13Dec/20
Aquarall-Weihnachtskarten für Anfänger

Einfache Weihnachtskarten für Aquarell-Anfänger – Tannenbäume und Eiskristalle

Weihnachtskarten sind – so man denn welche verschicken mag – eine schöne Gelegenheit ein bisschen zu basteln. Ich bin in dieser Hinsicht auch leicht vorbelastet: Seit ich denken kann bewundere ich jedes Jahr wieder, wie meine Mutter eine neue Idee für Karten umsetzt. Letztes Jahr habe ich mich zum ersten Mal rechtzeitig hingesetzt und selbst Karten gebastelt, dieses Jahr habe ich sogar geschafft den Vorgang für euch zu dokumentieren. Ich habe mit Aquarell gearbeitet und dabei zwei sehr einfache Nass-in-Nass-Techniken verwendet. Ein schöner Bonus ist, dass man damit gut üben kann wie viel Wasser und Pigment man wann braucht und wie die Farben beim trocknen ineinander fließen. Ein richtig gutes Anfängerprojekt also.

Die Materialien

Für die Aquarell-Motive braucht ihr:

  • Aquarellpapier (gerade für das Eiskristall-Motiv sollte es halbwegs dickes sein, wie viel Struktur ihr mögt ist Geschmackssache)
  • Aquarellfarben in Blau- und Grüntönen und ein Braun, außerdem die Geheimwaffe: Aquarellfarbe in Silber oder Gold (wie toll die schimmert konnte ich mit Fotos leider nicht richtig einfangen)
  • dicke Pinsel, 1-2 Wasserbehälter, ein Tuch zum Pinsel abwischen
  • für die Eiskristalle zusätzlich: Frischhaltefolie und Tesafilm oder Washi-Tape, um die Kartenränder abzukleben

Um die Karten fertig zu stellen:

  • fertige Kartenrohlinge oder passend zugeschnittenen festen Karton, mit passenden Karten-Einlegern
  • eventuell Aufkleber mit einem “Frohe Weihnachten”-Schriftzug oder einen passenden Gold-/Silberstift und schöne Handschrift
  • Klebestift um die gemalten Motive auf die Karten zu kleben, Schere zum Ausschneiden

Wie funktioniert es?

Schneidet aus eurem Aquarellpapier Rechtecke aus, die auf eure Kartenrohlinge passen. Ich finde es schön, wenn dabei ein 0,5-2 cm breiter Rand rundum frei bleibt. Ihr könnt die Kanten des Aquarellpapiers auch vorsichtig reißen, die etwas rustikale Optik passt meiner Meinung nach gerade beim Tannenbaum sehr gut.

Als nächstes bemalt ihr die Aquarellpapier-Stücke mit den Motiven eurer Wahl und lasst sie gut trocknen. Falls sie sich etwas wellen könnt ihr die gründlich durchgetrockneten Karten über Nacht unter ein paar dicke Bücher legen, damit sie wieder flach gedrückt werden. Wählt dann die schönsten aus, klebt sie auf die Kartenrohlinge und verseht sie vielleicht noch mit einem Schriftzug. Je nach Geschmack kann der Schriftzug auf dem Aquarellpapier, auf dem Rahmen außenherum oder auch quer über beides sein, was immer euch gefällt. Dann könnt ihr eure Weihnachtsgrüße in die Karteneinlagen schreiben, sie in die Karten stecken und verschicken.

Motiv “Tannenbaum”

Der Tannenbaum macht mit etwas Silber- oder Goldfarbe wirklich einiges her und mehr als einen halbwegs geschickten Schwung aus dem Handgelenk braucht ihr für ihn nicht.

