatz, es ist herrlich unkompliziert, der Stollen wird toll saftig und lässt sich in Folie gewickelt auch ganzes Weilchen aufbewahren. Perfekt also für Bäcker in Weihnachtsstimmung, die gerade nicht viel Zeit haben.

Ich wünsche euch eine schöne und hoffentlich ruhige Adventszeit!

Quarkstollen mit Rosinen

Saftiger Quarkstollen nach einem Familienrezept, klassisch mit in Rum getränkten Rosinen, Orangeat, Zitronat und Mandeln.

Quarkstollen mit Rosinen

Zutaten

für 1 riesigen oder 2-3 normalgroße Stollen

  • 100 g Mandeln, gehackt
  • 250 g Sultaninen
  • 100 g (gutes) Orangeat
  • 100 g (gutes) Zitronat
  • 3 EL Rum
  • 175 g Butter
  • 200 g Zucker, weiß
  • 250 g Magerquark
  • 2 Ei
  • 500 g Mehl
  • 1 Pkch. Backpulver
  • 1 Pkch. / 15 g Vanillezucker
  • 1/2 TL abgeriebene Zitronenschale
  • Prise Muskat
  • Prise Salz
    Zum Bestreichen:
  • ca. 50 g Butter
  • Puderzucker nicht zu knapp

Zubereitung

  • Mandeln, Sultaninen, Zitronat und Orangeat mit dem Rum übergießen und ziehen lassen, dabei immer wieder umrühren. Die Früchte sollten den gesamten Rum aufsaugen.
  • Ofen auf 250 °C (Ober-Unterhitze) vorheizen, das ist wichtig, damit der Stollen besser in Form bleibt. Butter schmelzen, Zucker unterrühren und schaumig schlagen. Dann zunächst den Magerquark unterrühren, als nächstes Eier und zuletzt Mehl, Backpulver, Vanillezucker, Zitronenschale, Muskat und Salz unterkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Das eingeweichte Trockenobst und Nüsse unterkneten. Eventuell den Teig jetzt halbieren oder dritteln, falls ihr mehrere kleine Stollen backen wollt.
  • Jedes Teigstück zum Rechteck ausziehen und einen Stollen formen: Parallel zur langen Seite des Rechtecks beide Seiten des Teiges zur Mitte klappen, sodass sie sich zum Großteil überlappen. Also quasi von der einen Seite ein Drittel des Teiges in die Mitte klappen und den Teil des Teigs, der jetzt noch nicht doppelt gelegt ist, nochmal darüber klappen. Insgesamt sollte der Stollen eher hoch geformt werden, denn er wird beim Backen ein wenig in die Breite laufen. Ein bisschen an den Kanten herum drücken bis er schön aussieht.
  • In den vorgeheizten Ofen schieben. Die Temperatur sofort auf ca. 180 °C herunter drehen und den Stollen ca. 70 min (bei kleineren Stollen ca. 50 min) backen lassen. Zwischendurch nachsehen ob er oben zu dunkel wird, falls ja mit Alufolie abdecken. Wenn man von unten gegen den Stollen klopft und es sich hohl anhört ist er durch.
  • Die Butter zum Bestreichen schmelzen, den noch warmen Stollen damit bestreichen und sofort dick mit Puderzucker bestreuen.
  • Eng in Folie einwickeln und vor dem Anschneiden eine Woche durchziehen lassen. Gut verpackt hält der Stollen drei bis vier Wochen frisch.
https://herbs-and-chocolate.de/2015/12/einfacher-quarkstollen-familienrezept.html

24Nov/15

Aus meinen Kochbüchern #ACookbookRecipeAWeek

Ich mag Kochbücher. Ich mag Bücher allgemein, ihren Geruch, das Gewicht in der Hand, das Geräusch beim Umblättern. Und wenn sich der Inhalt dann noch um Essen dreht und schöne Photos enthält, umso besser. Allerdings vernachlässige ich meine Kochbücher trotzdem sträflich. Irgendwie ist es doch einfacher schnell auf meinen liebsten Blogs zu suchen, wenn ich eine Zutat verkochen will, oder – wie in den allermeisten Fällen – ich koche ohnehin frei Schnauze und finde in meinem News-Feed schon genug Inspiration.

