01Mar/18
Joghurt selbst machen

Joghurt selbst machen – ohne “Joghurt Maker”

Mit einer ganzen Reihe Mikroorganismen im Küchenumfeld bin ich unterdessen schon per Du. Mein Sauerteig blubbert fröhlich im Kühlschrank vor sich hin und Sauerkraut und andere Fermente waren auch schon zu Gast. Da passt selbstgemachter Joghurt wunderbar in die Reihe, zumal ich den Prozess bei meiner Mutter schon x-fach gesehen habe. Er ist so simpel, dass ich auf Twitter und Instagram gefragt habe, ob euch ein Blogpost dazu überhaupt interessiert, aber die große Mehrheit war dafür. Also gibt es heute ein kleines How-To fürs Joghurt selbst machen.

Warum überhaupt Joghurt selbst machen?

Je nach verwendeter Milch und Starterkultur kann das günstiger sein als welchen zu kaufen und man spart sich Plastikmüll bzw. Pfandglas. Außerdem bekommt man einen Joghurt mit wirklich lebendigen Kulturen – ähnlich wie beim selbst hergestellten Sauerkraut profitiert man so deutlich mehr von der positiven Wirkung der Mikroorganismen. Die wichtigsten Punkte für mich persönlich waren aber, dass es a) irgendwie spannend ist (schon, oder?) b) mir der selbstgemachte Joghurt meistens besser schmeckt und c) unsere Milch ab und zu schlecht wird, weil wir sie nicht schnell genug verbrauchen. Da bietet es sich an die Hälfte davon zu Joghurt zu verarbeiten.

Das Grundprinzip ist denkbar einfach:

  1. Milch auf 40-45°C erwärmen
  2. “Impfen” mit aktiven Joghurtkulturen
  3. 8-12 h in einem Isolierbehälter stehen lassen
  4. Fertig!

Die Joghurtkulturen stammen üblicherweise aus einem Esslöffel vom letzten selbstgemachten Joghurt. Beim ersten Mal kann man einen im Supermarkt gekauften Joghurt mit halbwegs aktiven Kulturen verwenden oder auch eine spezielle Joghurt-Starterkultur, damit klappt es etwas zuverlässiger. Vermutlich wird der erste Joghurt noch sehr flüssig bleiben, weil die Kulturen noch nicht aktiv genug sind, das gibt sich aber nach ein bis zwei Mal überimpfen.

Dass der Joghurt sehr flüssig wird passiert auch, wenn die Kulturen zu alt und schwach werden, um die Milch noch ordentlich zu verarbeiten. Das sollte allerdings erst nach 10-20 Mal Überimpfen der Fall sein. Aber wundert euch nicht: selbstgemachter Joghurt ist immer etwas flüssiger als gekaufter, weil natürlich keinerlei Verdickungsmittel enthalten sind. Außerem schmeckt er etwas säuerlicher, was ich persönlich sehr gerne mag – nicht ohne Grund steht auf den zu kaufenden Joghurts meistens “mild”.

Und das Zubehör?

Es gibt fancy Sets zur Joghurtherstellung, aber ganz ehrlich – die braucht es nicht. Was ihr benötigt ist ein Topf zum Erwärmen, ein lebensmitteltaugliches Thermometer für um die 40°C und irgendein Isoliergefäß, das den Inhalt für etwa 10 h auf Temperatur hält. Ich verwende schlicht ein Fieberthermometer und ein Suppen-to-go-Gefäß und die Bakterien nehmen mir das offensichtlich nicht übel. Ihr müsst auch nichts vorab sterilisieren, normal gespült und sauber genügt vollkommen. Der Zeitaufwand sind also ca. 10 min am Abend und am nächsten Morgen nochmal 5 min zum Verräumen und Abspülen. Überschaubar, oder? Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Johurt selbst machen

Ganz einfach und ohne spezielles Zubehör lässt sich Joghurt in der heimischen Küche herstellen.

