19Nov/17

Meine 10 liebsten und meistgekochten Rezepte

Ein Lieblingsessen, habt ihr sowas? Ein Rezept, dass ihr wirklich so gut findet, dass es über allen anderen Gerichten schwebt? Ganz ehrlich, ich könnte mich da nie entscheiden – viel zu oft schwanken meine Vorlieben nach Lust und Laune. Oft habe ich Phasen, wo ich einige Wochen lang immer wieder ein Rezept koche und die nächsten Monate ist es dann plötzlich uninteressant. Aktuell habe ich dauernd Lust auf mindestens drei Dinge gleichzeitig, denn ich war die letzten zweieinhalb Wochen in Thailand und die Küche dort geht ja doch in eine ganz andere Richtung – ich habe also einige meiner Lieblinge viel zu lang nicht gegessen.

Und nun komme ich mit einer Liste von Lieblingsrezepten, oder vielleicht sollte ich besser “Dauerbrenner” schreiben. Rezepte, auf ich seit Monaten und Jahren immer wieder gern zurückgreife, die sich im Alltag bewährt haben, von denen große Portionen auf Vorrat gekocht und immer wieder genüsslich verspeist werden. Alles auf dieser Liste ist mit einer gewissen Ausdauer ganz vorn dabei (auch wenn diese Liste in einem Jahr bestimmt wieder anders aussieht). Daneben gibt es eine Menge anderer großartiger Rezepte und Sollte-ich-mal-wieder-kochen, aber für heute ging es mir wirklich um Rezepte aus meinem Kochalltag. Kuchen habe ich deshalb komplett auch ausgespart.

Mit meiner Liste reihe ich mich bei einigen anderen Bloggern ein, die heute ebenfalls ihre 10 liebsten Rezepte verbloggen. Dabei wird so manch altes Schätzchen hervorgeholt, das seit längerem auf den Blogs schlummert und viel zu weit nach hinten gerutscht ist um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die ihm gebührt – Vorbeischauen lohnt sich! Die vollständige Liste aller Teilnehmer findet ihr ganz unten.

 

Belugalinsen mit Roter Beete und Feta

Belugalinsen Rote Beete Feta

An dieses Rezept hab ich sofort gedacht, als ich die Idee mit den 10 Lieblingsrezepten gesehen habe. Denn ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich diesen Salat oder eine von tausend Abwandlungen gemacht habe. Als kurzer Überblick: Er schmeckt sehr gut ergänzt mit Feldsalat, den Feta kann man im Zweifelsfall auch weglassen, ohne Linsen eignet sich das Gemüse samt Dressing und Feta hervorragend als Nudelsoße und überhaupt das Dressing mit Cumin und Thymian in Kombination mit der Roten Beete ist der Hit und kann unglaublich vielseitig kombiniert werden. Ganz große Liebe!

Dal aus roten Linsen mit Spinat

Dal mit Spinat

Meine Liebe an dieses Dal beschreibe ich im Beitrag schon sehr ausführlich und sie ist seitdem ungebrochen. Ein eiserner Vorrat ruht im Gefrierfach und hat mir schon so manchen kochfaulen Tag gerettet. Ich bin immer noch jedes Mal begeistert von der cremigen Konsistenz und dem Zusammenspiel der Gewürze. Schmeckt super mit Reis oder Fladenbrot, aber auch etwas flüssiger gekocht als Suppe.

Brokkoli-Erbsensuppe

Brokkoli-Erbsensuppe vegan

Wo wir von Suppen sprechen, muss nun unbedingt diese simple Suppe kommen. Sie ist wirklich keine große Kochkunst aber einfach so schlicht wie gut. Da die Zutaten alle bei mir immer vorrätig sind und das Gemüse aus dem Tiefkühler kommen kann, ist sie perfekt für spontane Suppengelüste. Und auch hier kann mit den Topings wunderbar variiert werden.