  1. Beginnt mit viel Wasser und ein wenig Grünpigment auf einem recht großen Pinsel. Malt zunächst die grundsätzliche Form des Tannenbaums auf, also eine Schlingelschlangel-Linie die insgesamt ein Dreieck ergibt.
  2. Während die Linie noch feucht ist nehmt nun unterschiedliche Grün-Töne auf (viel Pigment, wenig Wasser) und tupft sie an verschiedene Stellen. Die Farbe wird sich innerhalb der vorgezeichneten feuchten Linie weiter verteilen. Setzt auf dieselbe Art und Weise auch silberne oder goldene Akzente. Achtet darauf, dass die gesamte Linie nicht antrocknet, solange ihr noch am einfärben seid. Denkt daran, dass die Farben beim trocknen noch mehr ineinander fließen – experimentiert am besten etwas herum.
  3. Malt nun dort, wo euer Baum große Lücken hat, noch zusätzliche “Äste” ein, mit genau derselben Technik wie bei der Hauptlinie. Also erst wieder viel Wasser und wenig Pigment, um die Grundform vor zu malen, dann mit viel Pigment Farbe hineinsetzen.
  4. Für den Stamm malt ihr mit viel Pigment einen senkrechten braunen Strich, dort wo die linke Kante des Stamms sein soll. Wascht das Pigment dann fast vollständig aus und erweitert mit dem feuchten Pinsel den Stamm zu einem Rechteck, dabei wird das braune Pigment sich ein wenig nach rechts ausbreiten, aber keine homogene Färbung entstehen.
  5. Wenn alles gut getrocknet ist, könnt ihr optional noch etwas “Schnee” erzeugen. Nehmt Silber oder Gold auf, haltet den Pinsel ca. 20-30 cm oberhalb eures Bildes in der Hand und schlagt ihn gegen einen Finger eurer anderen Hand. Dadurch spritzt die Farbe auf euer Bild. Alternativ könnt ihr auch die Pinselspitze mit einem Finger nach hinten biegen und die Spritzer durchs Loslassen erzeugen.

Motiv “Eiskristalle”

Das schöne Eiskristall-Muster entsteht mit Hilfe von Frischhaltefolie. Was erst mal merkwürdig klingt, ist ein schöner Trick, der tolle Zufallsmuster erzeugt und damit kleine Fehlerchen problemlos verzeiht.

  1. Klebt die Kanten eures Aquarellpapiers mit Tesafilm oder Washi-Tape ab, sodass ein schöner Rand entsteht. Am besten klebt ihr das Papier dabei unter leichter Spannung am Tisch, einem Holzbrett oder einem dicken Karton fest, damit es sich weniger wellen kann.
    Tipp: Falls euer Tesafilm die Papieroberfläche beim Abziehen teilweise mit abreißt, könnt ihr den Tesafilm vor dem Festkleben einige Male an eure Hose kleben und wieder abziehen. Durch kleine Flusen, die dabei an der Klebefläche hängen bleiben, wird die Klebewirkung schwächer.
  2. Nehmt mit einem dicken Pinsel nur Wasser auf und befeuchtet das gesamte Papier gleichmäßig. Es soll leicht glänzen, aber nicht getränkt sein und es dürfen keine richtigen Pfützen entstehen.
  3. Nehmt jetzt unterschiedliche Blautöne auf den Pinsel (viel Pigment, wenig Wasser) und malt große Flecken in die nasse Oberfläche. Ihr könnt auch etwas Grün oder Lila dazwischen setzen. Die Farbflächen sollten den Großteil der Oberfläche bedecken, aber gerne ungleichmäßig sein und auch kleine weiße Flächen sind kein Problem. Ihr könnt insgesamt alles eher hell halten oder großzügiger Pigment verteilen, wie ihr mögt.
  4. Aquarall-Weihnachtskarten für Anfänger
    Legt jetzt ein Stück Frischhaltefolie es auf die nasse Farbe, sodass überall Falten entstehen. Ihr könnt die Folie auch problemlos noch verschieben und die Falten verändern, wenn sie schon auf der Farbe liegt. Zupft also ruhig herum, bis euch die Struktur gefällt. Wenn alles getrocknet ist, sollte sich entlang den Falten die schöne Eisstruktur gebildet haben.
  5. Lasst das Bild mindestens 30 min antrocknen, bevor ihr die Folie wegnehmt – die Farbe sollte nicht mehr anfangen zu laufen. Lasst es dann noch ordentlich durchtrocknen, bevor ihr das Washi-Tape/den Tesafilm entfernt.
  6. Optional könnt ihr jetzt noch Schneeflocken/Spritzer auf eurem Eis-Bild verteilen, siehe den letzten Schritt beim Tannenbaum.