Johurt selbst machen

Zutaten

für ca. 500 ml Joghurt

  • 0,5 l Milch (3,5 % Fett oder 1,5 % Fett)
  • 2 EL Joghurt mit aktiven Bakterien
  • (siehe Anmerkung unten)
    Zubehör:
  • Thermometer für den Bereich 35-45°C
  • (Fieber- oder Schokoladenthermometer)
  • Isolierbehälter für ca. 500 ml

Zubereitung

  1. Den Isolierbehälter mit warmem Wasser befüllen und für ca. 30 min stehen lassen, damit er angenehm vorgewärmt ist. Das verwendete Wasser sollte um die 40-50 °C haben - überprüft am besten einmal wie heiß euer Wasser aus der Leitung kommt.
  2. Die Milch in einem Topf unter Rühren langsam erwärmen, bis sie auf etwa 42°C kommt. Je nach Bakterienkultur ist irgendwas zwischen 42 und 45°C optimal, aber wenn ihr keine genaue Angabe habt, lasst es lieber etwas kühler.
  3. Vom Herd nehmen und für einige Minuten beobachten, ob die Temperatur ungefähr auf dem Level bleibt. Wir wollen vermeiden, dass der heiße Topf noch nachwirkt, die Temperatur weiter steigt und die Milchsäurebakterien schädigt.
  4. Wenn sich die Temperatur im Bereich 40-45°C bewegt, den Joghurt einrühren. Wieder die Temperatur überprüfen und ggf. nochmal ein klein wenig erwärmen, sodass die Mischung auf ungefähr 42°C kommt.
  5. Das warme Wasser aus dem Isolierbehälter weggießen, stattdessen die Milch-Mischung einfüllen und verschließen.
  6. Für 10-12 h stehen lassen. Der Inhalt sollte danach fester geworden sein und leicht säuerlich nach Joghurt riechen und schmecken. (Nicht wundern, lauwarmer Joghurt riecht und schmeckt doch etwas anders als kühlschrankkalter.) Umfüllen in ein Glasgefäß und im Kühlschrank lagern.

Anmerkung

Ich habe als Startjoghurt den Bulgara Joghurt von Bayernland verwendet. Haltet Ausschau nach einem Joghurt, der mit noch lebendingen Kulturen wirbt. Alternativ findet ihr spezielle Starterkulturen in Reformhäusern oder online.

https://herbs-and-chocolate.de/2018/03/joghurt-selbst-machen-ohne-zubehor.html

22Feb/18
Lauch-Feta-Quiches

Mini-Lauch-Quiches mit Feta – Saisonal schmeckt’s besser

Die zweite Runde des Foodblogger-Saisonkalenders ist da! Für den Februar haben wir uns rote Beete und Lauch vorgenommen, beides Gemüsesorten, die ich sehr gerne mag und oft esse. Aber etwas mehr Abwechslung schadet da trotzdem nicht, gerade Lauch esse ich fast immer in Form der russisch-inspirierten Lauch-Pasta. Eigentlich schade, denn der grüne Kumpane kann noch deutlich mehr – in Quiches passt er beispielsweise auch hervorragend.

Ich nehme mir eher selten die Zeit Quiche zuzubereiten, denn mit Teig und Füllung steht man doch ein Weilchen in der Küche. Und ich mache es mir gerne noch zusätzlich schwerer indem ich Mini-Quiches in einem Muffinblech backe. Die sehen einfach so niedlich aus und passen wunderbar in Bentoboxen. Ein kleiner Vorrat davon im Tiefkühler hat mir letzthin schon wieder ein Mittagessen fürs Büro gerettet.

In diesem Fall habe ich das Rezept sehr simpel gehalten: Lauch, Feta und ein bisschen zum Zusammenhalten. Aber das ist es auch, was ich an Lauch so liebe, er braucht einfach nicht viel außenrum. Gleichzeitig ist er vielfältig einsetzbar und verträgt sich mit fruchtigen Geschmäckern, alles Richtung Tomate, Sahne oder Sauermilchprodukten, er passt in Omas deftige Kartoffelsuppe genauso gut wie in einen griechisch inspirierten Auflauf oder zu indischen Gewürzen. Man kann ihn quasi nicht falsch kombinieren. Esst mehr Lauch!

