16Oct/21
Zwiebel-Bauernbrot

Zwiebel-Bauernbrot für den World Bread Day 2021

Es ist wieder soweit, heute ist World Bread Day! Wie jedes Jahr am 16. Oktober sammelt Zorra von kochtopf.me weltweit Rezepte, um dieses alltägliche Lebensmittel ein bisschen mehr wertzuschätzen und seine ganze Vielfalt zu feiern.

Banner World Bread Day, October 16, 2021

Und Vielfalt ist ein gutes Stichwort für mich. Schon beim World Bread Day 2018 habe ich festgestellt, dass ich trotz immenser Variationsmöglichkeiten doch zunehmend dieselben Rezepte backe. Wenn man mal ein gutes Hausbrot hat – vielleicht auch drei, vier verschiedene, die man durchwechselt – dann ist es einfach bequem dabei zu bleiben. Trotzdem lohnt es sich die eigene Komfortzone ab und an zu verlassen, dann dabei lässt sich eine Menge lernen und auch der ein oder andere Schatz entdecken. Mein neues Hausbrot (das Dinkelroggenbrot mit Kürbiskernen) hätte ich sonst zum Beispiel nie entdeckt. Es gibt so viele tolle Brotrezepte da draußen!

Ich habe mich diesmal ein einem Rezept von brotwein orientiert, um ein Zwiebelbrot zu backen. Die halbe Menge ergab bei mir einen schönen kleinen Laib Brot, der mit den herrlich würzigen Zwiebeln perfekt zum Käsefondue passte. Die Mehlsorten habe ich etwas angepasst und das Brot im Topf gebacken, was immer noch meine liebste Backmethode ist. Alternativ habe ich euch aber auch die freigeschobene Version beschrieben. Ein köstliches Brot, für das es sich sehr gelohnt hat ausgetretene Pfade zu verlassen und das ich gerne in mein Repertoire mit aufnehme. Gerade wenn am Backtag selbst nicht so viel Zeit ist, kommt einem die recht kurze Stock- und Stückgare zu Gute und tut dem Ergebnis keinen Abbruch.

Zwiebel-Bauernbrot

Herrlich würziges Roggenmischbrot mit einer großzügigen Ladung gebratener Zwiebeln.

Zwiebel-Bauernbrot

Zutaten

für eher kleinen 1 Laib

    Sauerteig:
  • 10 g Anstellgut
  • 138 g Roggenvollkornmehl
  • 140 g Wasser
    Zwiebeln:
  • 3 Gemüsezwiebeln (ca. 400 g)
  • 1 EL neutrales Öl
    Hauptteig:
  • Sauerteig
  • 150 g Wasser
  • 180 g Weizenmehl 405
  • 83 g Weizenvollkornmehl
  • 8 g Salz
  • Zwiebeln

Zubereitung

  1. Für den Sauerteig alle Zutaten vermischen und 16 h bei Raumtemperatur reifen lassen (optional mit fallender Temperatur, siehe unten verlinktes Back-Einmaleins).
  2. Für die Zwiebeln die Zwiebeln abziehen, hacken und in etwas Öl für ca. 15-25 min geduldig bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie ein dunkles Goldbraun annehmen. Auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
  3. Für den Hauptteig Sauerteig vermischen mit dem Wasser, dann Mehle und Salz zugeben und für ca. 5 min verkneten, bis ein leicht klebriger Teig entsteht, der aber langsam zusammen kommt. Dann die Zwiebeln gleichmäßig unterkneten.
  4. 30 min ruhen lassen, dann rundwirken und mit Schluss nach unten in ein Gärkörbchen setzen. Nochmal 60 min gehen lassen, derweil den Ofen vorheizen auf 250°C Ober-Unterhitze, bei mir inkl. gusseisernem Topf.
  5. Das Brot mit Schluss nach oben in den heißen Topf geben, die Temperatur auf 210°C zurückdrehen und mit Deckel 30 min backen. Dann den Deckel entfernen und nochmal 20 min backen. Ohne Topf das Brot mit Schluss nach oben in den heißen Ofen einschießen und leicht schwaden. Nach 10 min den Schwaden ablassen, die Temperatur auf 210°C senken und das Brot 40 min lang fertig backen.