Und fertig

Das war auch schon alles, die Karten sind fertig. Vielleicht habt ihr ja Lust aufs Basteln bekommen und möchtet dieses Jahr – in dem alles anders ist – ein paar liebe Grüße verschicken. Wie auch immer ihr die ruhige Zeit gestalten werdet: Macht es euch schön, tut euch was Gutes und bleibt gesund!

06Dec/20
Rentier-Schokoplätzchen

Rentier-Schokoplätzchen mit Brezel-Geweih

Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so sehr und so früh auf Weihnachten gefreut habe. Aber dieses Jahr ist ja bekanntlich alles anders. Dekoration hängt bei mir schon längst, der erste Stollen wurde Anfang November gebacken und bald darauf vollständig vernichtet und auch einen richtigen Adventskranz habe ich. Leider bin ich aktuell gesundheitlich nicht auf der Höhe (nein, zum Glück kein Zusammenhang zur Pandemie), was bedeutet, dass ich im Moment deutlich mehr Suppe esse als Weihnachtsnaschereien.

Aber langsam geht es mir besser und zumindest ein wenig Plätzchen backen macht wieder Spaß. Und so sind diese süßen Schoko-Rentiere entstanden. Sie warten auf mit einem köstlichen Schoko-Teig mit weihnachtlichen Gewürzen und bieten viel Gelegenheit meditatives Dekorieren zu betreiben – oder es doch eher kurz und knackig zu halten, je nach Laune. Die Salzbrezeln richtig zu brechen hat mich erst etwas geärgert, aber klappte dann doch noch ganz gut und unterschiedliche Geweihformen schaden ja nicht. Etwas anspruchsvoll waren bei mir auch die Augen, deshalb gibt es nur wenige Rentiere mit, aber ihr könnt sie auch komplett weglassen oder durch fertige Zuckeraugen ersetzen.

Alle meine Plätzchenrezepte findet ihr übrigens in dieser Weihnachtsgebäck-Übersicht. Die Elisen-Lebkuchen, Zitronenbusserl und Schoko-Kaffee-Schnecken gibt es dieses Jahr auf jeden Fall auch wieder.

Die Vorlage für das herrlich mürbe Teigrezept der Rentiere stammt aus dem Buch “Sweet” von Yotam Ottolenghi, allerdings mit zusätzlichen Gewürzen und knallhart halbierter Zuckermenge. So sind die Plätzchen eher dezent süß, was für mich mit der Dekoration oben drauf perfekt stimmig ist. Wenn ihr große Süßschnäbel seid, könnt ihr den Zucker aber natürlich auch bedenkenlos wieder erhöhen.

Viel Spaß beim Backen und Dekorieren und einen schönen zweiten Advent!

Rentier-Schokoplätzchen mit Brezel-Geweih

Niedliche und schokoladige Rentier-Plätzchen mit weihnachtlichen Gewürzen.

Rentier-Schokoplätzchen

Zutaten

für ca. 2 Bleche

    Teig:
  • 190 g Butter oder Margarine, Raumtemperatur
  • 65 g Zucker
  • 0,5 TL Salz
  • 220 g Mehl
  • 0,25 TL Back-Natron
  • eine großzügige Prise Zimt
  • eine kleinere Prise Muskatblüte und Kardamom
    Dekoration:
  • 100 g Zartbitterkuvertüre
  • Mini-Salzbrezeln
  • rote Smarties (oder Cranberries oder kleine Zuckerherzen)
  • Zuckeraugen
  • oder für das weiße Zuckerguss oder Marzipan und für die Pupille schwarze Zuckerperlchen, Mohn oder Nigella

