11Jul/20
Gemüse-Quiche Gruyère

Gemüse-Quiche mit Gruyère – sehr frei nach “A Modern Way to Eat”

Das Wetter wechselt momentan fleißig zwischen Hochsommer und einzelnen Regentagen. Eigentlich gar nicht verkehrt, finde ich, dann hat man zwischendurch die Chance die Wohnung wieder etwas herunterzukühlen und die Vegetation freut sich auch über etwas Feuchtigkeit zwischendurch. So darf der Sommer für mich gerne bleiben. Passend zu dem wechselhaften Hin-und-her habe ich ein Rezept für euch, das nicht nur frisch aus dem Ofen super schmeckt, sondern auch als kalter Snack mit an den See oder in den Biergarten genommen werden kann.

Mein Vorbild war die “Leichte Butternusskürbis-Grühnkohl-Tarte” aus “A Modern Way to Eat” von Anna Jones. Ich muss sagen, so ganz warm bin ich mit dem Buch bisher nicht geworden, entweder die Gerichten waren geschmacklich nur ganz ok, oder sie sind mir ganz misslungen. Auch bei dieser Tarte habe ich über mehrere Iterationen einiges verändert, aber geschmacklich fand ich sie sofort super.

Nachdem ich sie das erste Mal im Frühjahr zubereitet habe, bin ich von Kürbis auf Karotte und von Grünkohl auf Spinat umgeschwenkt, später kam dann noch Brokkoli dazu. Den Teig bereite ich unterdessen anteilig mit Skyr zu, dadurch wird er etwas weniger splitterig. Außerdem habe ich die Käsemenge erhöht und die Menge Flüssigkeit verringert, denn beim ersten Mal backen ist mir die Quiche ausgelaufen. Selbst schuld, vermutlich hätte ich doch eine echte Tarteform gebraucht statt einer Springform…

So richtig originalgetreu ist die Quiche also nicht mehr, aber ich liebe meine Version. Die geballte Portion Gemüse in Kombination mit dem kräftigen Gruyère und einer ordentlichen Menge Muskat macht sich wirklich gut.

Gemüse-Quiche mit Gruyère

Eine geballte Ladung Gemüse mit herzhaftem Gruyère und einer großzügigen Ladung Muskat – perfekt frisch aus dem Ofen oder als kalter Snack für ein Picknick.

Gemüse-Quiche Gruyère

Zutaten

eine 28cm-Springform / ca. 4-6 Portionen

    Teig:
  • 125 g Weizenvollkornmehl
  • 125 g helles Dinkelmehl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL gehackter, frischer Thymian
  • 65 g kalte Butter in kleinen Stücken
  • 60 g Skyr oder Magerquark
  • 2-4 EL kaltes Wasser
    Füllung:
  • 1 rote Zwiebel
  • 125 g TK-Spinat
  • 125 g TK-Brokkoli
  • 800 g Karotten
  • 3 Eier
  • ca. 300 ml Milch
  • 130 g Gruyère
  • ca. 1/4 Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
    außerdem:
  • Springform, getrocknete Hülsenfrüchte/Backbohnen zum blind backen

Zubereitung

  1. Für den Teig alle Zutaten zusammen kneten, bis ein fester Teig entsteht. Passt die Wassermenge daran an, wie sich euer Teig anfühlt – er sollte gerade nicht mehr bröslig sein. Für 30 min kalt stellen, derweil den Ofen auf 190°C Umluft vorheizen.
  2. Für die Füllung die Zwiebel abziehen, hacken und für 10 min in etwas Olivenöl schmoren.
  3. Derweil Spinat und Brokkoli auftauen und grob hacken, die Karotten schälen und grob raspeln. Zu den Zwiebeln geben und weitere 10 min mitbraten, dann aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.
  4. Derweil den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, zu einem großen Kreis ausrollen und eine gefettete und mit Backpapier ausgelegte Springform damit auskleiden. Den Teigboden mehrfach mit einer Gabel einstechen, dann ein Stück rund geschnittenes Backpapier darauf legen legen, dieses mit getrockneten Hülsenfrüchten bedecken und im vorgeheizten Ofen so für 15 min im Ofen blind backen, dann die Hülsenfrüchte und das Backpapier entfernen und ihn nochmals 10 min backen.
  5. In einem Messbecher die Eier verquirlen. Mit Milch bis auf 350 ml auffüllen, dann eine kräftige Prise Salz und Pfeffer zugeben und ca. 1/4 Muskatnuss hinein reiben.
  6. Wenn das Gemüse abgekühlt ist, den Gruyère reiben und untermischen. Dann die Ei-Mischung dazu gießen und gut vermischen. In die Springform mit dem vorgebackenen Teig füllen, glatt streichen und ca. 45 min lang backen, bis die Füllung gerade eben gestockt ist.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/07/gemuse-quiche-mit-gruyere-sehr-frei-nach-a-modern-way-to-eat.html
12Jun/20
Veganer Apfel-Mohnkuchen

Fast wie bei Oma: Saftiger Apfel-Mohnkuchen mit Zitrone

Lust auf einen schönen Kuchen zum Wochenende? Einer meiner Lieblinge ist Mohnkuchen. Dabei bin ich sehr von den Backkünsten meiner Oma geprägt und erwarte eine richtig dicke, saftige Schicht Mohn in der Mitte. Sie hat immer ganze Körner gekauft und den Mohn dann selbst gemahlen (bzw. Familienmitglieder mahlen lassen). Diese Arbeit spare ich mir, aber das vorgefertigte Mohnback hat mich noch nie gereizt. Eine gute Mohnfüllung kann man wirklich einfach und ohne viel Aufwand selbst machen.

Wie so oft beim Backen habe ich vorab nach Rezepten gesucht die vielversprechend aussehen und ohne Eier auskommen. Gerade bei einem Mohnkuchen mit Mürbteigboden und Streuseln war ich recht optimistisch, immerhin lässt sich die Mohnmasse sicher auch anders abbinden. Und ich wurde fündig bei Kaffee & Cupcakes. Statt Kirschen habe ich in meiner Version Äpfel verwendet, weil ich darauf Lust hatte. Außerdem habe ich Zitrone mit hinzugefügt, um die fehlende Säure der Kirschen auszugleichen, und das Puddingpulver durch Stärke und Vanille ersetzt.

Das Ergebnis ist ein wirklich toll saftiger Mohnkuchen, für den man absolut kein Backprofi sein muss. Man sollte lediglich darauf achten, dass er Pudding für die Füllung ordentlich anfängt zu stocken, wenn man ihn kocht, und den Kuchen vor dem Anschneiden gründlich auskühlen lassen. Er ist übrigens mit der angegebenen Zuckermenge nicht übermäßig süß, gerade so wie ich es mag – wenn ihr es es gerne ordentlich zuckrig mögt, nehmt etwas mehr.

Apfel-Mohnkuchen

Eine dicke Schicht Mohn, saftige Apfelstückchen und knusprige Streusel – dieser einfache Kuchen lässt keine Wünsche offen. Ohne besondere Zutaten auch vegan möglich.

Veganer Apfel-Mohnkuchen

Zutaten

für eine 26 cm-Springform

    Füllung:
  • 750 ml Milch (Kuh- oder Pflanzen-)
  • 125 g Zucker
  • 2 EL Vanillezucker
  • 40 g Speisestärke
  • 50 g Weichweizengrieß
  • Prise Salz
  • 200 g gemahlener Mohn
  • Schale und Saft einer Bio-Zitrone
  • 2-3 Äpfel (350-400 g)
    Boden:
  • 225 g Mehl
  • 75 g Puderzucker
  • 150 g Butter/Margarine
    Streusel:
  • 150 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 100 g Butter/Margarine

Zubereitung

  1. Für die Füllung Milch mit Zucker, Vanillezucker, Stärke, Grieß und einer Prise Salz in einen Topf geben. Unter Rühren aufkochen und unter Rühren köcheln lassen, bis die Masse wie ein Pudding eindickt. Vom Herd nehmen.
  2. Den gemahlenen Mohn und die abgeriebene Schale sowie den Saft einer Bio-Zitrone in den heißen Pudding rühren. Für einige Minuten quellen lassen. Die Masse sollte jetzt “streichfähig” sein, auf keinen Fall mehr flüssig.
  3. Derweil die Äpfel waschen, entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Unter die Mohnfüllung heben.
  4. Für den Boden Mehl mit dem Puderzucker vermischen, dann die Butter/Margarine zugeben und mit den Händen verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. (Mit einem Rührgerät sollte das auch klappen, ich mache es aber lieber per Hand.)
  5. Eine Springform einfetten und den Boden mit Backpapier auslegen. 2/3 des Teigs auf dem Boden der Form ausbreiten, aus dem restlichen Drittel einen 3 cm hohen Rand formen.
  6. Für die Streusel Mehl und Zucker vermischen, dann die Butter/Margarine unterkneten, bis Streusel in eurer gewünschten Größe entstehen.
  7. Die Mohnfüllung in die mit Teig ausgelegte Springform füllen und die Streusel darüber verteilen. Bei 180°C Ober-/Unterhitze im vorgeheizten Ofen für 50 min backen (ohne Vorheizen für ca. 60 min), bis die Streusel hübsch gebräunt sind.
  8. Vor dem Anschneiden gründlich auskühlen lassen, am besten kühlschrankkalt anschneiden.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/06/apfel-mohnkuchen-vegan.html
18May/20
Bircher Müsli mit Beeren

Bircher Müsli mit Beeren oder in hip: “Berry Overnight Oats”

Kennt ihr das, wenn ihr auswärts etwas richtig gutes esst und euch dann monatelang verfolgt wie lecker das war? Wenn ihr diesen Geschmack noch richtig auf der Zunge habt und immer wieder Lust darauf bekommt? So ging es mir mit einem Bircher Müsli, das ich schon vor einer ganzen Weile im Café Stenz gegessen habe. Es war herrlich cremig-klätschig, nicht zu süß, leicht säuerlich, mit einer großzügigen Ladung Beeren und einfach köstlich! Es hat nur gut zwei Jahre gedauert, bis ich auf die Idee kam, genau das doch mal nachzumachen…

Erstaunlicherweise war mein erster Versuch direkt ein Volltreffer. Ich habe mich wage am klassischen Bircher Müsli orientiert und gemahlene Mandeln mit verarbeitet, ansonsten aber kreativ abgewandelt. Der Skyr passt wunderbar zur Säure der Beeren, sorgt für mehr Kremigkeit und macht dank seinem Protein das ganze nochmal sättigender – dieses Frühstück hält sogar bei mir wirklich ein paar Stunden gut vor. Und ich liebe diese Kombination an Aromen! Eigentlich ziemlich simpel, aber genau mein Geschmack. Natürlich kann man diverse Zutaten sehr einfach variieren, aber ich für meinen Teil werde dieser Variante lange treu bleiben.

Nebenbei: Wenn ich super hip sein wollen würde, müsste ich dieses Rezept vermutlich eher “Berry Overnight Oats” nennen. Sind die denn eigentlich noch in oder ist der Hype vorbei?

Bircher Müsli mit Beeren

Fruchtig, säuerlich-süßes und schon fast sommerliches Bircher Müsli. Perfekt für ein stressfreies Frühstück unter der Woche.

Bircher Müsli mit Beeren

Zutaten

1 Person

  • 4 EL / 40 g feine Haferflocken
  • 1/2 EL gemahlene Mandeln
  • 1 EL Rosinen
  • Prise Zimt
  • 2 EL Skyr oder Joghurt
  • 90 ml Wasser
  • 2-3 EL gemischte Beeren (TK geht wunderbar)
  • 1 kleiner Apfel (oder 1/2 großer)
  • Honig nach Geschmack

Zubereitung

  1. Haferflocken vermischen mit den Mandeln, Rosinen, Zimt, Joghurt und Wasser. Die Beeren zugeben, sie dürfen ruhig noch gefroren sein.
  2. Den Apfel fein reiben und ebenfalls untermischen. Nach Geschmack etwas Honig zugeben.
  3. In einem geschlossenen Gefäß über Nacht (oder zumindest einige Stunden) im Kühlschrank ziehen lassen.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/05/bircher-musli-beeren-berry-overnight-oats.html
01May/20
indisches Auberginen-Curry

Indisches Auberginen-Curry mit Gurken-Minz-Raita nach Meera Sodha

Eines fiel mir sofort positiv auf, als ich das Buch “Indisch Vegetarisch” von Meera Sodha zum ersten Mal durchblätterte: sie hat ein ganzes Kapitel der Aubergine gewidmet, einem meiner liebsten Gemüsesorten. Das war eines der ersten Indizien für mich, dass dieses Buch meinen Geschmack treffen könnte, und nach vier nachgekochten Rezepten kann ich sagen, es ist ein Volltreffer! Sie funktionieren, passen in meinen Alltag, sind sehr unterschiedlich und schmecken herrlich. Ich liebe die indische Küche und ihre vielen Gewürze, aber habe kaum je selbst so gekocht – bis jetzt.

Ein indisches Auberginen-Curry findet ihr hier auf dem Blog sogar schon, allerdings in ganz anderer Zubereitung und Würzung. Bisher habe ich Auberginen immer gründlich angebraten oder im Ofen geröstet und dann weiter verarbeitet. Bei Meera Sodha ist der Ansatz ein ganz anderer, die Soße wird zuerst zubereitet und die rohe Aubergine wird dann darin gegart. Zugegeben, ich war erst skeptisch, aber die Röstaromen vermisst man wirklich nicht: die Aubergine wird butterweich und saugt sich schön voll mit all den guten Aromen, aber ohne dabei ihren eigenen Geschmack völlig untergehen zu lassen. Köstlich!

Im Original kommen in dieses Curry auch Erbsen, aber nachdem ich meine geliebten Hülsenfrüchte aktuell nur in Maßen essen kann, habe ich sie hier weggelassen. Kombiniert mit dem Raita (oder wenn es schnell gehen soll einfach Naturjoghurt) und Reis ist das Curry auch so absolut vollständig und sättigend. Wer ganz motiviert ist, bäckt noch Naan dazu.

Übrigens habe ich auch noch ein zweites Auberginen-Curry aus dem Buch nachgekocht und war ebenso begeistert – vielleicht präsentiere ich euch bald direkt noch ein Auberginen-Curry, das dann wieder in eine ganz andere Richtung geht…

Auberginen-Curry (Baingan Masala) mit Gurken-Minz-Raita

Ein köstliches, indisches Curry: butterweich gegarte Aubergine in einer würzigen Soße, kombiniert mit dem frischen Geschmack von Joghurt und Gurke.

indisches Auberginen-Curry

Zutaten

für 2 Personen

    Auberginen-Curry:
  • 700 g Aubergine (zwei kleine oder eine große)
  • 2 kleine oder 1 große Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 knapper TL Kreuzkümmelsamen
  • 400 g gehackte Tomaten aus der Dose (oder zwei große frische Tomaten)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 0,75-1 TL Salz
  • 0,25-0,75 TL Cayennepfeffer/Chillipulver (nach Geschmack)
  • 0,25 TL Kurkuma
  • 0,5 TL Zucker
    Raita:
  • 0,5 TL Kreuzkümmelsamen
  • 100 g Gurke
  • 125 g Joghurt (bei pflanzlichem Joghurt einen Spritzer Zitronensaft zugeben)
  • 4-5 Minzblätter
  • 0,25 TL Salz
    Beilage:
  • Reis und/oder Naan- oder Chapati-Brote. Bei nur Reis ist als Trockenmenge 125 g ein guter Richtwert.

Zubereitung

  1. Für das Curry Auberginen in Würfel mit ca. 1,5 cm Kantenlänge schneiden. Zwiebel und Knoblauch abziehen und hacken und alles separat bereit stellen.
  2. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Kreuzkümmelsamen zugeben, 30 Sekunden rühren, dann die Zwiebel zugeben. 10 min lang geduldig dünsten, bis die Zwiebel glasig ist und leicht anfängt leicht zu bräunen. Knoblauch zugeben und einige Minuten unter Rühren weiterbraten.
  3. Danach die Dosentomaten mit in die Pfanne geben. Tomatenmark unterrühren und bei geschlossenem Deckel 5 min köcheln lassen. Salz, Cayennepfeffer, Kurkuma und Zucker unterrühren.
  4. Die Auberginenwürfel mit in die Pfanne geben und wenden, bis alle Würfel rundherum mit Masala überzogen sind, eventuell noch 100-200 ml Wasser zugeben, wenn es arg trocken wird. Die Pfanne wieder abdecken und 15-20 min lang köcheln lassen, bis die Auberginen ganz weich und zart sind.
  5. Für das Raita die Kreuzkümmelsamen in einer Pfanne ohne Fett für wenige Minuten unter ständigem Rühren rösten, bis sie herrlich duften. In einem Mörser leicht zerstoßen.
  6. Gurke grob raspeln, wenn sie recht wässrig ist etwas ausdrücken. Zusammen mit den gerösteten Samen und den klein gerupften Minzblättern zum Joghurt geben, mit Salz abschmecken.
  7. Curry und Raita separat mit Reis und/oder Brot servieren.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/05/auberginen-curry-gurken-minz-raita-meera-sodha.html
17Apr/20
Focaccia vom Blech mit langer Gare

Focaccia mit wenig Hefe, langer kalter Gare und ordentlich Knoblauch

Momentan wird viel und gerne gebacken. Deshalb ist überall Roggenvollkornmehl ausverkauft (und ich musste improvisieren und ganze Körner kaufen, damit mein Sauerteig nicht hungert) und Hefe bekommt man auch nicht mehr so einfach. Außerdem hoch im Kurs ist Knoblauch, denn nachdem man kaum das Haus verlässt und soweit möglich im Home Office arbeitet, belästigt man niemanden olfaktorisch. Man muss also keine falsche Zurückhaltung an den Tag legen.

Passend zu diesen Eckdaten habe ich ein tolles Focaccia-Rezept für euch. Mehl braucht ihr, darum kommen wir nicht herum, aber für ein ganzes Blech genügen weniger als 5 g Frischhefe. Warum nur so wenig? Weil der Teig ein bis zwei Tage (!) im Kühlschrank ruhen darf. So verringern wir nicht nur die nötige Hefemenge, sondern es bildet sich auch ein herrliches Aroma im Teig. Ein toller Deal! Für die tägliche Knoblauchdosis verwenden wir außerdem ein Knoblauchöl, dass dieselbe Zeit lang durchzieht und gerne großzügig zum Einsatz kommen darf.

Das Vorbild für dieses Rezept stammt von Hefe und mehr, ich habe es allerdings hochskaliert, um ein ganzes Blech damit zu füllen. Das war zu einer Zeit, als man noch 20 Leute zu einer Party zu Besuch haben konnte – aber diese Zeit wird wieder kommen. Bis dahin rechnete das Rezept am besten einfach wieder runter, dann braucht ihr auch nochmal weniger Hefe. Beim Belag könnt ihr natürlich kreativ werden. Ich fand Knoblauch, Kräuter und Tomaten oder Oliven sehr fein, aber Mozarella macht sich sicherlich auch gut. Und im Zweifelsfall schadet noch etwas mehr Knoblauch bestimmt nicht…

Focaccia mit langer, kalter Gare

Herrlich fluffiges Focaccia, das dank langer Gare mit wenig Hefe auskommt und dafür viel Aroma entwickelt. Je nach Variante des Belags eine tolle Beilage oder sogar ein Hauptgericht.

Focaccia vom Blech mit langer Gare

Zutaten

für ein Blech

    Teig:
  • 600 g Wasser
  • 4,5 g Frischhefe oder 1,5 g Trockenhefe
  • 675g Weizenmehl Type 405
  • 75 g Weizenvollkornmehl
  • 15 g Salz
    Belag:
  • Olivenöl
  • 1-2 große Zehe(n) Knoblauch
  • Fleur de Sel
  • frischer Rosmarin und Thymian
  • schwarze Oliven bzw. Cocktail-Tomaten
  • optional: Mozzarella

Zubereitung

  1. Die Frischhefe im Wasser auflösen. Mit den restlichen Zutaten für den Teig verrühren, bis ein sehr, sehr weicher Teig entstanden ist.
  2. 80 min lang bei warmer Raumtemperatur gehen lassen, dabei nach 20, 40 und 60 min einmal falten. (D.h. den Teig mit feuchten Händen von vier Seiten her nach innen in die Mitte falten.) Nach ca. einer Stunde sollte der Teig langsam geschmeidiger werden, ist aber immer noch sehr weich.
  3. Parallel das Knoblauchöl vorbereiten: die Knoblauchzehen durch eine Presse drücken oder fein hacken und großzügig mit Olivenöl übergießen, bis alles vollständig bedeckt ist. Bei Raumtemperatur durchziehen lassen.
  4. Den Teig 24-48 h abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Nach 12 und 24 h wieder falten. (Derweil zieht das Knoblauchöl weiterhin durch.)
  5. Am Backtag den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf ein gut geöltes Backblech geben und zu einem Fladen ziehen. 1 h gehen lassen.
  6. Mit dem Finger (am besten eingeölt) Vertiefungen in den Fladen drücken. Das Knoblauchöl darüber verteilen, genauso das Fleur de Sel, die Kräuter und nach Belieben Oliven, halbierte Cocktail-Tomaten (mit der Schnittseite nach oben) und Mozzarella.
  7. Die Focaccia in den Ofen geben und etwas schwaden (d.h. bei mir mit einer Blumenspritze in den Ofen sprühen). Die Temperatur auf 220°C zurückdrehen und für 30-35 min backen.

Anmerkung

Neu im Thema Brot backen? Eine Erklärung der wichtigsten Begriffe und Grundlagen findet ihr in meinem persönlichen Einmaleins der Brotbäckerei.

https://herbs-and-chocolate.de/2020/04/focaccia-wenig-hefe-lange-gare.html