Auch diesen Monat gibt es natürlich wieder eine lange Liste Rezepte von verschiedensten Blogs. Wer absolut kein Rote Beete-Fan ist wird zumindest beim Lauch garantiert fündig! Aber klickt euch doch einfach selbst durch:

Saisonal kochen Januar

Und auch diesen Monat hat Nadine wieder ein wunderschönes PDF mit allen Rezepten erstellt! Hier könnt ihr es herunterladen: “Saisonal schmeckt’s besser” – Februar

Mini-Lauch-Quiches mit Feta

Simpel und doch so gut. Bei der Kombination aus dem Wintergemüse Lauch und Feta kann man einfach nichts falsch machen!

Mini-Lauch-Quiches mit Feta

Zutaten

für ca. 10 Mini-Quiches

    Füllung:
  • 750 g Lauch
  • 100 g Feta
  • 1 Ei
  • 100 ml Milch
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL/40 g Frischkäse
  • gehackter Rosmarin (am besten frisch)
  • Prise Muskat
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
    Teig:
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 105 g Magerquark
  • 4 EL Rapsöl
  • 4 EL Milch
  • 1/4 TL Salz
  • Prise Zucker

Zubereitung

  1. Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.
  2. Lauch waschen, putzen und in Halbringe schneiden. In Olivenöl etwa 10-15 min anbraten, bis der Lauch gar und leicht gebräunt ist.
  3. Für den Teig alle Zutaten zusammenkneten. Ein Muffinblech bereitstellen, die Mulden einfetten und jede Mulde mit Teig auskleiden. Den Teig einige Male einstechen und im vorgeheizten Ofen bei 180°C Umluft ca. 10 min lang vorbacken.
  4. Den gebratenen Lauch vermischen mit den restlichen Zutaten für die Füllung, also zerkrümeltem Feta, Ei, Milch, einer zerdrückten (oder fein gehackten) Knoblauchzehe, Frischkäse, gehacktem Rosmarin, Muskat, Salz und Pfeffer.
  5. Füllung die vorgebackenen Teigböden einfüllen und nochmal 25 min backen, bis die Quiches schön gebräunt sind.
https://herbs-and-chocolate.de/2018/02/lauch-feta-quiche.html

24Jan/18
Bananen-Porridge

Aktuelle Obsessionen: Bananen-Porridge und Yoga

Dass ich im Winter eine Porridge-Phase habe, ist nichts neues. Cremig, schnell gemacht und wunderbar wärmend ist es momentan definitiv mein liebstes Frühstück. In den letzten zwei Monaten habe ich aber eine zweite, neuere “Sucht” entwickelt, der ich fast täglich nachgehe – Yoga. Das mache ich schon länger sporadisch, aber seit einigen Wochen bin ich deutlich häufiger auf der Matte.

Zwei meiner liebsten Yoga-Kanäle auf Youtube veranstalten im Januar eine 30-Tage-“Challenge” und ich picke mir immer das Video heraus, das mich gerade mehr anlacht. Die regelmäßige Praxis hat spürbare Auswirkungen. Zum einen werde ich langsam einen Hauch flexibler – wobei ich nicht meine, dass die Fersen beim herabschauenden Hund den Boden berühren, sondern dass ich überhaupt erst Rücken und Beine gleichzeitig ordentlich strecken kann. (Ja, das ist neu.) Zum anderen werde ich immer besser darin zu akzeptieren wie ich gerade drauf bin und mich weniger dafür zu verurteilen, wenn es mal nicht so klappt. Eine sehr schöne Erfahrung, die ich nicht mehr missen will!

Ebenfalls nicht missen will ich aktuell mein Bananen-Porridge. Irgendwie bin ich gerade auf dem Bananen-Trip und gerade im warmen Porridge kombiniert mit Datteln und Kokosflocken schmecken sie einfach so unverschämt gut. Ich weiß unterdessen auch ganz genau wie viel Wasser ich brauche und wie lange meine Schüssel in der Mikrowelle kreisen muss bis zur perfekten Konsistenz. Ganz so exakt konnte ich euch das nicht aufschreiben, weil jede Mikrowelle anders ist und ihr vielleicht auch euer Porridge etwas flüssiger oder zäher mögt, aber das ist kein Problem: Wenn es zu zäh wird, gebt einfach etwas mehr Flüssigkeit zu, und wenn es noch zu flüssig ist, kocht es noch ein wenig weiter. Nur das Rühren solltet ihr keinesfalls vergessen, vor allem wenn ihr die Zubereitung im Topf wählt…

Was ist eure aktuelle Essens- oder sonstige Obsession?