Zubereitung

  1. Butter/Margarine, Zucker und Salz schaumig schlagen.
  2. Mehl, Natron und Gewürze in einer seperaten Schüssel vermischen. In zwei Etappen zur Butter-Mischung geben und kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. (Steigt zwischendurch am besten von der Maschine auf die Hand um.)
  3. Zu einer Scheibe formen und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens 1 h lang kühlstellen.
  4. Ofen auf 160°C Umluft vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche bis auf 3-5 mm Dicke ausrollen und Kreise ausstechen. 15 min lang backen, dann auf dem Blech auskühlen lassen, damit sie beim Herunternehmen nicht zerbrechen.
  5. Die Kuvertüre grob hacken, dann im Wasserbad oder in vorsichtigen Etappen in der Mikrowelle schmelzen. Derweil die Salzbrezeln in Hälften brechen, die Geweihen ähneln.
  6. Die Plätzchen mit Kuvertüre bestreichen und als Rentiere mit Geweih, Augen und roter Nase dekorieren.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/12/rentier-schokoplatzchen-brezel-geweih.html
04Nov/20
Vegetarischer Labskaus

Vegetarischer Labskaus nach Küchenlatein – “Koch mein Rezept”

Es gibt so viele tolle Foodblogs da draußen! Viele kennt man gar nicht oder hat nur mal kurz vorbei geschaut, sie aber nicht richtig gewürdigt. Um dem entgegen zu wirken, hat Volker von “Volker mampft” die Aktion “Koch mein Rezept – Foodblogs neu entdeckt” ins Leben gerufen, bei der Foodblogger Rezepte von anderen Blogs nachkochen und sie vorstellen. Diese Runde bin ich mit dabei und mir wurde Küchenlatein zugelost. Definitiv kein unbekannter Name für mich, aber auch kein Blog, den ich regelmäßig besuche. (Wobei ich seit vielen Monaten ohnehin kaum noch Blogs lese, aber das ist ein anderes Thema.)

“Küchenlatein” von Ulrike Westphal gibt es schon seit 2005, ganze 15 Jahre – ein echtes Urgestein also. Der Blog hat über all die Zeit genau diese direkte Note eines persönlichen Notizbuchs behalten, die ich an Blogs so liebe. Das Layout ist ganz klassisch, man kann sich genüsslich in die Vergangenheit scrollen. Jedes Rezept wird mit kurzem Einleitungstext vorgestellt, immer ist auch eine Quelle angegeben und Ulrike markiert sogar genau, was ihre persönlichen Abwandlungen waren. Da ihr die lokalen Produkte aus Schleswig-Holstein ein großes Anliegen sind, steht dort zum Beispiel, dass statt Taleggio der Cremeer eines örtlichen Hofes wurde oder die Crème Fraiche von einer lokalen Meierei stammt. Es gibt süßes (diese Kuchen!), herzhaftes und auch tolle Sauerteigbrote. Insgesamt lauter nahbare Rezepte, die direkt zum Nachkochen und -backen einladen und mit appetitlichen Fotos versehen sind. Man fühlt sich als dürfe man direkt durch die geöffnete Küchentür spähen.

Bei so vielen Rezepten ist mir die Auswahl schwer gefallen und ich habe viel geblättert. Schließlich bin ich über den Vegetarisches Labskaus oder Rote-Beete-Kartoffelstampf gestolpert, genau so ein Rezept wollte ich schon länger testen. Anders als Ulrike fand ich als Rote Beete-Fan das Beete-Kartoffelverhältnis von 1:2 perfekt. Insgesamt ist das Gericht eine tolle Mischung aus erdig, säuerlich, süßlich und auch wenn ich sonst bei der Kombination aus Kartoffeln und Ei skeptisch bin, hat sie hier für mich richtig gut funktioniert. Dreimal (!) gab es diesen vegetarischen Labskaus unterdessen schon bei mir, so gut fand ich ihn.