Pasta mit karamellisiertem Fenchel, Karotten und Ziegenkäse

Karamellisierter Fenchel, Karotten, Ziegenfrischkäse

Ein noch recht neues Rezept, aber ein absoluter Volltreffer. Karamellisierter Fenchel, süßliche Karotten und herb-cremiger Ziegenkäse rufen ganz laut “Seelenfutter!”. Dafür koche ich sogar gern Spaghetti, auch wenn sie mich beim Kochen immer etwas ärgern, bis sie ganz im heißen Wasser verschwinden.

Pilz-Walnuss-Bratlinge

Walnuss-Pilz-Burger

Zurück zu einem echten Klassiker: meine vielgeliebten Pilz-Walnuss-Bratlinge. Das sind so ziemlich die besten vegetarischen Burgerpatties, die ich bisher gegessen habe, und sie eignen sich vorzüglich um auf Vorrat zubereitet und im Tiefkühler geparkt zu werden. Sie passen zu allerlei Soßen, als Burger, im Salat, als Teil einer Brotzeit und sogar zu Nudeln mit einer passenden Soße (in diesem Fall forme ich eher Bällchen statt Bratlinge). Immer wieder ein Genuss!

Süßkartoffel-Erdnusseintopf mit Spinat

Süßkartoffel-Erdnusseintopf mit Spinat

Wieder ein neueres Rezept, dass aber vorher schon länger so ähnlich den Weg in meine Töpfe fand. Süßkartoffel, Tomate, Erdnussbutter und Spinat passen tatsächlich ganz ausgezeichnet zusammen – je nach Saison eignen sich auch Kürbis oder die gute alte Karotte. Sorgt für ein richtig gutes Gefühl im Bauch, gerade jetzt wo es langsam richtig kalt ist!

Kokosspinat mit Kichererbsen

Machen wir einen Zeitsprung zurück ins Jahr 2012 (man beachte das wunderbare Bild…), zu einem extrem simplen Gericht. Der Kokosspinat mit Kichererbsen ist nichts was bei mir wöchentlich auf dem Tisch steht, aber ein immer wieder eine super Wahl, wenn es schnell, aufwandsarm und richtig gut sein soll. Schnelle Feierabendküche eben, aber auch für eine Mittagessen-Kochaktion in der Büroküche erwiesenermaßen bestens geeignet.

Gemüsemuffins mit getrockneten Tomaten

Vegane Muffins herzhaft

Nicht ganz so schnell und einfach sind diese Gemüsemuffins gemacht, dafür sind sie der Hit auf jeder Party und jedem Picknick. Ihr sollt ein herzhaftes Fingerfood mitbringen, dass nicht zu viel Dreck macht, im Idealfall vegan ist, aber auch Fleischessern nicht zu suspekt erscheint? Here you go! Welches Gemüse genau verwendet wird, ob ihr Oliven hinzufügt oder nicht, ob es Vollkorn- oder helles Mehl sein soll, diese Muffins verzeihen ziemlich viel solang die Mengenverhältnisse ungefähr stimmen. Und sie schmecken dank den getrockneten Tomaten ganz sicher in keinem Fall fad.

Neudorfer Sauerteigbrot

Neudorfer Sauerteigbrot Nr. 1 Plötzblog

Kommen wir zu den Backprodukten. Bei Brotrezepten wechsle ich auch munter durch und probiere gerne neue aus, aber am häufigsten habe ich die letzten Jahre sicher dieses Brot aus dem Ofen gezogen. Die zweierlei Sauerteige und die Übernachtgare sorgen einfach für ein ganz besonderes Aroma und trotzdem lässt sich der Backvorgang gut im Alltag unterbringen. Es war auch einmal ein Geschenk für meine Oma, die sich sehr darüber gefreut hat und es als schlichtes Butterbrot genossen hat.

Bagels mit Roggenmehl

Bagels vegan Roggenmehl

Ähnlich häufig gebacken habe ich meine Bagels. Es ist wirklich das perfekte Bagelrezept für mich, nicht zu süßlich, angenehm herb dank dem Anteil an Roggenmehl, mit tollem Biss. Ein bisschen Aufwand sind sie natürlich, aber auch hier klappt das Einfrieren wunderbar. Sie geben eine phantastische Brotzeit ab, lassen sich auf unterschiedlichste Art belegen, sind dekorativ in der Lunchbox, was will man mehr?