 

Bananen-Porridge (aus der Mikrowelle oder dem Topf)

Cremig, wärmend, sättigend und wohltuend - Porridge ist das perfekte Winterfrühstück. Mit Banane, Datteln und Kokosflocken startet man auf jeden Fall gut in den Tag!

Bananen-Porridge (aus der Mikrowelle oder dem Topf)

Zutaten

für 1 Portion

  • 1 Banane
  • 1 Dattel
  • 5 EL zarte Haferflocken (ca. 40-50 g)
  • Prise Vanille oder Zimt
  • Prise Salz
  • 1 Schuss Kuh-, Kokos- oder Nussmilch
  • 1 TL Kokosraspeln
  • Süßungsmittel nach Belieben (Ahornsirup, Kokosblütenzucker, Honig...)

Zubereitung

  1. Banane schälen, längs vierteln und in kleine Stücke schneiden. Dattel in kleine Stücke hacken. Zusammen mit den Haferflocken, der Prise Vanille/Zimt und einer Prise Salz in einen Topf oder eine Schüssel geben.
  2. Für die Topf-Variante so viel Wasser zugeben, bis alles reichlich bedeckt ist. Einmal aufkochen und einige Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis ein dicklicher Brei entstanden ist.
    Für die Mikrowellen-Version nur so viel Wasser zugeben, bis alles knapp bedeckt ist. Dann zunächst für 1 min bei voller Leistung erhitzen, dann einmal umrühren und nochmals für ca. 20-40 Sekunden erhitzen.
  3. Je nach gewünschter Konsistenz einen Schuss Milch unterrühren. (Ihr könnt natürlich auch von Beginn an einen Teil des Wassers durch Milch ersetzen.)
  4. Mit Kokosrapseln bestreut mit eurem liebsten Süßungsmittel servieren.

Anmerkung

Statt Kokosraspeln passen auch Walnüsse als Topping ausgezeichnet.

https://herbs-and-chocolate.de/2018/01/bananen-porridge-mikrowelle.html

18Jan/18
Wirsing-Tomatensuppe

Wirsing-Tomatensuppe aka Pizzasuppe – Saisonal schmeckt’s besser

Habt ihr manchmal das Gefühl, ständig das Gleiche zu kochen? Immer dasselbe zu kaufen und auf die immer gleiche Art und Weise zuzubereiten? In solchen Phasen nehme ich mir gerne vor, häufiger zu saisonalen Produkten zu greifen. Das führt automatisch dazu, dass Dinge in meinem Einkaufswagen landen, die ich sonst eher nicht kaufe und ich Abwechslung auf dem Teller habe – und nebenbei tue der Umwelt was gutes, denn saisonale Produkte haben deutlich kürzere Transportwege und müssen nicht lange eingelagert werden.

Habt ihr auch Lust mal wieder bewusster auf die Saison zu achten? Damit ihr genug Inspiration bekommt, hat sich eine Gruppe Foodblogger zusammengefunden, um euch jeden Monat Rezepte zu zwei verschiedenen saisonalen Gemüsesorten zu servieren. Das Motto: “Saisonal schmeckt’s besser! Der Foodblogger Saisonkalender“.

Für Januar steht Rosenkohl und Wirsing zur Wahl und ich habe mich für den sympathisch-knittrigen großen Kohl entschieden. (Vielleicht auch, weil das Putzen weniger mühsam ist. Vielleicht.) Passend zur kalten Jahreszeit gibt es Suppe. Zum Wirsing gesellen sich Karotten, eine Dose stückige Tomaten und eine Handvoll Gemüse, das noch im Tiefkühler herumgeflogen ist – da könnt ihr problemlos kreativ sein, Wurzelgemüse oder verschiedene Bohnen passen besonders gut. Mit dem Paprikapulver, Oregano und etwas Käse obendrauf hat mich die Suppe spontan an Pizza erinnert. Und an die Uni-Mensa in Augsburg, wo es auf jeden, wirklich jedes, Nudelgericht eine Ladung geriebenen Gouda gab.