Schaut unbedingt mal bei Küchenlatein vorbei und holt euch Inspiration für das nächste Abendessen oder den Sonntagskuchen. Ulrike, es war mir eine Freude deinen Blog besser kennen zu lernen!

Rote Beete-Kartoffelstampf / Vegetarischer Labskaus

Ein bunter Teller voller köstlicher Komponenten: erdiger Rote Beete-Kartoffelstampf trifft säuerliche Essiggurken, süßliche Zwiebeln und frisches Spiegelei.

Vegetarischer Labskaus

Zutaten

für 1 Person

    Für den Stampf:
  • 200 g Kartoffeln (bei mir vorwiegend festkochend)
  • 40 ml heiße Gemüsebrühe
  • 30 ml Essiggurkenwasser
  • 10 g Butter
  • 1 kleine (ca. 100 g) bereits gegarte rote Beete
  • Salz, Pfeffer
    Außerdem:
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 5 g Butter
  • Prise Dill
  • Prise Zucker
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Ei
  • 2 Essiggurken

Zubereitung

  1. Für den Stampf die Kartoffeln ca. 40-50 min lang gar kochen (je nach Größe, aber sie sollen ordentlich gar sein).
  2. Kartoffeln abschrecken, pellen und zerstampfen. Die Brühe, Gurkenwasser und Butter untermischen.
  3. Rote Beete fein hacken und unter den Kartoffelstampf mischen, abschmecken mit Salz und Pfeffer. Warmstellen, z.B. im Ofen, der Mikrowelle oder im noch warmen Topf mit Deckel.
  4. Die Zwiebel abziehen, in Halbringe schneiden und in der Butter geduldig braten, bis sie goldbraun ist – ca. 10 min lang. Dann Dill, Zucker, Salz und Pfeffer zugeben und ebenfalls warm stellen. Wenn ihr geschickt seid und eure Pfanne groß genug, könnt ihr die Zwiebeln auch einfach beiseite schieben um Platz zu machen für das Ei, das jetzt folgt.
  5. Das Ei zu einem Spiegelei braten und den Stampf zusammen mit Zwiebeln, Essiggurken und Spiegelei sofort servieren.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/11/vegetarischer-labskaus-rote-beete-kartoffelstampf.html
22Oct/20
Kürbis-Curry mit Kokos

Kürbis-Curry mit Spinat und Kokosmilch nach Meera Sodha

Es ist Kürbiszeit. Nicht mein Lieblingsgemüse, gar nicht – so wenig, dass ich vor einigen Jahren extra ein 6-wöchiges Kürbis-Projekt gestartet hatte, um vielleicht doch noch etwas Zuneigung zu den lustigen orangen Gesellen zu entdecken. Tatsächlich entdeckte ich einige Kombinationen, die ich recht gut fand, aber trotzdem verfalle ich nicht in ekstatische Freude, wenn die Saison beginnt. Umso verblüffender ist es, wenn mich ein Kürbisrezept dann doch mal richtig begeistert.

Es stammt, wieder mal, aus “Indisch Vegetarisch” von Meera Sodha und heißt im Original “Kürbis-Curry mit Augenbohnen und Kokos”. Die Bohnen habe ich dank meinem zickigen Verdauungssystem wieder weglassen müssen und dafür Spinat ergänzt, der sich meiner Meinung nach hervorragend macht und ein wenig mehr Frische in das Curry bringt. Insgesamt ist es ein Gericht zum reinlegen. Es will in eine große Schüssel gefüllt, mit auf die Couch genommen und mit einem Löffel gegessen werden, am besten kuschelt ihr euch derweil in eine Decke und zündet eine Kerze an, während draußen ein regnerischer Herbststurm wütet. Aber ja, zur Not geht ein Esstisch natürlich auch.