Weil meine armen Kochbücher eine derart stiefmütterliche Behandlung definitiv nicht verdient haben, habe ich letzthin auf Instagram meine Kochbuch-Challenge “A Cookbook Recipe A Week” (#ACookbookRecipeAWeek) gestartet. Jede Woche will ich mindestens ein Rezept aus einem meiner Kochbücher kochen, wenn möglich auch zwei. Bisher läuft es ziemlich gut und ich habe schon einige sehr leckere Rezepte entdeckt, die in den Büchern geschlummert haben.

Vielleicht hat der eine oder andere von euch auch Lust die eigenen Kochbücher neu zu entdecken? Claudia von Hüpfgemüse (Blog nicht mehr online) hat sich schon angeschlossen. Schreibt einfach auf Facebook, Twitter oder Instagram darüber, markiert mich und verwendet den Hashtag #ACookbookRecipeAWeek, damit ich die Beiträge finden kann. Ich würde mich freuen :) Bei mir gab es bisher folgendes:

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Woche 1, 21.10.: Karamellisierter Chicorée, gratiniert – aus “Genussvoll vegetarisch” von Yotam Ottolenghi

Nachdem ich ohnehin Chicorée da hatte, gab es als Auftakt dieses Rezept. Wirklich köstlich! Aus “Genussvoll vegetarisch” habe ich schon einiges nachgekocht und wurde nie wirklich enttäuscht (auch wenn mir meine eigene Shakshuka-Variante doch besser geschmeckt hat).

Rosmarin-Quiche mit Frühlingszwiebeln

Woche 1, 25.10.: Frühlingszwiebel-Rosmarin-Quiche mit Feta – aus “Kräuter” von Tanja Grandits

Dieses Rezept habe ich ausgesucht, weil ich mir sehr sicher war, dass es auch meinem Liebsten schmeckt. Und weil die Kräuter dafür in meinem Garten wachsen, bei diesem Buch wirklich keine Selbstverständlichkeit ;)

Kichererbsensuppe mit gebratenem Sauerkraut

Woche 2, 29.10.: Kichererbsensuppe mit gebratenem Sauerkraut – aus “Green Box” von Tim Mälzer

Auch wenn die Kombination aus Kichererbsen, Sauerkraut und Koriander erst etwas wild klang und ich kein großer Suppen-Fan bin hat mich diese hier so überzeugt, dass ich sie gleich verbloggt habe. Das will was heißen.

Lauch-Puffer Ottolenghi

Woche 3, 6.11.: Lauch-Puffer – aus “Genussvoll vegetarisch” von Yotam Ottolenghi

Wieder war Ottolenghi an der Reihe, diesmal habe ich das Rezept aber veganisiert. Die Puffer waren ohne den Eischnee sicher etwas kompakter als im Original, aber nichtsdestotrotz sehr lecker.

Backkartoffel-Salat

Woche 4, 9.11.: Backkartoffel-Salat – aus “La Veganista” von Nicole Just

Aus “La Veganista” hatte ich bisher nur ein einziges Rezept gekocht, die Artischockencreme. Dieser Backkartoffel-Salat war aber auch sehr fein und wunderbar geeignet für die Lunchboxen der folgenden Tage.

Bean Ball Burger

Woche 4, 15.11.: Bean Ball Burger – aus “Veggie Fast Food” von Clarissa und Florian Sehn

Aus diesem Kochbuch habe ich schon einige Rezepte gekocht und neben einer Rezension auch das Rezept für diesen Burger verbloggt. Beim zweiten Mal war er wieder genauso gut, absolute Empfehlung!

Linsen mit gegrillter Aubergine Ottolenghi

Woche 5, 17.11.: Linsen mit gegrillter Aubergine – aus “Genussvoll vegetarisch” von Yotam Ottolenghi

Wieder Ottolenghi und wieder etwas feines. Nochmal würde ich diese Linsen allerdings nicht in der gleichen Form kochen, ich fand sie gut, aber nicht unbedingt spektakulär.