Ein Wirsing ist meistens etwas größer riesig, ihr werdet also sicher Reste haben. Perfekte Gelegenheit gleich noch ein paar andere Wirsinggerichte zu versuchen! Die gesamte Liste aller Teilnehmer und ihrer Rezepte findet ihr hier:

Saisonal kochen Januar

Und es wird noch besser: Nadine vom Möhreneck hat sich die Mühe gemacht alle Rezepte in einem wunderschönen PDF zusammen zu fassen! Hier könnt ihr es herunterladen: “Saisonal schmeckt’s besser” – Januar

 

Wirsing-Tomatensuppe

Dank Dosentomaten, Oregano und einer großzügigen Portion Käse erinnert dieser winterliche Eintopf ein wenig an Pizza. Wohlfülessen ist er in jedem Fall!

Wirsing-Tomatensuppe

Zutaten

für 1-2 Personen

  • 1/4 von einem kleinen Wirsingkopf
  • 1 mittlere Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • nach Belieben weiteres Wurzelgemüse oder Bohnen
  • 1 Dose stückige Tomaten
  • Gemüsebrühe
  • Prise getrockneter Oregano
  • Prise geräuchertes Paprikapulver (oder edelsüßes)
  • Salz, Pfeffer
  • Rapsöl
  • geriebener Käse (z.B. Gouda oder veganer Käse) nach Belieben

Zubereitung

  1. Wirsing und Karotte waschen und in mundgerechte Stücke schneiden, Zwiebel und Knoblauch abziehen und hacken. Alles zusammen in etwas Öl anbraten, bis das Gemüse stellenweise leicht gebräunt ist. (Ganz Faule können sich dieses erste Anbraten auch sparen.)
  2. Die stückigen Tomaten und ggf. weiteres Gemüse zugeben, dann mit Gemüsebrühe aufgießen, bis alles knapp bedeckt ist. Bei geschlossenem Deckel köcheln lassen für ca. 15 min oder bis das Gemüse die von euch gewünschte Konsistenz hat.
  3. Abschmecken mit Oregano, Paprikapulver, Salz und Pfeffer und mit geriebenem Käse in beliebiger Menge servieren. Wer mag isst noch etwas Weißbrot dazu.
https://herbs-and-chocolate.de/2018/01/wirsing-tomaten-pizza-suppe.html

06Jan/18
Tipps fürs Lunchbox packen

5 Zeitspar-Tipps fürs Lunchbox packen mit passenden Rezepten

“Wow, das wäre mir ja zu aufwändig.”
“Wie früh stehst du denn dafür auf?”
“Das dauert doch bestimmt lange!”

Solche Kommentare höre ich immer wieder, wenn es um meine Lunchboxen geht, die ich auf Instagram poste. Und niemand scheint mir zu glauben, dass ich sicher nicht jeden Tag Lust habe über eine Stunde in der Küche zu stehen und jedes Blättchen in meiner Lunchbox einzeln an den rechten Fleck zu rücken. Ganz im Gegenteil, im Alltag muss es oft schnell gehen. In der Regel ist meine Mahlzeit für den nächsten Mittag in 15-30 min fertig, oft passiert das parallel zur Zubereitung des Abendessens. Dass es so zügig geht ist zum einen Übungssache, zum anderen habe ich mir über die Zeit einige Kniffe angeeignet.

1. Reste-Essen

Ich liebe ja Reste-Essen! Kein oder kaum Aufwand für die Zubereitung und trotzdem leckeres Essen, was gibt es besseres? Das lässt sich natürlich auch ganz bewusst nutzen und ist gerade für Einsteiger ins Boxen packen unschlagbar. Kocht für ein Abendessen doch einfach etwas mehr als sonst und packt den Rest in eure Lunchbox.