Es ist süßlich, cremig, würzig, wärmend und echtes Wohlfühlessen und allzu lang in der Küche stehen müsst ihr dafür auch nicht. Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich noch nie ein besseres Kürbisgericht gegessen habe und auch vom Mann kam reichlich Lob, was definitiv ein Qualitätsmerkmal ist. Tut euch den Gefallen und probiert es aus.

Kürbis-Curry mit Spinat und Kokosmilch

Ein köstliches Herbstgericht mit einer großzügigen Ladung Gewürze, das die Seele wärmt.

Kürbis-Curry mit Kokos

Zutaten

für 2 Personen

    Kürbis:
  • 0,8 kg Kürbis (bei mir Hokkaido)
  • 0,75 EL Garam Masala
  • 0,5 TL Salz
  • 1 EL Rapsöl
    Curry:
  • 1 kleine Zwiebeln
  • 1 große Knoblauchzehen
  • 150 g Tomaten
  • 1 EL Kokos- oder Rapsöl
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 EL getrocknete Curryblätter (nach Belieben)
  • nach Belieben 1 Chili, halbiert und entkernt
  • 300 ml Kokosmilch
  • großzügige Messerspitze TL Kurkuma
  • 200 g TK-Spinat
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  1. Kürbis waschen, ggf. schälen (bei Hokkaido nicht nötig), entkernen und zunächst in maximal 2 cm breite Halbmonde schneiden, dann in mundgerechte Stücke. Mit Garam Masala, Salz und Rapsöl vermischen.
  2. Auf zwei Backblechen ausbreiten und für 30 min bei 200°C Umluft rösten, bis der Kürbis gar und schön weich ist.
  3. Derweil Zwiebel abziehen und in dünne Halbringe schneiden, Knoblauch abziehen und hacken. Tomaten in Spalten schneiden.
  4. 1 EL Kokos- oder Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, Senfsamen und Curryblätter zugeben und kurz braten, bis die Senfsamen anfangen zu springen. Zwiebel und nach Belieben Chili zugeben und ca. 12 min lang geduldig braten, bis die Zwiebel goldgelb ist. Knoblauch zugeben und einige Minuten weiter braten, dann Tomaten untermischen und einige weitere Minuten garen lassen, bis sie weich sind.
  5. Kokosmilch angießen und Kurkuma, 1/4 TL Salz und eine großzügige Ladung Pfeffer unterrühren. Den gerösteten Kürbis und den aufgetauten Spinat dazugeben, 5 min lang durchwärmen lassen, dann mit Salz abschmecken.
https://herbs-and-chocolate.de/2020/10/kurbis-curry-spinat-kokosmilch.html
16Oct/20
Knoblauch-Naan

Indisches Naan mit Knoblauch und Schwarzkümmel – World Bread Day 2020

Drei Sauerteigbrote mit mehreren Garstufen und ein Hefebrot, das gleich mehrere Tage im Kühlschrank ruht – mit diesen Rezepten habe ich bisher beim Blogevent von kochtopf.me zum World Bread Day mitgemacht, das jedes Jahr am 16. Oktober stattfindet. Ihr findet sie bei mir unter dem Label WorldBreadDay, aber sie sind nicht unbedingt die Art Rezept, auf die sich ein Brot-back-Anfänger stürzen würde. Die Fachbegriffe und die langen Garzeiten wirken ja doch etwas abschreckend, man muss vorausplanen und außerdem hat natürlich längst nicht jeder einen Sauerteig daheim. Als Kontrast habe ich dieses Jahr ein deutlich schlichteres Brot gebacken, um zusammen mit vielen anderen Bloggern rund um den Globus dieses gewöhnliche und doch so besondere Lebensmittel zu feiern.

