10Jul/17
Karamellisierter Fenchel, Karotten, Ziegenfrischkäse

Spaghetti mit karamellisiertem Fenchel, Karotten und Ziegenfrischkäse

Manchmal ist das Leben eine Achterbahn. Hochs und Tiefs folgen direkt aufeinander und während der rasanten Fahrt vergisst man fast zu atmen. So waren meine letzten drei Wochen. Spannendes, schönes, stressiges, enttäuschendes, neues – von allem war etwas dabei. Zu den Highlights gehörten eine schnurrende Katze auf meinem Schoß und das tolle Craft Beer Tasting von Steffen, zu den Tiefpunkten das Zerplatzen eines Kindheitstraums und die Erkenntnis, dass die eigene Leidenschaft für ein Thema nicht immer auf andere überspringt. Ich habe viele Erkenntnisse mitgenommen aus diesen Tagen, habe schlecht geschlafen, mich unglaublich gefreut, habe gelacht, geweint und gegrübelt. Die Kulinarik stand derweil ganz automatisch hinten an und lief im Automatik-Modus, ohne Experimente.

Eines der altbewährten Gerichte, auf die ich zurückgegriffen habe, hat es bisher noch nie auf den Blog geschafft – eine simple und doch raffinierte Pasta mit karamellisiertem Fenchel, Karotten und Ziegenfrischkäse. Dieses Rezept habe ich unterdessen schon x-fach gekocht und war jedes Mal wieder angetan davon, wie gut Fenchel sich mit der Süße von Honig und Karotte und dem frischen Ziegenfrischkäse verträgt. Fenchel und Pasta sind ohnehin ein Dreamteam für mich (toll auch in Kombination mit getrockneten Tomaten) und Frischkäse liebe ich an Nudeln immer, dank seiner angenehmen Säure und Cremigkeit.

Passenderweise sucht Clara vom Blog tastesheriff im Rahmen ihrer Gemüse-Expedition diesen Monat nach Fenchel-Rezepten. Et voilà! Vor Kurzem mochte ich Fenchel noch nicht, aber mit zweierlei Käse überbacken war er dann doch plötzlich echt gut und ich bin auf den Geschmack gekommen. Es lohnt sich einfach, sich immer wieder an neue Gemüsesorten zu wagen. Zumindest wenn im Kopf gerade genug Platz dafür ist – bis dahin werde ich noch oft dieses Rezept hier kochen, momentan könnte ich es ungelogen jeden zweiten Tag essen…

 

Spaghetti mit karamellisiertem Fenchel, Karotten und Ziegenkäse

Cremiges, sommerlich-frisches Pastagericht, das herben Ziegenfrischkäse und Fenchel mit süßem Honig und Karotten kombiniert.

Spaghetti mit karamellisiertem Fenchel, Karotten und Ziegenkäse

Zutaten

für 1 Portion

  • 1 kleiner Fenchel
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 große Karotte
  • 80-100 g Vollkorn-Spaghetti
  • 1/2 EL Honig
  • ca. 100-150 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Ziegenfrischkäse
  • Spritzer Zitronensaft
  • frische Petersilie
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung

  1. Fenchel putzen und in langliche Stücke schneiden, Zwiebel abziehen und in Halbringe schneiden. Zusammen ca. 7 min lang in Olivenöl anbraten.
  2. Karotte waschen, ggf. schälen und mit einem Sparschäler oder Spiralschneider in dünne, lange Stücke schneiden. Mit in die Pfanne geben und das Gemüse weitere ca. 5 min braten.
  3. Nudelwasser aufsetzen, leicht salzen und sobald es kocht die Spaghetti darin gar kochen.
  4. Den Honig über das Gemüse in der Pfanne träufeln und unter Rühren karamellisieren lassen. Anschließend mit der Gemüsebrühe ablöschen, dabei sollte der Großteil der Flüssigkeit gleich wieder verkocht sein. Nun den Ziegenfrischkäse unterrühren und alles mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und ein wenig Petersilie abschmecken.
  5. Die gekochten Nudeln untermischen und servieren.
http://herbs-and-chocolate.de/2017/07/spaghetti-fenchel-karotten-ziegenfrischkase.html

22Jun/17
Brokkoli roh Salat vegan

Kalte Küche: Roher Brokkoli-Cranberry-Salat mit Apfel

Sommer. Jedes Jahr wieder freue ich mich über den ersten sonnigen Tag mit 25°C. Und dann beobachte ich wenig später mit Schrecken das Thermometer, wenn die Temperaturen in die Nähe von 30°C klettern. Oder gar darüber. An besten noch mehrere Tage in Folge… Nein, ich bin wirklich und ganz sicher kein Sommermensch.

Also greife ich zu dem üblichen Abwehrmaßnahmen: Leichte Kleidung, viel trinken, in Gebäuden (vorzugsweise klimatisiert) oder im Schatten verkriechen, Wassermelone essen, wenn der Kreislauf mal wieder zickt kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen und körperliche jegliche Aktivitäten so gut es geht in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen. Passend dazu steigt meine Lust auf kalte und leichte Gerichte, auf Salate, Nudeln mit kalter Soße, Sommerrollen, Wraps und so weiter.

Da ist ein Salat aus rohem Brokkoli perfekt, man spart es sich sogar ihn vorab zu kochen und dabei die Küche um weitere 5 Grad aufheizen. Es war meine erste Begegnung mit rohem Brokkoli und ja, das geht und schmeckt ganz ausgezeichnet! Angeblich sogar den Leuten, die gegarten Brokkoli nicht mögen – dazu kann ich aber nichts sagen, denn ich liebe ihn in jeder Form. Ab jetzt auch roh in Kombination mit knackigen, säuerlichen Apfeln und süßen Cranberries!