Fortgeschrittene variieren dabei noch etwas und zaubern en passant neue Gerichte. Aus Tomatenreis wird mit etwas Cumin und Paprikagewürz sowie Kidney-Bohnen und Mais plötzlich eine mexikanische Reispfanne. Aus den übrigen Pellkartoffeln wird mit Pesto und Oliven ein toller Kartoffelsalat und ein Klecks Ajvar gibt den Gnocchi mit Spinatsoße plötzlich eine völlig neue Richtung. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und wenn ihr es noch ein bisschen variabler und kreativer haben wollt, gehen wir fließend zu Punkt 2 über:

2. Komponenten vorkochen (aka “Mealprepping”)

Es ist so einfach und doch so wirkungsvoll: Vorkochen von einigen Basics hilft ungemein dabei Zeit zu sparen. Ob ich nun für eine Portion Nudeln Tomatensoße koche oder für vier Portionen macht kaum Unterschied. Wenn ich 8 Burger-Patties herstelle statt 2 brauche ich vielleicht beim Anbraten etwas länger, dafür habe ich dann noch drei Portionen auf Vorrat. Das Herrichten der Zutaten, das Nachlesen im Rezept und schließlich das Aufräumen und Saubermachen hinterher fällt trotzdem nur ein einziges Mal an. Und es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass man nur schnell drei Gemüse-Muffins aus dem Eis holen und ein bisschen Gemüse schnippeln muss und schon ist die Box für morgen fertig.

Viele Dinge bereite ich vor und friere sie ein. Das klappt übrigens auch in Gläsern, lasst einfach oben ca. ein Fünftel Luft. Anderes hebe ich einfach einige Tage im Kühlschrank auf, das bietet sich beispielsweise für Salate an, die gut durchziehen können, oder auch mal eine größere Portion gekochte Nudeln, Naturreis oder Kartoffeln, die dann unterschiedlich weiterverarbeitet oder kombiniert werden. Einkochen ist natürlich auch in vielen Fällen eine super Möglichkeit. Rohes Gemüse schneide ich übrigens immer lieber frisch am Vorabend, aber das ist nur meine persönliche Vorliebe.

 Bento Lunchbox vegan Bento Lunchbox vegan

Folgende Rezepte eignen sich beispielsweise gut zum Einfrieren:

Für die Kühlschrank-Vorratshaltung eignen sich unter anderem:

  • großes Blech Ofengemüse oder Ofenkartoffeln
  • Karottensalat
  • Tomaten-Gurken-Salat
  • Hausgemachtes Salatdressing
  • Energiebällchen (auch ohne Kühlung haltbar)

 

3. Einfach “dekorieren”

Dekorieren in Anführungszeichen, weil ich in diesem Punkt sehr, sehr faul bin – Arrangieren trifft es eher. Ein bisschen geschicktes Anordnen kann aber extrem viel ausmachen und davon leben die bunten Bento-Lunchboxen ja. Wer Lust hat schnitzt Kunstwerke aus Obst und Gemüse, aber es gibt auch deutlich simplere Methoden:

  • Geometrisch arrangieren. Es gibt Menschen, die ein Händchen dafür haben etwas “zufällig-chaotisch-und-super-gut-aussehend” zu arrangieren. Ich gehöre definitiv nicht dazu und halte mich deshalb an einen sehr ordentlichen, aufgeräumten Stil. Gemüse in Streifen angeordnet, Reis und Gemüse durch eine Diagonale abgegrenzt oder versetzt angeordnete Gurkenscheiben sind einfach und wirkungsvoll.
  • Bestreuen! Egal ob als Fleck in der Mitte, eine gerade oder eine schräge Linie – ein bisschen was oben drüber gestreut und selbst ein optisch eher mittelmäßig ansprechendes Risotto sieht viel besser aus. Gut eignen sich kleine Samen wie Sesam oder Schwarzkümmel, bunte Gewürze, Kräuter oder Nüsse. Tobt euch aus! Auch eine Schnittlauchblüte oder andere essbare Blüten sind sehr dekorativ.
  • Mit Farben spielen. Euer Essen ist ohnehin bunt, also spielt ruhig mit diesen Farben. Ordnet doch beispielsweise eure Salatzutaten regenbogenmäßig an oder gestaltet eure Box ganz bewusst in nur ein oder zwei bestimmten Farbtönen.
  • Klein ist niedlich und füllt Lücken. In einer Lunchbox kommt alles Kleine gut und ist gleichzeitig praktisch als Lückenfüller. Cherry-Tomaten, kleine Bagels, Trauben, Mini-Mozarella-Kugeln, Salzbrezelchen – haltet beim Einkaufen die Augen offen. Super sind auch die kleinen “Sträuschen” Feldsalat, die man wunderbar in diverse Lücken stecken kann. Auch toll sind Mini-Burgerpatties, Mini-Quiches, kleine (herzhafte oder süße) Muffins oder Energiebällchen.
  • Einfache Karottenblümchen. Sie sind nur minimal mehr Aufwand als simple Karottenscheiben – 8 Schnitte mehr Aufwand, um genau zu sein. Und sie sind so hübsch! Ich habe schon mal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung verbloggt, die jeden Blümchenausstecher überflüssig machen sollte.