Lust bekommen eure Kochbücher etwas zu würdigen? Dann macht doch mit unter dem Hashtag #ACookbookRecipeAWeek! :)

15Nov/15
Brot backen mit Sauerteig Grundlagen

Brot backen mit Sauerteig – mein persönliches, kleines Einmaleins

Aktualisiert am 21.04.2019 und 28.12.2020

Brot backen mit Sauerteig – mein persönliches, kleines Einmaleins

Über Brot-Back-Basics kann man dicke Fachbücher schreiben und ich habe ganz sicher nicht den Anspruch hier ein ausführliches Lexikon zu erstellen. Dieser Mamutaufgabe haben sich längst andere gewidmet, die ungleich mehr Erfahrung und Wissen haben als ich (z.B. Lutz Geißler auf baeckerlatein.de). Was ich hier zusammen geschrieben habe, ist eher mein kleines Einmaleins des Brotbackens, so wie es für mich persönlich funktioniert.

Beim Verbloggen von Broten habe ich oft gehadert, wie sehr ich ins Detail gehen soll oder muss, damit das Rezept für möglichst viele verständlich bleibt. Die Punkte, die ich in Zukunft als Grundwissen voraussetzen werde, findet ihr alle gesammelt hier. Und wenn ich mal wieder etwas Sauerteig an Freunde weiter reiche, muss ich auch keine Romane mehr zur Pflege schreiben.

 

Grundsätzliches: Womit backen wir?

Damit unser Brot kein kompakter Klumpen aus Mehl und Wasser bleibt, brauchen wir ein Triebmittel:

  • Backpulver oder Natron: Damit lassen sich schnell Brote backen, nach dem selben Prinzip wie man auch Muffins bäckt. Für den Geschmack muss man einige zusätzliche Zutaten wie Gewürze, Saaten, Nüsse oder geriebenes Gemüse zugeben, denn viel Aroma steckt in diesen “Sodabreads” sonst nicht.
  • Hefe: Man kennt sie von süßem Hefegebäck und mit der auf der Packung angegebenen Dosierung ist der Hefegeschmack im fertigen Backwerk sehr deutlich. Für Weißbrote, Ciabatta oder Baguette verwendet man wesentlich geringere Mengen Hefe in der Größenordnung 3-5 g Frischhefe auf 500 g Mehl und lässt den Teig 24 h oder länger gehen, manchmal im Kühlschrank. Dabei entwickeln sich ganz von alleine tolle Aromen. Ähnlich kleine Mengen Hefe eignen sich auch, um den Trieb von Sauerteig-Brotteigen zu unterstützen.
    Tipp: Frische Hefe zerbröckeln, auf Backpapier ausgebreitet einfrieren und dann in einer kleinen Dose im Tiefkühler aufbewahren. So könnt ihr auch winzige Mengen entnehmen und nichts verdirbt. Die Hefe verliert ein wenig an Triebkraft, aber nicht mehr als beim üblichen Alterungsprozess.
  • Sauerteig: Wenn man ein kräftiges Roggenbrot backen möchte, kommt man nicht um ihn herum. Sauerteig kann auf Basis verschiedener Mehlsorten hergestellt werden und der Geschmack ist jeweils leicht unterschiedlich, da sich andere Milchsäurebakterien und Hefen ansiedeln. Vom Sauerteig behält man immer einen Rest zurück und päppelt ihn vor dem nächsten Backen auf. Er braucht also etwas Pflege und die mit ihm gebackenen Brote brauchen unbedingt Zeit und ein wenig Achtsamkeit. Dafür wird man mit lange frischhaltenden Broten belohnt, deren Geschmack ganz unterschiedlich sein kann. Mit milden Weizensauerteigen kann man auch süß backen, vielleicht erinnert ihr euch an Hermann.

Je nach Triebmittel und Rezept reichen also Mehl, Wasser, etwas Salz und das Triebmittel schon aus, wobei den zusätzlichen Zutaten natürlich keine Grenzen gesetzt sind. Ich konzentriere mich heute auf die Sauerteigbäckerei, denn bei der ist der Einstieg erstmal am kompliziertesten.