Anmerkung

Neu im Thema Brot backen? Eine Erklärung der wichtigsten Begriffe und Grundlagen findet ihr in meinem persönlichen Einmaleins der Brotbäckerei.

https://herbs-and-chocolate.de/2021/10/zwiebel-bauernbrot.html
27Sep/21
Rote Beete Brownies

Herrlich saftige Rote-Beete-Brownies

Mögt ihr Kinderschokolade, beziehungsweise Kinderriegel? Nachdem mein Geschmack ganz klar Richtung Bitterschokolade geht, ist mir Vollmilch mit Milchfüllung eigentlich viel zu süß. Trotzdem habe ich kürzlich eine Packung gekauft um damit Brownies zu backen, denn sie sollten auch von jemandem mit Nussallergie gegessen werden können.

Habt ihr schon mal darauf geachtet auf wie vielen Schokoladen der berühmte Hinweis auf “Spuren von” etwas steht? Wenn dann jemand gegen alles nussähnliche inklusive Mandeln und Cashews allergisch ist, werden diese paar Zeilen plötzlich zu einer ganz massiven Einschränkung. Interessanterweise ist Kinderschokolade eine der ganz wenigen Schokoprodukte aus einem typischen Supermarkt, die ganz ohne solche Spuren auskommt. Bei dieser Gelegenheit war ich mal wieder sehr froh, dass ich zwar manche Lebensmittel nicht ganz so gut vertrage, aber mir nichts auch nur annährend gefährlich werden kann…

Die Brownies hatte ich schon mal gebacken, nach einem Rezept von Vegan und Lecker. Vegan sind sie mit Kinderschokolade natürlich nicht mehr und auch geschmacklich würde ich eher Zartbitter empfehlen, aber das könnt ihr ja nach Belieben austauschen. Ich habe das Rezept etwas abgewandelt und Stärke für mehr Bindung hinzugefügt, außerdem die Sahne durch mehr Milch ersetzt (damit nicht eine angebrochene Packung herumsteht) und die Zubereitung etwas vereinfacht. Außerdem habe ich die Nüsse im Teig durch mehr Schokolade ersetzt – nicht nur für den Nussallergiker, sondern auch für mich Schokoliebhaber. Die Brownies werden wirklich toll schokoladig und super saftig, genau wie ich sie liebe. Wenn ihr es von der Konsistenz her lieber kuchen-ähnlich mögt, müsst ihr die Backzeit auf jeden Fall verlängern.

Rote-Beete-Brownies

Herrlich saftige, “fudgy” Brownies mit Rote Beete im Teig, die ganz ohne Tierprodukte auskommen.

Rote Beete Brownies

Zutaten

für ca. eine 16×21 cm Form

  • 125 g gekochte rote Beete
  • 200 ml Pflanzenmilch
  • 125 g Margarine (bei mir Alsan; Kokosöl geht z.B. auch, das schmeckt man aber raus)
  • 0,5 TL Vanillepaste
  • 150 g Weizenmehl 405
  • 130 – 150 g Zucker (je nach Süße der verwendeten Schokolade)
  • 40 g Kakaopulver
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 TL Backpulver
  • 0,5 TL Natron
  • Prise Salz
  • 100 g Schokolade (Zartbitter, alternativ für Nussallergiker Kinderschokolade)
  • 1 TL Zitronensaft
  • 30 g Schokolade als Deko