Das waren meine aktuell zehn liebsten Rezepte!

Wie sieht es bei euch aus, habt ihr ein Lieblingsgericht, oder mehrere? Was kocht ihr immer wieder und wieder? Oder was von dieser Liste lacht euch spontan am meisten an? Ich freue mich über eure Kommentare!

 

Mehr 10-Lieblingsrezeptlisten findet ihr bei

Cuisine Violette
Delicious Stories
dipitserenity
Emilies Treats
Feed me up before you go-go
Feines Gemüse
Haut Gôut
Jankes*Soulfood
Kleiner Kuriositätenladen
Kochen mit Diana
moeyskitchen
Kochen mit Diana
Möhreneck
NOM NOMS food
Raspberrysue
S-Küche
Ye Olde Kitchen

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16Oct/17
Sauerteigbrot feierabendtauglich

Feierabendbrot für den World Bread Day 2017

Manche Dinge kommen einfach jedes Jahr wieder überraschend. Weihnachten ist zum Beispiel immer schneller da als man denkt. Genauso plötzlich ist man von einem Tag auf den anderen auf einmal ein Jahr älter. Und auch der World Bread Day, bei dem ich schon die letzten zwei Jahre mitgebacken und -gebloggt habe (Sonnenblumenkernbrot 2016, Pain à l’Ancienne 2015), hat mich dieses Jahr irgendwie überrascht.

Man sollte meinen, ich könnte mir das Datum merken, denn mein persönliches ein-Jahr-älter-Werden fällt zufällig jedes Jahr auf genau denselben Tag wie der World Bread Day. Aber trotz einer Erinnerungsmail und Ankündigung auf dem Blog von Zorra, die die ganze Aktion betreut, habe ich es dieses Jahr beinahe verpennt – beinahe! Ich habe vorgestern spontan den Entschluss gefasst, gestern gebacken und deshalb könnt ihr heute pünktlich zum World Bread Day dieses Rezept für ein wunderbares Feierabendbrot lesen.

Brot backen braucht Zeit, vor allem für gutes Brot. Aber dieses hier kann tatsächlich an einem normalen Arbeitstag gebacken werden, wenn ihr in der Früh die Vorteige vorbereitet und den Abend über den Rest erledigt. Es passt also ganz zum Geiste des World Bread Days, bei dem es darum geht diesem alltäglichen, simplen und doch so essentiellen und vielseitigen Lebensmittel ein bisschen extra Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. So eine Scheibe aromatisches Sauerteigbrot, mit weicher, feinporiger Krume und knuspriger Kruste ist einfach genial! Vorlage für mein Brot war übrigens das Kalchkendlbrot vom Plötzblog, ich habe nur die Mehle angepasst, das Brühstück ausgetauscht und die Menge verdoppelt.

 

Sauerteigbrot für den Feierabend

Feierabendtaugliches Rezept für ein rundum ausgewogenes, fein säuerliches Roggenmischbrot mit toller Krume.

Sauerteigbrot für den Feierabend

Zutaten

für einen großen 1,9 kg-Laib

    Sauerteig:
  • 380 g Wasser (ca. 40°)
  • 36 g Anstellgut
  • 250 g Roggenvollkornmehl
  • 110 g Roggenmehl 997
  • 9 g Salz
    Vorteig:
  • 240 g Weizenvollkornmehl
  • 144 g Wasser (ca. 40°C)
  • 2,4 g frische Hefe
    Brühstück:
  • 60 g Dinkelgries
  • 14 g Salz
  • 180 g kochendes Wasser
    Hauptteig:
  • Vorteige und Brühstück
  • 324 g Roggenmehl 997
  • 160 g Weizenmehl 405
  • 80 g Weizenvollkornmehl
  • 210 g Wasser