 

“Mein erster Sauerteig” – Ansetzen oder geschenkt bekommen

Sauerteig kann man in Päckchen kaufen, aber der ist meist nicht mehr so fit und triebstark wie frischer und lässt sich auch nicht unbedingt weiter vermehren. Ich habe meinen Sauerteig schon mehrfach selbst angesetzt, das dauert zwar ca. 5 Tage, macht aber kaum Arbeit:

  • Am ersten Tag 50 g Roggenvollkornmehl mit 50 g lauwarmen Wasser verrühren, locker (nicht luftdicht) abdecken und bei Raumtemperatur stehen lassen.
  • Am zweiten und dritten Tag jeweils 50 g Mehl und 50 g Wasser dazugeben, alles verrühren und stehen lassen.
  • Am vierten Tag sollte der Sauerteig schon sichtbar leben, ansonsten 1 EL Mehl und 2 EL Wasser zugeben und noch einen Tag stehen lassen. Wenn der Sauerteig dann lebendig ist, könnt ihr ihn direkt in einem Brotteig verbacken.
  • Optional: Eurem Sauerteig einen Namen geben

Lebender Sauerteig riecht säuerlich und ist von kleinen Blasen durchzogen. Er sollte nicht stinken, sich bunt färben oder Härchen bekommen – dann haben sich die falschen Kulturen angesiedelt. Am einfachsten ist, wenn ihr jemanden kennt, der euch etwas Sauerteig abgeben kann. Dann spart ihr euch das Ansetzen und habt gleich einen triebstarken Sauerteig, denn ganz junger hat damit am Anfang noch Schwierigkeiten.

 

Brot backen mit Sauerteig Grundlagen

 

Sauerteig pflegen und “führen”

Man behält beim Backen immer einen kleinen Rest Sauerteig zurück, der im Kühlschrank aufbewahrt wird, das sogenannte Anstellgut. Bevor ihr also euren frisch gezogenen Sauerteig komplett in einen Brotteig verknetet, nehmt unbedingt 1-2 EL davon ab. Mein (Roggen-)Anstellgut wohnt in einem alten Marmeladenglas.

Anstellgut will regelmäßig gefüttert werden, ich rühre dafür etwa alle ein bis zwei Wochen 2-3 EL Roggenvollkornmehl und 1-2 EL Wasser unter und lasse ihn einige Stunden bei warmer Raumtemperatur (ca. 22 Grad) stehen. In dieser Zeit werden die Hefen aktiv und arbeiten, es bilden sich die kleinen Bläschen überall im Sauerteig. Dann kommt er wieder in den Kühlschrank. Je häufiger man füttert, desto besser, aber dann hat man schnell sehr viel Anstellgut. Deshalb mache ich es nur alle ein bis zwei Wochen, auch wenn mir dann oft ein leicht alkoholischer Geruch entgegenweht, der bedeutet, dass der Sauerteig hungrig ist.

Alternativ zu diesem separaten Führen kann man auch beim Brot backen immer wieder etwas frisch vermehrten Sauerteig abzweigen und für das nächste Backen aufzubewahren. Denn um Sauerteigbrot zu backen wird immer eine Mehl-Wasser-Mischung mit einer kleinen Menge Anstellgut vermischt, stehen gelassen und so eine größere Menge Sauerteig erzeugt. Allerdings habe ich einmal vergessen etwas davon zurückzubehalten und schon war mein gesamter Sauerteig verbacken – seitdem führe ich ihn lieber separat.

 

Sauerteig vorbereiten zum Backen

Zum Backen wird also etwas Anstellgut nach Anleitung des Rezepts mit Mehl und Wasser vermischt und bei unterschiedlicher Temperatur stehen gelassen – genaueres steht im jeweiligen Rezept. Im Prinzip ist das dasselbe, wie beim initialen Ansetzen, aber durch das Anstellgut impfen wir die Mehl-Wassermischung gleich mit den richtigen Hefen und Bakterien. Um Weizen- oder Dinkelsauerteig herzustellen, muss man eigentlich Anstellgut verwenden, dass auch aus Weizen- oder Dinkelmehl besteht – mit Roggen-Anstellgut klappt es aber auch, auch wenn der Geschmack dann etwas anders ist.

Vorteilhaft für den Sauerteig kann außerdem eine leicht fallende Temperatur sein, über 12 h Reifezeit etwa von 33°C auf 23°C. Die kann man erzeugen, indem man den Teig gemeinsam mit einem Glas kochenden Wasser in die ausgeschaltete Mikrowelle oder den Ofen stellt. Das Wasser wärmt die Luft erst auf, kühlt dann langsam ab und sorgt für den Temperaturabfall. Den gleichen Effekt bekommt man, wenn man die Lampe im ausgeschalteten Ofen die ersten Stunden an lässt und dann für den Rest der Zeit ausschaltet.

