08Apr/14

Nussmilch selbst gemacht (und Verwertung der Reste)

Nussmilch zu kaufen ist teuer und selber machen ist sowieso viel spannender. Letzthin hab ich mir ja einen Mixer gekauft, einen von Braun für etwa 60 Euro. Das ist natürlich kein Hochleistungsgerät, aber ich wollte trotzdem den Versuch wagen wie gut er sich schlägt. Spoiler: es funktioniert einwandfrei ;)

Haselnuss-“Milch”

für 0,5 l
50 g Haselnüsse
0,2 + 0,5 l Wasser
Prise Salz
ca. 1/2 TL Zucker (nach Geschmack)
Gerätschaftn:
Mixer
feines Wäschenetz (z.B. von DM)
Gefäß (bei mir war es ein simpler Messbecher)
  1. Haselnüsse ca. 2 h lang in Wasser einweichen, dann abgießen. Die Einweichzeit hängt von der Nusssorte ab – bei Mandeln sollten es beispielsweise eher 6-8 h sein.
  2. Die Nüsse zusammen mit 0,5 l frischem Wasser in den Mixer geben und so lange mixen, bis die Nusspartikel ganz, ganz klein sind. Ich habe das in zwei Anläufen gemacht, erst eine Weile mixen lassen, dann einige Minuten stehen lassen, und dann nochmal gemixt. Vermutlich hätte es die Pause aber gar nicht gebraucht. Achtet ein bisschen darauf wie warm euer Mixer und euer Nussgemisch wird – ein allzu warmer Mixer ist kein gutes Zeichen ;)
  3. Den Inhalt des Mixers durch das Wäschenetz in euer Gefäß gießen, dabei bleiben die Nussteilchen im Netz zurück. Deshalb muss es ein feines sein – meines ist von DM, die gibt es dort günstig im 2er-Pack. Das Netz samt Inhalt zusammendrehen und sehr gründlich alles an Flüssigkeit rauspressen was geht. Jetzt habt ihr eure Nussmilch im Gefäß und den Nusstrester im Wäschenetz.
  4. Nussmilch abschmecken mit etwas Salz und Zucker oder anderem Süßungsmittel.

Es war erstaunlich simpel. Mein Mixer hat sich wacker geschlagen und die übrigen “gemahlenen” Nüsse sind wirklich fein. Die Milch schmeckt leicht nach Haselnuss, ist nicht zu wässrig und natürlich, nachdem ich den Zucker selbst dosiert habe, nicht zu süß. Sie hat auch gar nicht diese strohige Geschmacksnote, die ich bei gekauften Pflanzenmilchsorten bisher immer mit drin hatte. Hat also wunderbar geklappt :)

Resteverwertung: Pizza mit Haselnussaroma

Nachdem der Trester viel zu schade zum wegwerfen ist, hab ich ihn zum Backen verwendet. In der Regel wird man Haselnüsse eher in Kekse oder Kuchen packen, aber bei mir war es Pizza. Weil ich wollte eh Pizza machen. Also warum nicht mit Haselnüssen im Teig? ;) Mein Pizza-Grundrezept findet ihr hier. Ich hab einfach den Nusstrester gewogen und entsprechend weniger normales Weizenmehl genommen. Grünen Spargel als Belag hat mir das Kaufland leider nicht gegönnt, also gab es Spinat, Champignons und Zwiebel. Die Tomatensoße hab ich mit Thymian und zerquetschtem Knoblauch gewürzt und obendrauf kam Käse.

Die Haselnüsse hat man nur ganz dezent heraus geschmeckt, eigentlich nur wenn man wusste, dass sie drin sind – auf die Menge Mehl hätten es mehr sein müssen. Und vielleicht nicht Tomatensoße, sondern eher etwas sahneartiges, aber die passierten Tomaten wollten dezimiert werden. Und man hätte noch gehackte Haselnüsse drüber streuen können, aber dafür war ich zu ich zu hungrig, es war schon sehr spät. Trotzdem, diese Art der Nusstresterverwertung hat Potential!

 

31Mar/14
Bärlauch-Pesto

Saisonal: Bärlauch-Pesto

Ich kann mich dem Bärlauch-Hype doch nicht verschließen… Deshalb hab ich heute Bärlauch-Pesto gemacht, inspiriert von diesem Rezept. Mein Bärlauch war ganz schön scharf, dementsprechend hat es auch das Pesto in sich, aber es ist trotzdem ausgesprochen lecker! Vorrausgesetzt man mag Knoblauch ;) Ich hab es in drei Portionen aufgeteilt, zwei wurden eingefroren und eine steht im Kühlschrank, die wird vorraussichtlich Donnerstag vernichtet. Über Gnocchi und Bohnen vielleicht, mal sehen.