Zubereitung

  1. Am Vortag alle Zutaten für den Sauerteig miteinander vermischen (am besten erst Wasser und Sauerteig, dann die restlichen Zutaten). Genauso alle Zutaten für den Vorteig miteinander verkneten. Beide Teige 12-16 h lang bei Raumtemperatur ruhen lassen.
  2. Am Backtag für das Brühstück Gries und Salz miteinander vermischen und mit dem kochenden Wasser übergießen. Etwa eine halbe Stunde quellen und abkühlen lassen.
  3. Für den Hauptteig die Vorteige mit dem Brühstück und den restlichen Zutaten verkneten. Für 5-10 min weiterkneten. 45 min ruhen lassen.
  4. Den Teig rundwirken, dabei den Schluss nur sehr locker schließen. Mit dem Schluss nach unten in bemehltes Gärkörbchen setzen und weitere ca. 60 min bei Raumtemperatur gehen lassen. Derweil den Ofen auf 250°C Ober-Unterhitze vorheizen.
  5. Das Brot mit Dampf einschießen, 10 min lang bei 250°C backen, dann Dampf ablassen, die Temperatur auf 220°C reduzieren und das Brot in weiteren 50 min fertig backen.
  6. Anschnittbild:

Anmerkung

Eine Erklärung der wichtigsten Begriffe und der grundsätzlichen Vorgehensweise beim Brot backen, findet ihr in meinem persönlichen Einmaleins der Sauerteigbäckerei.

http://herbs-and-chocolate.de/2017/10/feierabendbrot-world-bread-day-2017.html

 

World Bread Day, October 16, 2017

14Oct/17
Nudeln mit Lauchsoße, russisch inspiriert

Nudeln mit Lauchsoße – Seelenfutter in Herbstfarben

Dieses Nudelgericht habe ich die letzte Zeit sehr oft gegessen. Es ist inspiriert von einem Rezept, dass meine Mutter früher oft gekocht hat und das die ganze Familie sehr gern mochte: ein russischer Hackfleischtopf.

Hackfleisch findet ihr in meiner Variante natürlich keines mehr, dafür verwende ich jetzt umso mehr Lauch. Aber die Würzung mit Senf, Tomatenmark und Paprikapulver erinnert immer noch sehr an das ursprüngliche Vorbild und weckt in mir die eine oder andere Erinnerung. Ganz essentiell ist der Klecks Sauerrahm oder Saure Sahne, der am Schluss obendrauf kommt. Je nach persönlicher Vorliebe wird dann kurz vor dem Essen alles miteinander vermischt oder so wie es ist nach und nach gegessen.

Es ist simpel, herzhaft, der Kontrast zum säuerlichen und kalten Sauerrahm gibt einen netten Extra-Touch und es ist löffelbar – für mich ein wichtiges Kriterium für Wohlfühlessen. Nehmt euch einen großen Teller davon, macht es euch gemütlich, erfreut euch an der Herbstsonne, die die bunten Blätter leuchten lässt, und genießt.

 

Nudeln mit Lauchsoße

Nudeln mit feinem, russisch-inspirierten Lauchgemüse und obendrauf ein Klecks frischer Sauerrahm - ein gemütliches Herbstessen mit kleinem Frischekick.

Nudeln mit Lauchsoße

Zutaten

  • 1 Portion Vollkornnudeln (80-120 g)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 dünne oder 1/2 Stange Lauch
  • Stich Butter
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 1 gestr. TL süßes Paprikapulver
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 2-3 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer
  • Sauerrahm/Saure Sahne

Zubereitung

  1. Knoblauchzehe abziehen und hacken. Lauch längs halbieren, waschen, putzen und in Halbringe schneiden. Alles zusammen in etwas Butter anbraten, bis das Gemüse leicht gebräunt ist.
  2. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 10 min lang bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Derweil Nudelwasser aufsetzen und die Nudeln hineingeben sobald es kocht.
  3. Das Lauchgemüse mit Paprikapulver, Senf, Tomatenmark, Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.
  4. Die fertigen Nudeln abgießen, zusammen mit der Soße anrichten und einen großzügigen Klecks Sauerrahm obendrauf geben.
http://herbs-and-chocolate.de/2017/10/nudeln-lauchsose-russisch.html

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30Sep/17
Karotten-Meerrettichsuppe Belugalinsen vegan

Herbst-Blues? Karottensuppe mit Meerrettich und Belugalinsen

Es gibt Tage im September
die mehr wissen als ich weiß,
die mich langsam gehen lehren
auf des Winters dünnem Eis,
die den Sommer noch mal zeigen
durch das Loch im Gartenzaun
und ich seh ihn sich verneigen
wie ein nimmermüder Clown.

