Gyoza, Jiaozi oder doch Mandu? Gedämpfte Teigtaschen

12Jun/16
Gyoza Jiaozi vegetarisch

Momentan bin ich aus unerfindlichen Gründen auf dem Stäbchentrip. Mehrmals die Woche muss es irgendwas geben, was man mit Stäbchen essen kann. Vielleicht habe ich die letzte Zeit doch etwas zu viele Videos über die koreanische und japanische (Ess-)Kultur gesehen?

Ich habe das Glück, dass mir meine Eltern schon als kleines Kind Essstäbchen in die Hand gedrückt haben. Sie wurden an einem Ende mit einem Gummi zusammengehalten, ein eingerolltes Stück Papier diente als Abstandshalter und fertig war ein kindgerechtes Zangen-Stäbchen-Irgendwas mit dem ich zu üben konnte. Es gibt sogar ein Bild von mir im Kleinkindalter, wo ich je ein Stäbchen in jeder Hand halte – ich schätze aber, die Nahrungsaufnahme war auf die Weise nicht allzu erfolgreich. Wie dem auch sei, heute kann ich halbwegs ordentlich mit Stäbchen umgehen und es macht mir Spaß, auch wenn mit Soße vermengter Reis manchmal doch noch recht mühsam ist.

Ziemlich einfach mit Stäbchen zu essen sind dagegen Teigtaschen. Ich habe mir letzthin einen kleinen Bambus-Dämpfeinsatz zugelegt und mich zum ersten Mal an japanischen Gyoza versucht. Oder chinesischen Jiaozi, oder koreanischen Mandus, wo genau die Unterschiede liegen weiß ich leider nicht. Mein Vorbild waren auf jeden Fall eher japanische Rezepte, wie z.B. das von Ylva. Allerdings habe ich die Teigtaschen nur gedämpft statt sie zu braten, was glaube ich für Gyoza eher untypisch ist – aber über den Namen wollen wir nicht streiten. Mine Variante hier fand ich auf jeden Fall so gut, dass ich sie gleich an zwei Tagen in Folge gekocht habe. Und mit Stäbchen gegessen, natürlich ;)

 

Vegetarische Gyoza/Jiaozi

Asiatische Teigtaschen mit Gemüsefüllung, schonend gedämpft und mit einem würzigen Dip serviert.

Vegetarische Gyoza/Jiaozi

Zutaten

für ca. 12 Dumplings/1 volle Mahlzeit:

    Teig:
  • 100 g Weizenmehl 405
  • 50 g Wasser
  • 1/3 TL Salz
    Füllung:
  • 60 g Spitzkohl oder Chinakohl
  • 60 g Karotte
  • 60 g braune Champignons
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 sonnenblumenkerngroßes Stück frischer Ingwer
  • 1/2 EL Sojasoße
  • 1/4 TL Sesamöl (das dunkle, geröstete)
  • 1/2 TL Salz
    Dip:
  • 1 EL Sojasoße
  • 1 EL Reisessig (oder anderer heller, eher milder Essig)
  • evtl. Sesam und frischer Schnittlauch zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Für den Teig alle Zutaten gründlich verkneten, bis ein sehr geschmeidiger Teig entsteht. Das dauert mindestens 5 min, vermutlich eher 10 min. Zu einer Kugel formen, abdecken und 30-60 min lang ruhen lassen.
  2. Derweil alle Zutaten für die Füllung sehr fein hacken, ggf. mit einer Reibe oder einer Küchenmaschine. Sojasoße, Sesamöl und Salz untermischen.
  3. Den Teig in 12 (oder 14) gleichgroße Teile teilen. Jeden Teil zu einem Kreis mit ca. 8 cm Durchmesser ausrollen. (Alternativ den ganzen Teig auf ca. 2 mm Dicke ausrollen und die Kreise mit einem Glas oder ähnlichem ausstechen.) Auf jeden Teigkreis ca. 1 TL Füllung geben und die Teigtasche formen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, in diesem kurzen Video wird eine einfache gezeigt.
  4. Die Teigtaschen 15 min lang dämpfen. Wenn ihr einen Bambusdämpfeinsatz verwendet könnt ihr etwas Backpapier hineinlegen, damit die Taschen nicht unten anhaften. Währenddessen für den Dip Sojasoße und Essig vermengen.
  5. Beim Servieren ggf. mit Sesam und Schnittlauch bestreuen.
http://herbs-and-chocolate.de/2016/06/gyoza-jiaozi-vegetarisch.html