 

Bärlauch-Pesto

Giftgrün und voller Geschmack.

Bärlauch-Pesto

Zutaten

  • 100 g frischer Bärlauch
  • 45 g Cashewkerne
  • 1,5 EL Sonnenblumenkerne
  • 50 ml Olivenöl
  • 50 ml Wasser
  • ein klein wenig Gemüsebrühenpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Zitronensaft

Zubereitung

  1. Bärlauch waschen, etwas zerkleinern und in eine Schüssel oder einen Mixer geben. Ich hab die Stiele mitverwendet.
  2. Cashewkerne und Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett ganz leicht anrösten und zum Bärlauch geben.
  3. Olivenöl, Wasser, Gemüsebrühenpulver, Salz und Zitronensaft dazu. Nehmt lieber erst mal weniger, nachwürzen könnt ihr ja ohne Probleme noch. Der Gemüsebrühenanteil sorgt für einen herzhafteren Geschmack (für den man dann kein Hefeextrakt und keinen Käse braucht) und macht das Ganze nicht gar so fettig, wie wenn man nur Olivenöl nehmen würde.
  4. Alles mixen bzw. mit einem Pürierstab pürieren bis zur gewünschten Konsistenz und nochmal abschmecken.
http://herbs-and-chocolate.de/2014/03/saisonal-barlauch-pesto.html

30Mar/14

Zwei erste Male: Süßkartoffeln und Curry

Das erste Mal hat einfach einen besonderen Charme. Heute hatte ich gleich zwei davon: zum ersten Mal hab ich selbst Süßkartoffeln verarbeitet und zum ersten Mal selbst Curry gekocht. Veganes Curry sogar, weil ich Kokosmilch verwendet hab.

Das Einkaufen war nicht ganz trivial. Ich hatte schon fleißig die ganze Gemüseabteilung vom großen Kaufland durchkämmt auf der Suche nach einer schönen, dicken Süßkartoffel. Schließlich hab ich doch mal nachgefragt, ob sie denn sowas verkaufen. Gesagt wurde mir “ja” und gezeigt wurde mir – ein Sack Kartoffeln. Es stand “Gourmet-Kartoffeln” drauf und farblich sahen sie tatsächlich so ähnlich aus wie Süßkartoffeln, leicht rosafarben. Aber nirgendwo stand was von Süßkartoffeln. Ich kannte die bisher nur deutlich größer und anders geformt, diese Kartoffeln waren recht klein und schön rund, sehr hübsche, normale Kartoffeln. Außerdem war es ein 2,5 kg Sack und ich habe gerade mal eine einzige, 500 g schwere Süßkartoffel gebraucht.

Suesskartoffel
Meine Süßkartoffel. War sie nicht hübsch? :)

Langer Rede kurzer Sinn: ich bin dann noch zu einem anderen Laden, von dem ich wusste, dass sie Süßkartoffeln haben. Der eher kleine Lidl direkt bei mir ums Eck. Schon etwas merkwürdig, dass die was haben, was der Kaufland nicht hat… Egal, das heutige Abendessen war gerettet.

Süßkartoffel-Bohnen-Curry

Suesskartoffel-Bohnen-Curry

 für 2 Personen

125 g Basmatireis
1 große Süßkartoffel (ca. 500 g)
250 g Bohnen (TK)
1/2 Stange Lauch
200 ml ungesüßte Kokosmilch
200 ml Wasser
2 TL grüne Currypaste
Currypulver, Paprikapulver edelsüß, Tomatenmark
Salz
Rapsöl