(aus September von Miriam Frances)

Wir hatten dieses Jahr im September schon empfindlich kalte Morgen, regnerisch-trübe Episoden und goldene Herbsttage wie aus dem Bilderbuch. Erst gestern bin ich durch einen Wald gewandert, in dem sich die Bäume längst mit gelb-orange-roten Wipfeln geschmückt hatten, jeder in seiner ganz eigenen Zusammenstellung. Die Luft ist frisch und erfrischend geworden und wenn es feucht ist riecht man das erste nasse Laub.

Zeit für die ersten dünnen Handschuhe und die gefütterte Jacke. Zeit für heißen Tee und die Kuscheldecke, die den Sommer über nicht auf dem Sofa gebraucht wurde. Zeit für den warmen Pulli, in dem man entweder die letzten goldenen Sonnenstrahlen genießen oder sich ein bisschen verstecken kann vor der Welt da draußen. Zeit für Suppen und Eintöpfe, die kalte Hände wärmen und Herbst-Blues vertreiben, wenn er sich doch mal in die Seele schleichen sollte.

 

Karottensuppe mit Meerrettich und Belugalinsen

Samtige Suppe mit feiner Schärfe, perfekt ergänzt durch die nussigen, süß-säuerlichen Linsen.

Karottensuppe mit Meerrettich und Belugalinsen

Zutaten

für 1 Portion

    Suppe:
  • 275 g Karotten
  • 80 g Kartoffel (eine kleine)
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1-2 TL Meerrettich
  • Schuss Zitronensaft
  • Salz
  • Rapsöl
    Linsen:
  • 3 EL gekochte Belugalinsen
  • 1/2 TL Honig oder Ahornsirup
  • 1/2 TL Balsamico-Essig
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung

  1. Für die Suppe Karotten und Kartoffeln waschen und in Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch abziehen und grob klein schneiden.
  2. Das Gemüse in etwas Rapsöl einige Minuten anbraten, bis es leicht gebräunt ist. Die Gemüsebrühe angießen und bei geschlossenem Deckel ca. 15 min köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.
  3. Die Suppe durchpürieren und mit Meerrettich, Zitronensaft und Salz abschmecken.
  4. Die schon gekochten Linsen in einer Pfanne in etwas Olivenöl 3 min kräftig anbraten. Mit Honig oder Ahornsirup beträufeln, kurz karamellisieren lassen, dann mit Balsamico-Essig ablöschen.
  5. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zusammen mit der Suppe servieren.
http://herbs-and-chocolate.de/2017/09/karottensuppe-meerrettich-belugalinsen.html

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17Sep/17

Ein kulinarischer Spaziergang durch Salzburg 

Ich liebe es im Zug am Fenster zu sitzen. Gute Musik hören und dann einfach die Landschaft vorbei ziehen sehen. Als wir aus München starten ist es noch neblig und die tiefstehende Sonne verhangen. Kurz nach Rosenheim klart es auf und als ich um Viertel vor zehn in Salzburg aussteige, ist es ein wundervoll kühl-sonniger Spätsommertag geworden. Nicht ganz zwei Stunden war ich unterwegs, mit dem Bayernticket, das praktischerweise bis Salzburg gültig ist.

Ich bin alleine und obwohl ich eine lange Liste an Empfehlungen für allerlei Sehens- und Essenswertes habe, will ich mich vor allem treiben lassen und ganz nach meinem Bauchgefühl entscheiden, was ich tun werde. Das alleine in einer fremden Stadt – das ist ein kleines Experiment.