Zubereitung

  1. Die Rote Beete in grobe Stücke schneiden und zusammen mit der Pflanzenmilch fein pürieren.
  2. Mit der Margarine und Vanillepaste in einen Topf geben und sanft erwärmen, bis die Margarine geschmolzen ist. Die Flüssigkeit soll nicht kochen, nur lauwarm werden.
  3. Mehl mit Hilfe von einem Schneebesen vermischen mit Zucker, Kakaopulver, Stärke, Backpulver, Natron und Salz. Die Schokolade hacken.
  4. Die Milch-Mischung zur Mehl-Mischung geben, genauso den Zitronensaft. Alles mit dem Schneebesen verrühren bis ein glatter, recht flüssiger Teig entsteht. Die gehackte Schokolade unterrühren.
  5. Im vorgeheizten Ofen bei 190°C Ober-/Unterhitze für 30-35 min backen. Wenn ihr einen “fudgy” Kern haben wollt, muss der Kuchen noch ein klein wenig nachgeben, wenn ihr sanft darauf drückt oder die Form hin- und herbewegt.
  6. Die Schokolade für die Deko ebenfalls hacken und auf dem noch heißen Kuchen verteilen. Sie schmilzt leicht an und bleibt dadurch haften.
https://herbs-and-chocolate.de/2021/09/rote-beete-brownies.html
30Aug/21
Schnelle Alltags-Pizza

Feierabend-Pizzabasis – schneller, simpler Pizzateig und Tomatensoße

Ich habe noch nie fertigen Pizzateig gekauft – schlicht und einfach deshalb, weil ich damit aufgewachsen bin, dass er ganz selbstverständlich selbst gemacht wird und das super einfach ist. Irgendwie zog ich in meinem Kopf auch nie die Verbindung zwischen der Tatsache, dass viele Leute Respekt vor Hefeteig haben und dass Pizzateig deshalb ja auch abschreckend sein könnte. Bis letzthin ein Freund erst ganz automatisch fertigen Teig verwenden wollte und dann sehr begeistert davon war, wie einfach es doch ohne geht. Und trotz Hefe ist es weder kompliziert noch muss es lang dauern – gerade wenn man eine Mikrowelle hat und sich die Gehzeit damit fast komplett sparen kann.

Hier also nicht nur mein schneller Pizzateig sondern auch noch eine super schnelle Tomatensoße dazu. Beides erfüllt ganz sicher keine Gourmet-Anforderungen, der Teig ist nicht lange gegangen und voller Aroma und die Soße ist nicht aus guten, sonnengereiften Tomaten. Sondern das hier ist ein Rezept für die “mal eben schnell” Feierabendpizza. Simpel und fix gemacht aus typischen Vorratszutaten, ohne dass danach eine dreiviertel Dose Tomaten angebrochen herum steht. In gewisser Weise ein Kompromiss für spontane Pizza-Gelüste, der sich aber beim Essen nicht danach anfühlt. Und definitiv besser als Fertigteig.

Ihr könnt mit dem Grundrezept wunderbar herumspielen. Ich verwende gern anteilig etwas Vollkornmehl im Teig für mehr Aroma, nur helles Mehl geht aber auch. Weizen und Dinkel funktionieren beide wunderbar. Außerdem mag ich ein wenig granulierten Knoblauch im Teig, der macht alles “herzhafter” – aber auch den könnt ihr weglassen. Die Soße ist für mich wiederum nur mit Oregano, aber niemand hindert euch daran andere Kräuter zu unterzumischen.

Passend zu dem super simplen Rezept sind die Fotos übrigens auch Handy-Schnappschüsse. Im Alltag ist das eben manchmal einfach so. Nennen wir es Retro-Blog-Feeling.

Schnelle Pizzabasis – Teig und Soße

Super simpel, ohne lange Gehzeit und allein aus Vorratszutaten – dieses narrensichere Pizzarezept macht Fertigteig überflüssig und schmeckt deutlich besser.