Bento vegan Bento Life without Plastic  

 

4. Keep/Cook it simple

Wenn ihr nichts vorgekocht und keine Reste habt und es jetzt trotzdem sehr schnell gehen soll oder muss, denkt daran: Es muss nicht immer Gourmet-Essen sein. Auch in der magischen Zeitspanne namens “Nudelkochzeit” lassen sich leckere Dinge zusammenstellen. Klar, etwas mehr Zeit ist meistens dem Geschmack zuträglich – Aromen können sich verbinden, Arbeitsschritte schonender durchgeführt werden – aber nur weil etwas schneller zubereitet wird als sonst bedeutet nicht, dass es überhaupt nicht schmeckt. Und im Zweifelsfall müsst ihr nicht mal den Herd anwerfen. Solange es besser ist als der Fertigsalat aus dem Supermarkt habt ihr gewonnen!

Wenn alle Stricke reißen, wie wäre es ganz einfach mit ein paar Scheiben Brot, dazu Aufstrich oder Käse und ein bisschen Rohkost? Oder ihr greift auf gute Fertigprodukte wie gefüllten und eingelegten Weinblättern oder einem gutes Pesto aus dem Glas zurück? Wichtig und hilfreich ist dabei, ein paar Basics immer im Haus zu haben. Bei mir sind das auf jeden Fall diverse Trockenprodukte, Tiefkühlgemüse, Pesto und Tomatenmark, sodass ich zumindest ein schnelles Nudelgericht immer aus dem Ärmel schütteln kann. Das in eine Box gepackt, ein bisschen Schwarzkümmel oder TK-Kräuter schräg darüber gestreut und ein Stück Obst dazu – fertig ist die “Notfall-Box”.

Ein paar solche Blitzrezepte:

 

5. Die richtige Box

Das richtige Behältnis ist eine wichtige Wahl. Vor allem für Einsteiger ist es eine große Erleichtung, wenn die Box schon eine fixe Unterteilung mitbringt. Meine Lieblingsbox für diesen Einsatzbereich ist die Bento Cinco von Lunchbots*. Sie hat fünf fest unterteilte Fächer und durch diese Limitierung geht das Packen mit ein wenig Übung sehr schnell, denn über das Arrangement müsst ihr euch kaum noch Gedanken machen.

Salat im Glas Beispiele

Auch sehr schnell gemacht ist ein Salat (oder anderes Gericht) im Glas, wo ihr einfach die einzelnen Komponenten übereinander schichtet. Dabei ist das Dressing ganz unten und die empfindlichsten Zutaten ganz oben, bei meiner “Salat im Glas”-Woche habe ich das genauer erklärt. Dort findet ihr auch 5 verschiedene Beispielrezepte, die so aufeinander abgestimmt sind, dass sie euch geschickt durch eine Woche bringen, indem sie einzelne Komponenten mehrfach verwenden.

Über einen Teil meiner verschiedenen Boxen, ihre Schwächen und Stärken habe ich übrigens auch einen extra Blogbeitrag geschrieben. Falls euch das interessiert, schaut doch mal hier vorbei:

Lunchbox Bentobox VergleichBentobox-Vergleich: Meine Erfahrungen mit Monbento, Lunchbots und ONYX

Das waren auch schon meine 5 kleinen Tipps

Nichts weltbewegendes, aber vielleicht war das eine oder andere dabei, was ihr noch nicht kanntet und euch abschauen möchtet. Habt ihr noch ein paar Tricks und Ideen? Schreibt sie mir gerne unten in die Kommentare!

Viel Spaß beim Ausprobieren!


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