Es gibt bei mir Naan, passend zu den vielen indischen Rezepten, auf die ich mich in letzter Zeit stürze. Nun habe ich schon sehr unterschiedliche Dinge gehört, was ein Naan zum Naan machen soll. Auf jeden Fall enthält der Teig ein Triebmittel, traditionell Hefe, heutzutage aber wohl auch gern schlichtes Backpulver. Sehr oft wird Joghurt in den Teig gegeben, das muss aber auch nicht, und mal wird Milch, mal Wasser, mal eine Mischung verwendet. Dann wiederum habe ich gehört, dass Naan immer aus hellem Mehl sein soll, während Roti aus Vollkornmehl wären – aber das Roti aus meinem indischen Kochbuch des Vertrauens ist auch aus hellem Mehl.

Nun, Naan wird in vielen Gegenden gebacken und ich bin sicher jede Familie hat ihr etwas eigenes Rezept. Deshalb hoffe ich, dass auch meine Variante als Naan durchgeht, eben mit meiner persönlichen Note. Ich verwende Hefe als Triebmittel, allerdings mit einer “üblichen” Gardauer von 1-2 h. Außerdem etwas Vollkornmehl für einen nussigeren Geschmack – alternativ schmeckt das Fladenbrot auch komplett aus Dinkelmehl 1050 sehr fein. Außerdem bestreue es vor dem Backen mit Knoblauch, weil ich oft zu faul bin extra Knoblauchbutter herzustellen. Und keinesfalls fehlen darf mein geliebter Nigella, auch genannt Schwarzkümmel. Dazu ein leckeres Curry und ich bin glücklich. Aber ehrlich gesagt esse ich das Naan auch gerne schlicht pur, am besten direkt aus der heißen Pfanne…

Naan mit Knoblauch und Schwarzkümmel

Lockeres Naan mit der leichten Säure von Joghurt, das noch heiß und mit zerlaufender Butter bestrichen serviert wird.

Knoblauch-Naan

Zutaten

für 2 kleine Naans (Beilage für 1 Person)

    Teig:
  • 75 g Weizenmehl 405
  • 25 g Vollkornweizenmehl
  • alternativ: 100 g Dinkelmehl 1050
  • 30 g / 1 geh. EL Joghurt
  • 1/4 TL Salz
  • Prise Zucker
  • 1/2 TL Trockenhefe
  • 35 ml warmes Wasser
    Für oben drauf:
  • Nigella nach Belieben
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter

Zubereitung

  1. Alle Zutaten für den Teig zu einem geschmeidigen Teig verkneten, bei Bedarf noch ein klein wenig mehr Wasser zugeben. Verwendet etwas wärmeres Wasser als sonst für einen Hefeteig, damit ihr die Kühle des Joghurts ausgleicht. Der fertige Teig sollte sich neutral bis leicht warm anfühlen.
  2. Abgedeckt an einem warmen Ort 1-2 h gehen lassen, bis er sein Volumen merklich vergrößert hat. Alternativ für noch mehr Aroma nur 1 h gehen lassen und dann für 4-16 h in den Kühlschrank stellen.
  3. Den Teig halbieren und jedes Stück auf ca. 0,5 cm Dicke ausrollen. Mit Nigella und dem gehackten Knoblauch bestreuen und noch einige Male darüber rollen, damit sie gut im Teig haften.
  4. Eine leere Pfanne aufheizen, bis sie ordentlich heiß ist. Die Naan-Fladen ohne Fett von beiden Seiten für 1-2 min backen, bis sie schön gebräunt sind. (Wenn ihr größere Mengen macht, eignet sich auch ein stark aufgeheiztes Blech im Ofen zum darauf backen.)
  5. Mit einem Stück Butter über die noch heißen Naan-Fladen fahren, sodass sie schön eingebuttert werden. Noch warm essen.

Anmerkung

Alternativ kann auch aus Knoblauch und Butter vorab Knoblauchbutter hergestellt werden und die frischen Naan erst nach dem Backen damit bestrichen. Dann am besten den gehackten Knoblauch für einige Minuten in der heißen Butter garen lassen, damit er nicht zu scharf schmeckt.

https://herbs-and-chocolate.de/2020/10/naan-knoblauch-schwarzkummel-world-bread-day-2020.html