Schnelle Alltags-Pizza

Zutaten

für 2 Personen

    Pizzateig:
  • 200 g Weizenmehl 405 oder Dinkelmehl 630 oder 1150
  • 50 g Vollkornweizen- oder -dinkelmehl (ersatzw. mehr helles Mehl)
  • 1 TL Trockenhefe
  • 0,5 TL Salz
  • optional: eine Prise granulierter Knoblauch
  • 150 ml lauwarmes Wasser
    Tomatensoße:
  • 1,5 EL Tomatenmark
  • 1-2 TL getrockneter Oregano
  • 2 EL lauwarmes Wasser
  • etwas granulierter Knoblauch oder 1 kleine Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer
  • optional: Olivenöl nach Belieben

Zubereitung

  1. Für den Teig alle Zutaten miteinander verkneten, gerne mehrere Minuten lang, wenn ihr die Geduld dazu habt.
  2. Entweder den Teig locker abgedeckt entweder für 1 h bei warmer Raumtemperatur gehen lassen. Alternativ für nur 2,5 min auf niedrigster (!) Stufe in die Mikrowelle geben. Danach kann er direkt verarbeitet werden. Er wird auf diese Art nicht ganz so fluffig wie mit längerer Gehzeit, aber ausreichend für eine simple Pizza – vor allem wenn ihr ihn jetzt noch einige Minuten gehen lasst, während ihr den Belag vorbereitet.
  3. Den Teig mit etwas Mehl zu einem großen oder mehreren kleinen Fladen mit der gewünschten Dicke ausrollen.
  4. Für die Soße alle Zutaten zu einer geschmeidigen Soße verrühren (falls frischer Knoblauch verwendet wird die Zehe abziehen und fein hacken). Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Die Teigfladen mit der Soße bestreichen und nach Belieben belegen. Im gut vorgeheizten Ofen bei 250 °C Ober-/Unterhitze 10-12 min lang backen (wenn der Teig relativ dünn ausgerollt ist, bei dickem Teig 15-17 min).
https://herbs-and-chocolate.de/2021/08/schneller-pizzateig-und-tomatensosse.html
07Jul/21
Hirsesalat mit Brokkoli Lauch und Feta

Lauwarmer Hirse-Kräuter-Salat mit Brokkoli, gebratenem Lauch und Feta/Avocado

Mit dem Buch “A Modern Way to Eat” von Anna Jones hatte ich ja einen etwas holperigen Start. Die Gemüse-Quiche mit Gruyère habe ich für mich so abgewandelt, dass ich sie richtig gerne mag, aber andere Rezepte fand ich schlicht langweilig oder sie sind mir komplett misslungen. (Ich sage nur: Polpette, die zu Fladen werden, weil leider nur von einer Anzahl Zucchini die Rede ist, statt ein Gewicht anzugeben. Ungünstig, wenn eine formbare Masse entstehen soll…)

Anders war das bei “Lauras grünem Quinoa-Kräuter-Salat”. Die Elemente, die mir offensichtlich nicht so gut schmecken, habe ich direkt geändert, allem voran habe ich den Quinoa durch Hirse ersetzt. Aber ansonsten bin ich recht nah am Original geblieben und war beim ersten Essen spontan begeistert. Knackiger Brokkoli, süßlich-weicher Lauch, frische Kräuter, würziger Feta, ein schön säuerliches Dressing und obendrauf ein paar angeröstete Kerne – dieser lauwarme Salat bringt wirklich alles mit, was man sich wünschen kann. Mit Hirse und Feta, Avocado oder Joghurt macht er auch ordentlich satt, auf Brot als Beilage kann man definitiv verzichten.

Jones ermutigt die Leser mit den Gemüsesorten zu experimentieren, gerade die von ihr vorgeschlagenen Edamame oder Spargel kann ich mir beides gut vorstellen. Und ich fand meine Variante mit Rucola statt Spinat sehr passend, weil sie noch etwas würziger wird. Seid also ruhig kreativ und kombiniert was immer euch an grünem Gemüse über den Weg läuft oder ihr noch im Kühlschrank habt. Auch kalt in der Lunchbox oder beim Picknick schmeckt der Salat sicher sehr gut.

Lauwarmer Hirse-Kräuter-Salat mit Brokkoli, Lauch und Feta/Avocado

Ein sommerlicher Salat voll gepackt mit frischen Kräutern, grünem Gemüse und süßlich-weich gebratenem Lauch, der richtig satt und glücklich macht.