  1. Süßkartoffel schälen und in Würfel schneiden. Achtung, die sind ziemlich hart, ich musste ganz schön arbeiten. Lauch putzen und in Ringe schneiden. Bohnen auftauen.
  2. Reis aufsetzen.
  3. Öl erhitzen, Currypaste einrühren und kurz braten lassen. Gemüse dazu geben und weiter braten, bis es etwas Farbe bekommen hat.
  4. Mit Kokosmilch und Wasser ablöschen, Deckel drauf und ca. 5 min köcheln lassen. Ggf. Deckel zwischendurch abnehmen, je nachdem wie wässrig es noch ist.
  5. Abschmecken mit Salz, etwas Curry- und Paprikapulver und ein wenig Tomatenmark.
  6. Reis abgießen und alles anrichten.
Mein Fazit: Curry ist einfach und lecker und mir fallen tausende Variationsmöglichkeiten ein. OK, vielleicht nicht ganz tausend, aber sehr viele auf jeden Fall ;) Die Süßkartoffeln schmecken mir auch gut und die Kokosmilch hat ebenfalls sehr gut gepasst. Das hat mich ein bisschen überrascht, weil ich eigentlich weder den süßlichen Geschmack von gekochten Karotten mag noch Kokos in herzhaften Gerichten – aber es war einfach stimmig. Sowas in der Art wird es sicherlich wieder geben :) Achja: ich hatte 1,5 TL Currypaste verwendet und das fertige Gericht war überhaupt nicht scharf, deshalb habe ich gleich 2 TL ins Rezept geschrieben. Aber das hängt sicher ohnehin sehr von der Marke eurer Currypaste ab.
19Mar/14

Seelentröster

Manchmal ist einem einfach bäh zumute. Bedrückt, unzufrieden, unwillig, traurig. So geht’s mir heute. Leider ist gerade niemand da, der mich in den Arm nimmt, deshalb: Zeit für was leckeres, süßes zum naschen. Gute Gelegenheit mich an einem Crumble zu versuchen, zumal hier ohnehin noch ein Apfel rum lag. Hat irgendwer behauptet vegetarische Ernährung sei immer gesund?

Apfel-Crumble

 
für 1 Person
1 säuerlicher Apfel
25 g Butter
25 g Zucker
35 g Mehl
Zimt
etwas Zitronensaft
  1. Butter warm werden lassen, mit Zucker, Mehl und etwas Zimt zu einem Streuselteig verkneten.
  2. Apfel waschen, Kerngehäuse entfernen und in Stücke schneiden. Mit ein wenig Zitronensaft beträufeln.
  3. In eine kleine Auflaufform Apfelstückchen und Streuselteig einschichten: eine Schicht Apfel, darüber Streuselteig krümeln, dann nochmal Apfel und nochmal Streusel obendrüber.
  4. Bei 180 °C 30 min im Ofen backen. 
  5. Essen, am besten noch lauwarm.

Jetzt verstehe ich den Hype um Crumbles. Seeehr fein :) Ein bisschen knusprig, ein bisschen bratapfelig, ein bisschen saftig, nicht zu süß. Wirklich ein Seelentröster.
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18Mar/14

Ravioli mit Ricotta-Pilz-Füllung

Wow. Absolut lecker. Ja, etwas Aufwand, aber er lohnt sich sowas von. Macht euch selbst Ravioli, unbedingt!

Ravioli mit Ricotta-Pilz-Füllung

für 2 eher kleine Portionen
200 g Hartweizengrieß
90 ml Wasser
175 g braune Champignons
1/2 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
125 g Ricotta 
Petersilie, Thymian, Salz, Pfeffer
Olivenöl
  1. Grieß gründlich mit dem Wasser verkneten (am besten mit der Hand). In Folie wickeln und 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Champignons säubern und in kleine Stücke schneiden, Zwiebel und Knoblauch abziehen und ebenfalls klein schneiden. Thymian zugeben und alles in Olivenöl anbraten. Ricotta unterrühren, mit Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken. Achtung, jetzt nicht die ganze Füllung aus der Pfanne naschen ;)
  3. Teig sehr flach ausrollen. Ich habe ihn so dünn ausgerollt, bis ich ganz schwach das hell-dunkel-Muster meiner Arbeitsplatte durchgesehen habe. Auf die Hälfte des Teigs kleine Häufchen der Füllung setzen, mit der anderen Hälfte zudecken und in den Zwischenräumen ordentlich festdrücken. Mit einem scharfen Messer oder Teigroller entlang der festgedrückten Kanten in Vierecke schneiden, ggf. die Ränder nochmals etwas festdrücken. (Alternativ könnt ihr auch Kreise ausstechen, Füllung darauf geben und die Hälfte umklappen, sodass “Monde” entstehen.)
  4. In kochendes Salzwasser geben, kurz aufkochen, dann ca. 8 min im heißen Wasser ziehen lassen. Vorsichtig abgießen.

Ich habe die Ravioli dann noch kurz in Salbeibutter geschwenkt und frischen Parmesan darüber gerieben, dazu gab es frischen Salat. Genial, wirklich. Das möchte ich jetzt gern täglich :)