Mein Weg führt mich Richtung Mirabellenpark, wo große Reisebusse eine hohe Touristendichte ankündigen. Bevor ich mich dem Strom anschließe, probiere ich eine Original Mozartkugel (1,30 €) bei einer Filiale der Konditorei Fürst, die diese Praline erfunden hat. Die Zutaten sind von sehr guter Qualität und man sieht die Handarbeit, aber für meinen Geschmack ist das Nougat etwas zu dominant.

Im Mirabellenpark halte ich mich nur kurz auf um die Blumen zu bewundern und flüchte dann durch einen ruhigen Laubengang vor den Touristenmassen. Ich stoße auf die Linzer Gasse, spaziere sie Richtung Norden entlang, bewundere die Architektur und genieße den Sonnenschein.

Beinahe wäre ich am St. Sebastian Friedhof vorbei gelaufen, den mir ein ehemaliger Salzburger empfohlen hat, aber dann finde ich den recht verstecken Eingang doch. Ich mag die Stimmung auf Friedhöfen sehr. Dieser ist komplett umschlossen von einer Mauer und so trotz seiner zentralen Lage sehr ruhig – eine eigene, kleine Welt. Ich photographiere, betrachte Gräber und Inschriften und lasse meine Phantasie spielen welche Schicksale wohl hinter den Namen und Daten liegen. So viele Lebensgeschichten… Auch das Grab von Mozarts Mutter befindet sich hier.

Es geht auf Mittag zu und ich habe mir Kasnocken in dem Kopf gesetzt. Ganz bewusst steuere ich ein Lokal etwas ab vom Schuss an und meine Hoffnung bewahrheitet sich: im hübschen Innenhof von “Die Weiße” sitzen unter den Kastanien nur Einheimische, soweit ich das beurteilen kann. Die Kasnocken (11,50 €) mit Beilagensalat sind köstlich, angenehm käsewürzig und die Röstzwiebeln knusprig – sehr fein! Auf Bier habe ich keine Lust, auch wenn die Karte mit Hausgebrautem verlockend aussieht, sondern begnüge mich mit einem Soda Zitron (2,90 €), Wasser mit einem Schuss Zitronensaft. Das ist etwas, was ich in Deutschland auch gern häufiger finden würde.

Fisch gestärkt laufe ich den Kapuzinerberg ein Stück hinauf. Die Aussicht ist wirklich toll und ich habe großen Spaß daran die verschiedenen Dachterrassen und -gärten ausfindig zu machen, die mehr oder weniger improvisiert anmuten.

Nun geht es in Richtung eines weiteren Touristenmagneten: über die Staatsbrücke komme ich zur Getreidegasse und folge ihrem Verlauf. Die Gasse ist wirklich hübsch, aber es ist voll und die typischen Innenstadtgeschäfte passen für meinen Geschmack nicht so recht ins historische Antlitz. Schnell verschwinde ich in einer kleinen Seitengasse und streune ziellos durch die Altstadt, bis ich voll gefüllt mit Eindrücken bin und meine (leider anfälligen) Füße anfangen zu schmerzen.

Eigentlich wollte ich im hippen Café 220 Grad Kaffeepause machen, aber alle Plätze sind besetzt – der dort geröstete Kaffee scheint wirklich gut zu sein. Aber ich bin ohnehin langsam müde und übersättigt und das Wetter wird zunehmend schlechter, also laufe ich stattdessen zu einem Café in Richtung des Bahnhofs, das mir ebenfalls empfohlen wurde. Das Café Fingerlos ist nicht hip, aber verbindet Tradition und Moderne auf sehr angenehme Art. Der Cappuccino (3,50 €) ist mir etwas zu rass, aber die bunten Zuckerpäkchen und der extrem gute Apfelstrudel (5,20 €) wiegen das wieder auf. Eine derart feine Vanillesoße habe ich bisher noch nie gegessen.

Am späten Nachmittag steige ich wieder in den Zug nach München. Ja, Salzburg ist schön. Und es war ein schöner Tag, den ich dort ganz mit mir alleine verbracht habe.

Ich kann euch Salzburg auf jeden Fall empfehlen – egal zu wievielt ihr reist.

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