 

 

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Auch lecker:

7 Kommenare zu “Gyoza, Jiaozi oder doch Mandu? Gedämpfte Teigtaschen

  1. Der unerklärliche, ominöse Esstäbchentrip! ;) Jedes Jahr schlägt er bei mir (gerade im Sommer) zu und will bleiben – am besten niemals nie wieder gehen – und irgendwie ist das ja auch völlig in Ordnung. ;)

    Gyouza! So lecker! Und Deine vegetarische Variante mit Möhre und Pilzen hört sich auch unglaublich fein an. Mjamm mjamm!

    Zum Dämpfen/Braten und den Unterschieden: Die japanischen “gyōza” sind ja den chinesischen “jiaozi” nicht nur ähnlich, sondern ihnen auch entsprungen. Die chinesischen sind etwas kleiner, haben einen etwas dickeren Teig und haben in der traditionellen Version weniger Knoblauch in der Füllung. Der Dip ist auch anders (chinesisch: schwarzer Reisessig, japanisch: Sojasauce mit hellem Reisessig und Chiliöl). Und während die chinesischen Teigtaschen traditionell nur gedämpft werden, werden die japanischen Gyoza tatsächlich kurz in der Pfanne vorgebraten. Allerdings nicht so lange, wie ich in meinem Rezept, da die Japaner es wohl lieben, wenn die Textur so weich ist wie bei Dir und der Teig noch “weiß” ist. Ich mag es halt gerne, wenn sie schon ordentlich knusprig sind, daher dürfen sie bei mir tatsächlich eine Weile in der Pfanne brutzeln. ;)

    Genug geschlaumeiert… Hauptsache ist sowieso, dass es schmeckt! Und vor allem: Kannst Du die Gyouza schön falten! Das sieht aus wie gemalt! <3

    Ich drück Dich und wünsche Dir noch viel Spaß mit dem Stäbchen-Fieber. :)
    Ylva

    1. Vielen lieben Dank für deine Erklärung! Ich hätte mir gleich denken können, dass du mir weiterhelfen kannst :) Die gebratene Variante will ich unbedingt noch versuchen, stell ich mir auch richtig gut vor. Und dann sind es auch etwas originalgetreuere Gyoza ;)
      Liebe Grüße
      Carla

  2. Huhu!
    Ich liebe Jiaozi, da sie mich sehr an meine Kindheit erinnern, denn wegen meiner chinesischen Wurzeln gab es die häufig bei uns. Vor einiger Zeit habe ich auch mal Jiaozi auf meinem Blog vorgestellt, vielleicht magst Du dir sie ja mal anschauen.
    Viele Grüße,
    Martina

    1. Chinesische Wurzeln, da hast du natürlich einen ganz anderen Zugang zu den Gerichten als ich mit meiner Freestyle-Version :) Bin ich fast ein wenig neidisch!
      Liebe Grüße
      Carla

  3. Wow sehen die Gyoza bei dir perfekt gefaltet aus! So gut habe ich das nicht hinbekommen… bzw. fehlt mir dafür wohl einfach die Geduld ;) Dafür ist meine liebste Füllung sehr ähnlich zu deiner. Die Kombination aus Pilzen und Karotten ist einfach klasse!

    1. Danke dir! Ja, ist schon eine Geduldsfrage ;) Aber sie schmecken ja auch in nicht ganz so hübscher Form.
      LG
      Carla

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