Hirsesalat mit Brokkoli Lauch und Feta

Zutaten

für 2 Personen

  • 1 EL Kürbiskerne
  • 1 EL Sonnenblumenkerne
  • 125 g Hirse
  • 375 ml Wasser
  • 1 TL gekörnte Gemüsebrühe
  • 75 g TK-Erbsen
  • 1 kleine Stange Lauch
  • 250 g Brokkoli
  • 1 Handvoll Rucola
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 2 Zweige Minze
  • 100 g Feta oder pflanzlicher Joghurt oder Avocado
    Dressing:
  • 4 EL Zitronensaft
  • 1-2 EL Olivenöl
  • etwas abgeriebene Zitronenschale
  • ca. 0,5 TL Salz (nach Geschmack)
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Kürbis- und Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Beiseite stellen.
  2. Die Hirse mehrfach mit Wasser spülen (dadurch wird sie weniger bitter), dann mit 375 ml Wasser und der gekörnten Gemüsebrühe in einen Topf geben. Mit geschlossenem Deckeln aufkochen lassen, dann unter gelegentlichem Rühren für 5 min leise köcheln lassen, anschließend bei sehr niedriger Temperatur oder ausgeschalteter Herdplatte 15 min lang fertig ausquellen lassen. Für die letzten 10 min die Erbsen oben auf die Hirse legen, damit sie auftauen.
  3. Lauch waschen und in Halbringe schneiden, Brokkoli putzen und in mundgerechte Stücke teilen. Den Brokkolistrunk könnt ihr auch verwerten, er muss geschält und in Stücke geschnitten werden. Beides zusammen etwas Olivenöl für ca. 10 min braten, bis der Lauch weich und süßlich ist.
  4. Rucola, Basilikum und Minze waschen und ggf. etwas zerkleinern.
  5. Für das Dressing alle Zutaten miteinander verrühren.
  6. Die fertige Hirse vermischen mit dem gebratenen Gemüse, den Kräutern und mit dem Dressing und abschmecken mit Salz und Zitronensaft. Servieren mit dem zerkrümelten Feta, Joghurt oder Avocado und den gerösteten Samen.
https://herbs-and-chocolate.de/2021/07/hirse-salat-brokkoli-lauch.html
22Jun/21
Dinkel-Roggenbrot mit Kürbiskernen

Dinkel-Roggenbrot mit Kürbiskernen – mein neues Alltagsbrot

Die Temperaturen sind endlich wieder so, dass man guten Gewissens den Ofen anschalten kann. Oder sagen wir so: als Mieterin einer Dachgeschoßwohnung vermeide ich es lieber ein Gerät für 1,5 h auf 250 Grad hoch zu heizen, wenn es draußen seit Tagen über 30 Grad hat. Aber nach diversen solchen Tagen war die Abkühlung nicht nur für mein persönliches Wohlbefinden längst überfällig, sondern auch unser Brotvorrat im Gefrierfach war komplett zur Neige gegangen. Es wurde höchste Zeit wieder mein neues Alltagsbrot zu backen.

Die Vorlage ist ein Rezept von Wallygusto. Karin und Torsten habe ich letztes Jahr etwas von meinem Sauerteig-Anstellgut abgegeben und kann mich dafür unterdessen über die ganzen schönen Rezepte freuen, die sie damit auf ihrem Blog posten – ein mehr als fairer Tausch, würde ich sagen. Das Dinkel-Roggenbrot mit Kürbiskernen, das sie im Römertopf backen, hat mich sofort angelacht, denn ich wollte grundsätzlich mehr mit Dinkel arbeiten und außerdem war da eh noch ein Rest Kürbiskerne aufzubrauchen. Als kleine Abwandlung für mehr Geschmack und Feuchtigkeit habe ich die Kerne angeröstet und als Brühstück verarbeitet und statt einem Römertopf kam außerdem mein geliebter und sehr broterprobter gusseiserne Topf zum Einsatz.