Der Vollständigkeit halber: Man kann Sauerteig auch in mehreren Stufen führen, mit immer mehr Mehl und Wasser unterschiedlicher Temperatur. Aber ehrlich gesagt war mir persönlich das bisher immer zu viel Aufwand.

 

Brot backen mit Sauerteig Grundlagen

 

Notwendige und optionale Ausrüstung

Kommen wir zum Zubehör. Da gibt es viele tolle Dinge, aber für den Anfang braucht es das meiste nicht. Ein paar Schüsseln sind wichtig, die Zutaten und ein Backofen natürlich. Letzterer muss nicht Hightech sein, er sollte schlicht Ober-Unterhitze können und bis (mindestens) 250°C gehen – Umluft wird beim Brotbacken ohnehin nicht verwendet.

Statt eines Gärkörbchens (um dem Brot eine schöne Form zu geben) genügt erst mal auch eine Schüssel, die mit einem Küchenhandtuch ausgelegt und großzügig bemehlt wird. Um das Brot in den Ofen zu bugsieren tut es auch ein Holzbrett statt eines extra Schiebers. Statt einen Backstein aufzuheizen, um das Brot darauf zu backen, bringt auch schon das Vorheizen eines Blechs recht gute Ergebnisse. Wenn ihr ein Brot in einer Form backt (statt ohne Form “freigeschoben”), könnt ihr auch eine Kuchen-Kastenform verwenden, statt einer extra Brotform. Spezielle Bleche, Teigkanten zum Teig abtrennen oder sogar eine Knetmaschine sind zwar hilfreich, aber bei den ersten Versuchen geht es auch ohne.

Wenn ihr häufiger backt, dann lohnen sich solche Anschaffungen schon eher. Ich bin sehr glücklich mit meinen drei Gärkörbchen aus Holzschliff. Außerdem habe ich einen Schieber aus Holz und eine alte Plastik-Teigkante, die bei meiner Mutter herum lag. 2019 habe ich außerdem noch einen alten gusseisernen Topf von ihr übernommen, in dem sehr tolle Brote entstehen und den ich fast nur dafür verwende. Übrigens habe ich nach wie vor keine Knetmaschine, ich knete nur per Hand.

 

Ein bisschen Fachchinesisch: Grundbegriffe

Wir haben jetzt also unseren Sauerteig startklar, ein paar Schüsseln und Zutaten griffbereit und wollen anfangen zu backen. Fehlt noch das passende Rezept, aber auch wenn es ein ausführlich beschriebenes ist, werden euch sicher einige Fachbegriffe unterkommen. Für einen Fachmann sind derart exakte und kompakte Begriffe zwar toll, aber als Neuling steht man erst mal da wie der Ochs vor dem Berg. Ein paar Grundbegriffe helfen da schon ein ganzes Stück weiter:

  • ASG – Anstellgut. Darüber haben wir oben schon gesprochen, der Rest alter Sauerteig im Kühlschrank.
  • Einschießen – Das Brot in den Ofen schieben.
  • Gare – “Volle Gare”, “knappe Gare”, “Untergare”, all das gibt den Reifezustand des Teigs an. Hier im Sauerteig-Forum ist gut beschrieben, wie man ihn mit der sogenannten Fingerprobe ungefähr erkennen kann und somit weiß, wann man das Brot in den Ofen schieben muss. Denn die Reifezeitangaben in Rezepten sind immer nur ungefähre Richtwerte, gerade die Umgebungstemperatur und Aktivität des Sauerteigs haben einen großen Einfluss.
  • Falten bzw. Dehnen und Falten – Alle vier Seiten des Teigs werden nacheinander erst nach oben in die Länge gezogen (gedehnt) und dann über die Mitte des Teigs gefaltet. Das sieht man in diesem Video sehr gut.
  • freigeschoben – Ein Brot, das nicht in einer Form gebacken, sondern vor dem Backen zu einem Laib geformt wird.
  • Krume – Das Innere des Brotes (im Gegensatz zur Kruste außen).
  • Schwaden – Schwaden bedeutet, im Ofen für hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Z.B. indem mit einer Blumenspritze hineingesprüht wird oder Wasser in eine vorgeheizte, tiefe Pfanne oder Metallform voller Schrauben gegossen wird. Das sorgt u.a. für eine knusprigere Kruste. Sehr moderne Öfen haben manchmal eine extra Funktion hierfür. Achtung, schüttet nicht einfach Wasser auf den Boden des Ofens, dabei kann er zu Schaden kommen.
  • ST – Sauerteig.
  • TA – Teigausbeute. Sie gibt an, wie viel Wasser im Teig enthalten ist und ist damit ein Indikator dafür, wie weich ein Teig ist. Üblich sind meistens TA von 150 bis 180, dabei kommen dann 50-80 g Wasser auf 100 g Mehl.
  • Vorteig – Eine kleine, vorab angemischte Teigmenge, die später dem eigentlichen Brotteig hinzugefügt wird, um die Eigenschaften des Brots in verschiedener Hinsicht zu verbessern. Für Vorteige werden trotz ihrer elaborierten Namen wie z.B. Brühstück, Poolish, Pâte fermentée oder Autolyse eigentlich immer nur ein paar simple Zutaten mit Wasser vermischt und eine Weile stehen gelassen. Die Details stehen (hoffentlich) im Rezept.
  • Wirken – Wirken bedeutet den Teig in Brotform zu bringen. Wie beim Falten lohnt es sich einen Blick auf Videos zum Rund- oder Langwirken zu werfen, denn ein bisschen Technik macht euer Brot deutlich schöner und die Porung im Inneren gleichmäßiger.

Wenn euch weitere Fachbegriffe begegnen, schlagt sie einfach kurz nach (z.B. auf baeckerlatein.de). Die wichtigsten Begriffe werdet ihr schnell verinnerlicht haben.

 

2015-02-15_RustikalesBauernbrot6

 

Empfehlenswerte Anfängerrezepte

Das richtige Rezept macht viel aus. Sucht euch ein ausführlich und für euch verständlich formuliertes Rezept aus für eine Art Brot, wie es euch gut schmeckt, und haltet euch bei den ersten Versuchen möglichst genau daran, bis ihr ein Gefühl für den Teig bekommt. Achtet auch auf die Getreidesorten, Mehltypen und ob das Rezept explizit nach einer Knetmaschine verlangt. Sehr zuverlässig finde ich beispielsweise die Rezepte vom Plötzblog, unten findet ihr noch ein paar mehr Links. Ein taktischer Vorteil ist außerdem ein Brot, das in der Form oder im Topf gebacken wird, denn dann kann schon mal beim Formen nichts schief gehen. Vielleicht also ein in der Form gebackenes Dinkel-Saaten-Brot, falls ihr so etwas mögt? Oder ein Bauernbrot mit Buchweizen, das freigeschoben oder im Topf gebacken werden kann?

Ich selbst habe mich gleich zu Beginn an einem freigeschobenen Brot (also ohne Form) versucht, noch dazu ein reines Roggenbrot aus 100 % Vollkornmehl, trotz ganz jungem Sauerteig ohne unterstützende Hefe und das alles ohne richtiges Rezept. Man könnte meinen ich war mutig oder schlicht dumm, aber ich wusste einfach nicht, wie wichtig gerade für Brotback-Anfänger ein gutes Rezept ist. Deshalb war mein Brot dann auch etwas unförmig, sehr kompakt und geschmacklich ziemlich säuerlich. Aber (!) ich habe es trotzdem geliebt, denn es war mein erstes Sauterteigbrot und ich wollte doch unbedingt ein rundes Roggenvollkornbrot! Es klingt vielleicht merkwürdig – aber mich hat das sehr motiviert.

Das führt mich zum nächsten Punkt: Rechnet damit, dass erst mal etwas schief geht. Das wird es nämlich bestimmt und das tut es auch bei geübten Bäckern noch. Aber es wird mit der Zeit auf jeden Fall einfacher und ihr werdet ein besseres Verständnis und Gefühl dafür bekommen. Brot backen braucht Übung, aber das Schöne ist, dass das Üben wahnsinnig viel Spaß machen kann :)

Und falls ihr noch Fragen habt, Unstimmigkeiten oder Lücken in diesem Text gefunden habt oder ihn schlicht hilfreich fandet, freue ich mich sehr über einen Kommentar.

Frohes Backen!

 

Zum Weiterlesen: