14Mar/21
Udon-Nudeln mit Rotkohl und Blumenkohl

Gebratene Udon-Nudeln mit Rotkohl und Blumenkohl

Seit zwei Wochen arbeite ich jetzt im neuen Job. Naturgemäß ist vieles anders, als ich es gewohnt war – die Leute, die Strukturen, teils auch die Inhalte. Es gibt viel zu erfragen und zu lernen und gerade nachdem ich zuvor sechs Wochen frei hatte, muss sich erst ein neuer Rhythmus einpendeln. Das ist spannend und macht Spaß, aber kostet natürlich auch einiges an Energie. In der Küche konzentriere ich mich deshalb jetzt oft auf altbewährte Feierabendküche, freue mich im Zweifelsfall über die noch eingefrorene Bolognesesoße und verlege größere Kochaktionen eher aufs Wochenende.

Dieses Rezept mit Udon-Nudeln funktioniert tatsächlich für beide Fälle, sowohl als schnelles Werktag-Abendessen wie auch als zelebriertes Sonntagsgericht. Es stammt (wie schon der Kuchen im letzten Post) aus dem Buch “Asien vegetarisch” von Meera Sodha. Im Grunde werden Rotkohl und Blumenkohl im Ofen gebacken und dann kurz in der Pfanne vermischt mit angebratenen Frühlingszwiebeln, Udon-Nudeln und Gewürzen. Mit fertig gekauften Nudeln ist das sehr fix gemacht, aber wenn ihr etwas mehr Zeit und Aufwand investieren wollt, sind selbstgemachte nochmal ein gutes Stück besser. Die dicken japanischen Weizennudeln haben eine etwas festere, fast schon leicht zähe Konsistenz, die ich sehr liebe.

Ich habe mich für die selbstgemachten Udon an einem Rezept von Julia von Chestnut & Sage orientiert und ich muss mir einen Satz aus ihrem Blogartikel klauen, der auch perfekt auf mein Rezept hier zutrifft: “Ein Gericht, das so zufrieden macht, wie es eben nur eine Schale voll dampfender Nudeln vermag”. Das Gemüse kommt toll zur Geltung, Wärme und Frische sind schön ausbalanciert und dazu kommt das besondere Mundgefühl der Nudeln. Schlicht und einfach köstlich, ein Satt- und Glücklichmacher. Falls ihr übrigens keine Fans von eingelegtem Ingwer seid, würde ich empfehlen stattdessen noch etwas mehr Limetten- oder Zitronensaft über das fertige Gericht zu träufeln.

Udon-Nudeln mit Rotkohl und Blumenkohl

Die dicken japanischen Weizennudeln werden mit im Ofen gebackenen Gemüse zu einem frischen und schnell gemachten Pfannengericht kombiniert.

Udon-Nudeln mit Rotkohl und Blumenkohl

Zutaten

2-3 Portionen

    Udon-Nudeln:
  • 250 g Weizenmehl 405
  • 12 g Salz
  • 120 g Wasser
    Pfannengericht:
  • 500 g Rotkohl (ein halber sehr kleiner)
  • 500 g Blumenkohl
  • 2 + 2 EL helle Sojasoße
  • Udon-Nudeln von oben oder 400 g frische Udon-Nudeln
  • 8 Frühlingszwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Currypulver
  • 2 EL Mirin oder trockener Sherry
  • 2 EL Limettensaft oder Zitronensaft
  • Rapsöl
    zum Servieren
  • japanischer eingelegter Ingwer
  • Sesam

Zubereitung

  1. Für die selbstgemachten Nudeln Mehl, Salz und Wasser 10 min lang geduldig verkneten, bis ein homogener, fester und elastischer Teig entsteht, der keinesfalls klebt. Abgedeckt für 1 h ruhen lassen.
  2. Den Teig in eine Plastiktüte geben und 5 min lang darauf herumtreten. Dieses sehr intensive Kneten sorgt mit für die interessante Konsistenz der Nudeln später.
  3. Danach auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche auf 2 mm Dicke ausrollen. Nochmal mit Mehl bestäuben, die Teigfläche zickzackartig zusammenfalten und in 2 mm dicke Streifen schneiden. Nicht dicker, die Nudeln quellen beim Kochen noch auf.
  4. Die Nudeln auseinander fieseln, in kochendes Wasser geben. Nach 6 min abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken, dabei wird auch die äußere Schicht Stärke abgewaschen. Bereit stellen für später.
  5. Für das Pfannengericht den Rotkohl waschen und in 2 cm dicke Scheiben schneiden. Den Blumenkohl in Röschen teilen. Beides auf jeweils einem Backblech ausbreiten, dann 2 EL Rapsöl mit 2 EL heller Sojasoße vermischen und das Gemüse damit beträufeln.
  6. Im Ofen bei 230°C Umluft für 15 min rösten, bis der Blumenkohl weich ist und schön gebräunte Stellen hat. Ihn aus dem Ofen nehmen, den Rotkohl nochmal 20 min länger im Ofen lassen, bis auch er an den Rändern gebräunt ist.
  7. Die Frühlingszwiebeln putzen und diagonal in 4 cm lange Stücke schneiden. Den Knoblauch abziehen und zerdrücken oder fein hacken. Beides in einer Pfanne mit etwas Öl für 2-3 min braten.
  8. Die Udon-Nudeln mit in die Pfanne geben und mit dem Öl vermischen. Currypulver und Mirin unterrühren, dann Rotkohl und Blumenkohl zugeben und 2 min braten, bis alles warm ist und die Nudeln etwas Farbe annehmen. Die restlichen 2 EL helle Sojasoße und den Limettensaft untermischen.
  9. Servieren mit eingelegtem Ingwer und Sesam.
https://herbs-and-chocolate.de/2021/03/udon-nudeln-rotkohl-blumenkohl.html
26Feb/21
Veganer Nuss-Apfelkuchen

Apfelkuchen mit Nussmus und Tonka-Bohne – Winter-Version eines Kuchens

Und da ist der Februar auch schon wieder vorbei. Gefühlt habe ich nur einmal geblinzelt und gleichzeitig ist wahnsinnig viel passiert in den letzten vier Wochen – unter anderem habe ich mir einen seit Jahren gehegten Wunsch erfüllt und bin sehr, sehr glücklich darüber. Allzu viel Lust auf Fotografieren und Bloggen hatte ich nicht, aber gekocht und gebacken habe ich viel und einige der besonders guten Rezepte werde ich sicher in der nächsten Zeit nochmal kochen und euch vorstellen.

Jetzt gibt es erst mal einen Kuchen, bei dem ich mir viel künstlerische Freiheit genommen habe. Im Grunde habe ich den Dinkelkuchen mit Pflaumen und Ingwer aus dem Buch “Asien vegetarisch” von Meera Sodha nachbacken wollen. Aber mit Äpfeln statt Pflaumen, weil die gerade nun ja wirklich keine Saison haben. Statt Sonnenblumenkernmus habe ich gemischtes Nussmus von einer lieben Freundin verwendet und den Ingwer habe ich ersetzt durch Tonka-Bohne. Insgesamt wird der Geschmack mit diesen Abwandlungen also in eine deutlich andere Richtung gehen als im Original.

Der Grundteig an sich ist aber – wenn man vom anderen Nussmus absieht – gleich geblieben und der ist richtig gut. Wunderbar saftig, aber nicht klätschig und herrlich nussig. Was für eine geniale Idee statt Öl oder Butter einfach Nussmus zu verwenden! Auch mit meinen persönlichen Abwandlungen bin ich sehr zufrieden, die Tonkabohne passt ausgezeichnet zu dem sehr nussigen Teig und der Apfel sorgt für eine leicht säuerlich-frische Note. In Summe großartig und ein Kuchen, den ich jederzeit gerne wieder essen möchte. Im Sommer wird es ihn bestimmt auch mal im Original mit Pflaumen und Ingwer geben, aber meine Winter-Variante muss sich ganz absolut nicht verstecken.

Apfelkuchen mit Nussmus und Tonka-Bohne

Ein herrlich saftiger und extra nussiger Apfelkuchen, der auch lauwarm gegessen werden kann.

Veganer Nuss-Apfelkuchen

Zutaten

für eine kleine 18 cm Springform

  • 2 EL gemahlene Leinsamen
  • 6 EL Wasser
  • 1 kleiner säuerlicher Apfel
  • 120 g gemischtes Nussmus
  • 80 g brauner Zucker
  • 80 g Apfelmus
  • 1/4 TL Vanillepaste
  • 1/4 TL geriebene Tonka-Bohne
  • 100 g Dinkelmehl (bei mir Type 630 und 1050 gemischt)
  • 60 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • Prise Salz
  • 1 EL brauner Zucker

Zubereitung

  1. Ofen auf 200°C Umluft vorheizen. Die Springform fetten und den Boden mit Backpapier auslegen.
  2. Leinsamen vermischen mit dem Wasser und bereit stellen. Den Apfel waschen, entkernen, in Spalten schneiden und ebenfalls bereit stellen.
  3. Nussmus vermischen mit Zucker, Apfelmus, Vanillepaste und der geriebenen Tonkabohne. Mehl, Mandeln, Backpulver, Natron und die Prise Salz zugeben und kurz verrühren, bis alles gerade so vermischt ist, dann die gequollenen Leinsamen unterziehen.
  4. Den Teig in die Springform füllen und glatt streichen. Die Apfelspalten darauf anordnen und mit 1 EL Zucker bestreuen.
  5. Im vorgeheizten Ofen für ca. 45 min backen, bis der Kuchen goldbraun ist und ein in die Mitte hineingestecktes Holzstäbchen sauber wieder herauskommt.
  6. Darf auch gerne lauwarm serviert werden.
https://herbs-and-chocolate.de/2021/02/apfelkuchen-nussmus-tonka.html
28Jan/21
Blumenkohl-Puffer mit Joghurt

Orientalische Blumenkohl-Puffer aus dem Buch “Palästina”

Das Rezept hier habe ich euch schon angeteastert, als ich das Kochbuch “Falastin” vorgestellt habe. Die optisch so unscheinbaren Puffer gab es bei mir jetzt schon diverse Male und immer wieder waren sowohl mein Mann als auch ich wieder überrascht, wie lecker sie sind. Sie schmecken pur oder mit Joghurt-Dip oder Hummus, warm oder auf Raumtemperatur, mit Brot oder Salat oder zu Kartoffelspalten, als Vorspeise, Snack oder als simples Hauptgericht. Sprich sie können so ziemlich alles sein was ihr wollt und als Bonuspunkt machen sie auch noch wenig Arbeit.

Im Original wird frischer Blumenkohl verwendet, der als erstes blanchiert wird. Ich spare mir das und verwende tiefgekühlten. Damit muss man wirklich nur den gewürzten Teig anrühren, ein bisschen Gemüse schnippeln und die Puffer ausbraten. Wenn ihr Elan und Zeit habt, könnt ihr einen Minz-Joghurt dazu reichen, oder ihr nehmt einfach Naturjoghurt oder schlicht einen Spritzer Zitrone. Ein sehr dankbares Rezept, das schon in mein Standard-Repertoire gewandert ist.

Mit dem Wort “Puffer” hadere ich übrigens noch. Aber wie nennt man sie sonst auf Deutsch? Im englischen Original sind es “fritters”, das gefällt mir gut. Die deutschen “Bratlinge” wären eine sehr nahe Übersetzung, klingen in meinen Ohren aber ziemlich angestaubt und unattraktiv. “Pflanzerl” sind da schon sympathischer, aber doch ein sehr regionaler Ausdruck und außerdem denke ich da automatisch an Hackfleisch. Für den Moment bleibe ich also bei den “Puffern” – alternative Ideen sind willkommen! Vielleicht habt ihr das Buch auch auf Deutsch und könnt nachschlagen, wie die Übersetzer damit umgegangen sind? Aber wie auch immer sie heißen sollen, eigentlich kommt es ja auf den Geschmack an und ich verspreche, der wird euch überzeugen.

Blumenkohl-Puffer mit Cumin

Optisch unscheinbar bringen diese Puffer ordentlich Geschmack mit und machen sich super als Vorspeise, Snack oder auch zum satt essen.

Blumenkohl-Puffer mit Joghurt

Zutaten

für 10 Stück / ca. 2-3 Portionen

  • 300 g TK-Blumenkohl
  • 120 g Mehl
  • 1,5 TL Cumin
  • 0,75 TL Zimt
  • 0,5 TL Kurkuma
  • 0,5 TL Backpulver
  • 1,25 TL Salz
  • Pfeffer
  • 20 g gehackte Petersilie
  • 1-2 Zwiebeln (ca. 100 g)
  • 2 Eier
  • 40-80 ml Wasser
  • Olivenöl
    Minz-Joghurt (optional):
  • 250 g Joghurt
  • 6 gehackte Blättchen Minze
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • 0,5 TL Salz

Zubereitung

  1. Den Blumenkohl auftauen lassen. Falls ihr stattdessen frischen verwendet, kocht die Röschen für 4 Minuten in Salzwasser, damit sie gar sind.
  2. Mehl vermischen mit den Gewürzen, Backpulver, Salz, einer großzügigen Ladung Pfeffer und der Petersilie. Die Zwiebeln abziehen, fein hacken und ebenfalls zugeben.
  3. Die Eier in die Mehlmischung aufschlagen und mit einem Löffel anfangen sie in das Mehl einzurühren. Nach und nach Wasser zugeben, je nach Größe der Eier braucht ihr 3-8 EL, bis ein leicht flüssiger, aber noch sehr zäher Teig entsteht.
  4. Den aufgetauten Blumenkohl grob hacken bzw. zerdrücken, die Stücke dürfen gern um 1 cm groß sein. Unter den angerührten Teig mischen.
  5. In einer großen Pfanne Olivenöl erhitzen und den Teig darin zu ca. 8-10 Puffern ausbraten, jeweils ca. 2,5 min pro Seite. Sofort heiß oder später auf Raumtemperatur servieren.
  6. Für den Joghurt alle Zutaten vermischen. Alternativ schlicht Naturjoghurt oder nur ein paar Spritzer Zitronensaft zu den Puffern reichen.
https://herbs-and-chocolate.de/2021/01/orientalische-blumenkohl-puffer-palastina.html
24Jan/21
Überbackene Kritharaki mit Gemüse und Feta

Griechisch inspiriert: Überbackene Kritharaki mit Gemüse und Feta

Es ist die perfekte Jahreszeit für alles Überbackene, keine Frage. Draußen ist es kalt, feucht und viel unternehmen kann man aktuell ohnehin nicht. Also genau richtig um es sich daheim gemütlich zu machen und den Ofen anwerfen. Wenn ihr dann noch Lust auf ein bisschen Urlaubsfeeling aus Griechenland auf dem Teller habt, kann ich euch heute mit überbackenen Kritharaki aushelfen.

Die kleinen reisförmigen Nudeln hatte ich für ein ganz anderes Rezept gekauft, aber dabei natürlich nicht aufgebraucht. Außerdem hatte ich Sehnsucht nach griechischem Essen, aber die Speisekarten sind ja oft sehr fleischlastig und ohnehin wollte ich lieber selbst kochen. Also improvisierte ich mit dem Gemüse, dass eben gerade da war und würzte nach Gefühl in die geschmackliche Richtung, die ich im Kopf hatte. Was soll ich sagen – es wurde ein voller Erfolg.

Für mich erfüllt dieser Nudelauflauf alle Bedingungen an Seelenfutter: temperaturmäßig warm, von der Würzrichtung her ebenfalls warm und mit einem Löffel essbar. Ich liebe den Feta obendrauf, der knusprig-cremig wird und mit seiner würzigen und säuerlichen Note etwas Frische beisteuert. Allzu viel Arbeit macht das Rezept auch nicht, ich würde es als feierabendtauglich bezeichnen und während der Auflauf überbäckt, habt ihr locker schon die Küche aufgeräumt und könnt euch danach direkt aufs Sofa legen. Und vielleicht ein paar Urlaubsbilder ansehen und in Erinnerungen schwelgen.

Überbackene Kritharaki mit Gemüse und Feta

Dieser schnelle Nudelauflauf bringt Urlaubsfeeling auf den Teller und ist eine perfekte Resteverwertung für diverses Gemüse.

Überbackene Kritharaki mit Gemüse und Feta

Zutaten

für 2 Personen

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 (ca. 100 g) Karotte
  • 1 (ca. 250 g) Zucchini (alternativ grüne Paprika)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 1 Dose (400 g) gehackte Tomaten
  • 1 TL Cumin
  • Prise Zimt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 TL Oregano
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer
  • 140 g Kritharaki
  • 100 g Feta
  • Olivenöl

Zubereitung

  1. Die Gemüsezwiebel abziehen, hacken und in etwas Olivenöl in einer Pfanne für einige Minuten andünsten.
  2. Derweil Karotten schälen, längs halbieren und dann in Scheiben schneiden. Zucchinilängs vierteln und in Scheiben schneiden. Knoblauchzehe abziehen und hacken. Alles drei zur Zwiebel geben und für ca. 5 min braten, dabei darf das Gemüse gern auch etwas Farbe bekommen.
  3. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, dann gehackte Tomaten angießen. Cumin, Zimt, Lorbeerblatt und Oregano zugeben und bei geschlossenem Deckel für 10 min köcheln lassen.
  4. Tomatenmark unterrühren, dann die Kritharaki untermischen und bei geschlossenem Deckel leise köcheln lassen, bis sie beinahe gar sind, aber noch ein klein wenig Biss haben – bei mir hat das ca. 10 min gedauert. Dabei ab und an umrühren. Am Ende sollten sie die Flüssigkeit vollständig aufgesogen haben, wie bei einem Risotto.
  5. 50 g Feta untermischen, dann alles in eine Auflaufform umfüllen, den restlichen Feta darüber streuen und bei 220°C Ober-/Unterhitze für 10-15 min im Ofen überbacken, bis der Feta eine schöne Farbe angenommen hat.
https://herbs-and-chocolate.de/2021/01/uberbackene-kritharaki-gemuse-feta-griechisch.html
18Jan/21
Kochbuch-Rezensionen

“Falastin” von Sami Tamimi und “Indisch Vegetarisch” von Meera Sodha: zwei Länder-Kochbücher

Während meiner Kochbuch-Challenge auf Instagram hat man natürlich einen Einblick bekommen welches Buch mir wie gut gefällt und es wurde sich gewünscht, dass ich auch extra Rezensionen schreibe. Bei der Frage zu welchem Buch genau gingen die Meinungen dann aber sehr auseinander, also nehme ich mir erst mal die zwei Länder-Kochbücher vor: “Indisch Vegetarisch” von Meera Sodha und “Falastin” von Sami Tamimi und Tara Wigley.

Rezension Indisch Vegetarisch Meera Sodha

Indisch Vegetarisch” von Meera Sodha

Dieses Buch ist 2017 erschienen. Sofern ihr mir zumindest schon ein paar Wochen folgt, halte ich es für ausgeschlossen, dass ihr meine Begeisterung darüber noch nicht mitbekommen habt. Ich liebe es! Sicherlich liegt das zum Teil auch daran, dass ich die indische Küche geschmacklich sehr mag, aber das alleine ist es nicht.

Die Aufmachung

Das Buch ist optisch genau so strukturiert, wie es mir am liebsten ist: in aller Regel ist auf einem Teil der Doppelseite das Rezept, gegenüber ein Foto. Die Bilder sehen sehr gut aus, aber auch sehr natürlich und wenig gestylt – man hat durchaus den Eindruck, dass man ziemlich genau dieses Ergebnis bekommt, wenn man dem Rezept folgt. Am Anfang des Buchs steht eine kleine Einleitung, in der Meera Sodha ihren Hintergrund und ihr kulinarisches Vorgehen erklärt, dann geht es bald los mit den Rezepten.

Sie sind unterteilt in unter anderem “Vorspeisen und Snacks”, “Eier und Käse”, “Hülsenfrüchte”, “Salate” und sogar ein eigenes Kapitel für meine geliebte Aubergine gibt es. Allgemein merkt man ganz klar Sodhas Liebe zu frischem Gemüse, Ersatzprodukte werdet ihr hier nicht finden. Bei den Salaten erklärt Sodha, dass sie in Indien so eigentlich nicht existieren, aber sie sich die Freiheit genommen hat zu überlegen, wie ein indischer Salat aussehen könnte. In ähnlichem Stil ist jedes Rezept mit einigen Zeilen Einleitung versehen, die beschreiben aus welcher Gegend es stammt oder welche Anpassungen Sodha gemacht hat, manchmal auch eine persönliche Anekdote oder Anmerkungen wie das Rezept abgewandelt werden kann. Diese Texte haben für meinen Geschmack genau die richtige Länge, um Kontext zu geben ohne zu ausschweifend zu werden. Mit kleinen Icons ist gekennzeichnet welches Gericht glutenfrei, laktosefrei oder vegan ist.

Zwischendurch gibt es beispielsweise Tipps fürs hübsche Anrichten oder eine Übersicht über verschiedene Hülsenfrüchte. Ab und an finden sich auch Fotos von bestimmten Zubereitungsschritten oder Bilder von Sodha gemeinsam mit Familie oder Freunden, aber es ist definitiv kein Buch mit Personenkult. Neben den Rezept-Kategorien gibt es auch ein Register nach Zutaten, eine kleine saisonale Übersicht und eine Zusammenstellung welche Rezepte sich z.B. für Anfänger oder größere Mengen eignen.

Die Rezepte

Alles, was ich bisher aus diesem Buch gekocht habe, hat sehr gut funktioniert und war zumindest gut, wenn nicht ausgezeichnet. Die Zutatenlisten sind natürlich etwas exotischer, aber für schwer zu bekommende Dinge (wie frische Curryblätter oder Bockshornkleeblätter) werden Alternativen genannt und die meisten Rezepte kommen mit einem gut gepflegten Grundstamm an indischen Gewürzen aus, wie ich ihn ohnehin längst da hatte. Die geschmackliche Bandbreite ist sehr groß, denn Indien ist nun mal ein sehr weitläufiges Land und die große Varianz der Kochstile finden sich hier definitiv wieder.

Die Zubereitung ist immer klar beschrieben, ohne allzu ausschweifend zu werden. Einen Kochanfänger könnten die verschiedenen Schritte mit Gewürzen anrösten, mörsern, dies zugeben, köcheln, wieder etwas zugeben, köcheln etc. vielleicht etwas einschüchtern, aber schwierig sind sie wirklich nicht. Die meisten Rezepte sind auch gut alltagstauglich, vor allem wenn man nicht mehrere Komponenten zubereitet sondern sich auf simplen Reis als Beilage beschränkt. Ein paar aufwändigere Sachen für besondere Anlässe finden sich aber natürlich auch.

Meine nachgekochten Rezepte hier auf dem Blog:

Fazit

Ihr merkt, ich habe nicht viel zu meckern. Ich vertraue diesem Buch sehr und würde es Stand heute ohne zu zögern als mein Lieblingskochbuch bezeichnen. Einige Rezepte haben in abgewandelter Form ja auch schon ihren Weg auf den Blog gefunden, ich empfehle euch also sehr ein Probekochen. Wenn ihr meinen Koch-Stil mögt, dann dürfte euch dieses Buch bestimmt auch gefallen.

Rezension Falastin Sami Tamimi

Falastin” (deutsche Version: “Palästina”) von Sami Tamimi und Tara Wigley

Erschienen 2020 hat dieses Buch in meiner Koch-Bubble deutliche Wellen geschlagen und so bin auch ich bald der Verlockung erlegen und habe es mir zugelegt. Ganz bewusst auf Englisch, denn in dieser Ausgabe findet sich hinten im Buch ein individueller Code, über den man sich online registrieren und dann jederzeit dort auf alle Rezepte zugreifen kann – enorm praktisch für mich. Das Buch ist der Nachfolger von “Jerusalem” von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi und man spürt die Verwandtschaft zu den Ottolenghi-Büchern.

Die Aufmachung

Auch hier ist die Struktur fast immer so wie es mir gefällt, mit dem Rezept auf der einen und einem schönen Bild auf der anderen Seite. Das Foodstyling ist sehr zurückhaltend, die Fotos sehen schön real und wie direkt aus der Küche aus und lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Das Buch ist nicht rein vegetarisch, es gibt neben Kapiteln wie “Breakfast”, “Soups” und “Veggie Mains” auch je eines über Fisch und Fleisch, aber ihr Umfang ist überschaubar und so manches lässt sich auch mit den üblichen Ersatzprodukten abändern. Eine Reihe Rezepte sind vegan, aber nach Art der Landesküche wird viel mit Milchprodukten gearbeitet, vor allem Joghurt.

Zwischen den Rezepten gibt es immer wieder Einschübe mit kleinen Portraits von Leuten aus der Gegend, die auch die schwierige politische Lage anschneiden. Mich hat das beim ersten Lesen sehr berührt, allerdings muss ich im Nachhinein dem zustimmen, was Sabrina und Steffen von Feed me up before you go-go in ihrer Rezension geschrieben haben: die Darstellung ist einseitig gefärbt. Mich persönlich stört das nicht, denn mir geht es ganz klar um die Rezepte – und vermutlich wäre es auch unglaublich schwer eine gewisse Tendenz wirklich zu vermeiden.

Vor jedem Rezept gibt es zwei bis drei kurze Absätze an Einleitung mit allgemeinen Informationen über die Hintergründe des Rezepts und oft auch Hinweisen, welche Teile man gegebenenfalls schon früher vorbereiten oder wo man vielleicht auch die eine oder andere Abkürzung nehmen kann. Ganz bewusst wurde der Fokus darauf gelegt, dass die Rezepte alltagstauglich sein sollen.

Die Rezepte

Beim ersten Durchblättern wollte ich ungefähr jedes zweite Rezept direkt nachkochen. Die Zutatenlisten sind – gerade wenn man Ottolenghi-Rezepte gewöhnt ist – angenehm überschaubar, das allermeiste ist gut zu bekommen. Darauf wurde auch extra geachtet, einige recht typische Gerichte wurden nicht aufgenommen, weil die Zutaten hierzulande schlicht nicht erhältlich sind. Die Zubereitung ist jeweils gut beschrieben, teilweise für meinen Geschmack ein wenig zu ausschweifend, aber das ist Geschmackssache und sicher hilfreich für alle, die es gern ganz genau haben.

Die Alltagstauglichkeit ist für mich auf jeden Fall gegeben. Alles was ich bisher nachgekocht habe, hat gut funktioniert, gut geschmeckt und war in angemessener Zeit auf dem Tisch. Nicht jedes Gericht hat mich umgeworfen, den “Spinach and toasted orzo” muss ich nicht unbedingt nochmal kochen, aber er war trotzdem ordentlich. Die “Cauliflower and cumin fritters with mint yoghurt” gab es unterdessen dagegen schon mehrfach und jedes Mal waren sowohl der Mann als auch ich wieder positiv überrascht, wie schlicht sie aussehen und doch so gut schmecken. Auf den Blog hat es zwar noch kein Rezept geschafft, aber ich bin sicher, das wird noch kommen.

Update: Unterdessen gibt es nachgekochte Rezepte hier auf dem Blog:

Fazit

Auch hier eine Empfehlung von mir, vor allem wenn ihr diese Art der Küche mit Joghurt, Cumin und Tahin mögt. Geschmacklich geht das Buch ganz klar in diese eine Richtung, was ja auch Sinn ergibt, wenn es den Kochstil einer bestimmten Region repräsentieren möchte. Falls euch die meisten Ottolenghi-Rezepte von den Zutatenlisten her zu lang auf aufwändig waren, kann ich euch ebenfalls ermutigen “Falastin” eine Chance zu geben. Ihr bekommt zwar weniger ausgefeilte Geschmacksexplosionen, aber dafür deutlich alltagstauglichere Gerichte, die durchaus zu Klassikern in eurer Küche werden könnten.