Tja, und seitdem habe ich dieses Brot mit kleinen Abwandlungen bestimmt schon sechs oder sieben Mal gebacken. Es hat für mich die perfekte Balance aus weich und luftig aber trotzdem noch kompakt, genau den richtigen Anteil Vollkornmehl und trotz des Dinkels wird es schön saftig. Allzu aufwändig ist es auch nicht und ich glaube zwar das Neudorfer Sauerteigbrot ist für mich geschmacklich immer noch auf Platz eins, aber durch die Stückgare über Nacht im Kühlschrank eben doch schwieriger in den Alltag zu integrieren. Das ist mit diesem Kerlchen hier überhaupt kein Problem, gerade in Zeiten von Home Office. Die nussigen Kürbiskerne passen toll zum Dinkel, aber auch mit Sonnenblumenkernen oder gekochten Roggenkörnern schmeckt es sehr gut – ihr merkt, ich habe schon einige Experimente damit hinter mir und keine einzige hat mich enttäuscht.

Dinkel-Roggenbrot mit Kürbiskernen

Ein tolles Alltagsbrot mit elastisch-weicher Krume und ausgewogenem, nussigem Geschmack. Trotz Dinkelmehl kein bisschen trocken.

Dinkel-Roggenbrot mit Kürbiskernen

Zutaten

    Sauerteig
  • 205 g Dinkelvollkornmehl
  • 195 ml lauwarmes Wasser
  • 35 g Anstellgut
    Brühstück
  • 95 g Kürbiskerne
  • 100 g Wasser
  • alternatives Brühstück:
  • 95 g Roggenkörner mit 190 g Wasser mit Deckel für ca. 1 h köcheln, bis sie alle Flüssigkeit aufgesogen haben
    Hauptteig
  • Sauerteig
  • 205 g Vollkornroggenmehl
  • 275 g Dinkelmehl 630
  • (auch möglich: 205 g Dinkelvollkornmehl und 275 g Roggenmehl 997)
  • 240 ml Wasser
  • 11 g Salz
  • Brühstück

Zubereitung

  1. Am Vorabend alle Zutaten für den Sauerteig verrühren und bei warmer Raumtemperatur für 16 h reifen lassen. (Alternativ bei fallender Temperatur von ca. 33 auf 21 °C, siehe mein unten verlinktes “Einmaleins”).
  2. Die Kürbiskerne in einem Topf ohne Fettzugabe anrösten, bis sie duften, dann mit dem Wasser ablöschen. Ausquellen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen, dann das überschüssige Wasser abtropfen lassen.
  3. Am Backtag alle Zutaten für den Hauptteig außer dem Brühstück für ca. 5 min verkneten, bis ein klebriger Teig entstanden ist, der aber langsam elastisch wird. Dann das Brühstück unterkneten, bis die Körner gleichmäßig verteilt sind.
  4. Für 1,5 h bei Raumtemperatur ruhen lassen, dabei nach 45 min einmal kurz durchkneten zum Entgasen.
  5. Den Teig rundwirken und mit Schluss nach unten in ein Gärkörbchen setzen. Nochmal 1 h lang gehen lassen, derweil den Ofen vorheizen auf 250°C. Für das Backen im gusseisernen Topf diesen mit aufheizen.
  6. Nach der Gehzeit den Teigling in den heißen Topf stürzen, sodass der Schluss nach oben zeigt und sich öffnen kann. Ofentemperatur auf 210°C zurückdrehen und mit Deckel für 40 min backen, dann nochmal 20 min ohne Deckel für eine schönere Kruste. Ohne Topf das Brot mit Schluss nach oben in den heißen Ofen einschießen und schwaden, nach 10 min Backzeit die Temperatur auf 210°C herunterdrehen für weitere 50 min backen.

Anmerkung

Neu im Thema Brot backen? Eine Erklärung der wichtigsten Begriffe und Grundlagen findet ihr in meinem persönlichen Einmaleins der Brotbäckerei.

https://herbs-and-chocolate.de/2021/06/dinkel-roggenbrot-kurbiskernen.html