Falls euch kreativere Lunchboxen interessieren als “nur” Salat: Es gibt noch ein paar Plätze für meinen Lunchbox-Workshop nächste Woche. Ich würde mich sehr freuen euch dort zu sehen!

 

Roher Brokkoli-Cranberry-Salat mit Apfel

Roher Brokkoli kombiniert mit saftig-säuerlichem Apfel, süßen Cranberries und knackigen Walnüssen - dieser Salat ruft ganz laut "Sommer"!

Roher Brokkoli-Cranberry-Salat mit Apfel

Zutaten

für 1 Person

  • ca. 200 g roher Brokkoli
  • 1-2 EL Walnüsse
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1-2 EL getrocknete Cranberries
  • 1/4 Apfel (säuerlich)
    Dressing:
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 EL Ahornsirup
  • 2 EL Limettensaft
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  1. Brokkoli waschen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Olivenöl, Ahornsirup, Limettensaft, Salz und Pfeffer in ein verschließbares Gläschen geben und schütteln, bis ein gut vermischtes Dressing entstanden ist. Über den Brokkoli geben (Anmerkung: Wenn ihr den Salat mitnehmen wollt, gebt nur die Hälfte des Dressings direkt darüber und nehmt die andere Hälfte separat mit) und 30-90 min durchziehen lassen.
  3. Derweil die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und anschließend grob hacken.
  4. Frühlingszwiebel putzen und in feine Ringe schneiden. Cranberries grob hacken. Apfel entkernen und in kleine Stücke schneiden.
  5. Zwiebeln, Cranberries und Apfel zum Brokkoli geben, alles vermischen, nochmal abschmecken und mit den Walnüssen bestreut servieren.

Anmerkung

Inspiriert von einem Rezept von "Für Sie"

http://herbs-and-chocolate.de/2017/06/brokkolisalat-roh-cranberries-apfel.html

02Jun/17
Vegane Muffins herzhaft

Herzhafte Gemüse-Muffins mit getrockneten Tomaten

Kennt ihr dieses unbestimmte Gefühl beim Kochen, das sagt “könnte gut werden”? Diesen Prozess von der wagen Idee im Kopf, über spontane Einfälle während der Zubereitung bis zur schlussendlichen Erkenntnis: “Volltreffer, dieses Rezept muss ich mir unbedingt aufschreiben”? Glück hat, wer dann tatsächlich noch weiß was alles im Essen gelandet ist…

Aus genau diesem Grund schreibe ich gerne kurze Notizen mit, wenn ich freestyle koche und ein gutes Gefühl habe (und die nötige Disziplin aufbringen kann) – zumindest die ungefähren Mengenangaben der Zutaten helfen schon immens. Nur deshalb kann ich jetzt für einen Geburtstag am Wochenende diese Gemüse-Muffins nochmal nachbacken, die durch recht willkürliches Kombinieren entstanden und so unverschämt gut geworden sind: Saftig dank Gemüse und Bohnen, trotzdem schön locker und mit den getrockneten Tomaten sehr aromatisch und herzhaft.

Als angenehmen Nebeneffekt habt ihr auch gleich noch was davon, denn natürlich halte ich das Rezept nicht geheim. Wenn ihr also einen dekorativen, handlichen Snack für unterwegs oder ein Buffet braucht, kann ich diese Kerlchen hier nur empfehlen. Auch geeignet falls ihr Veganer und Veganphobiker irgendwie unter einen Hut bringen müsst, denn die Muffins schlagen sich ganz unauffällig und ohne außergewöhnliche Zutaten auf die tierfreie Seite. Also auch perfekt für den Tierfreitag!

Und noch ein kleines Update zu meinem Lunchbox-Workshop: Wir mussten den Termin leider verschieben, das neue Datum ist der 29.6. (auch ein Donnerstag). Wer Lust hat dabei zu sein findet alle Infos zum Inhalt und zur Anmeldung auf der Seite der Veranstaltung. Ich freu mich auf euch!

 

Herzhafte Gemüse-Muffins

Handliches, dekoratives Fingerfood und dabei noch wahre Geschmacksbomben. Diese Muffins sind perfekt für unterwegs und auf jedem Buffet!

Herzhafte Gemüse-Muffins

Zutaten

für 12 Muffins

  • 30 g getrocknete Tomaten (nicht in Öl)
  • 1 Karotte (ca. 120 g)
  • 1/2 rote Paprika (ca. 50 g)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 50 g Azuki- oder Kidneybohnen (gegart)
  • 75 g Mais (aus der Dose)
  • 250 g Weizenvollkornmehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • Oregano
  • 1 TL Salz, Pfeffer
  • 230 ml Mineralwasser
  • 30 g Olivenöl
  • 12 Oliven (ersatzweise Cocktailtomaten)

Zubereitung

  1. Ofen vorheizen auf 180°C Umluft. Getrocknete Tomaten mit etwas kochendem Wasser übergießen und 5-10 min ziehen lassen.
  2. Das Gemüse vorbereiten: Karotte waschen und fein raspeln (was etwa 100 g ergeben sollte). Paprika waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Knoblauchzehe und Zwiebel abziehen und fein hacken. Bohnen grob zerdrücken, Mais abtropfen lassen. Eingeweichte Tomaten aus dem Wasser fischen (Flüssigkeit aufheben) und klein schneiden.
  3. Mehl in eine große Schüssel geben und Backpulver, Oregano, Salz und Pfeffer untermischen.
  4. Ein Muffinblech oder 12 separate Förmchen vorbereiten, d.h. mit Papierförmchen ausstatten oder die Mulden einfetten und einen langen Streifen Backpapier hineinlegen (so bekommt ihr die Muffins später leichter heraus).
  5. Das aufgefangene Einweichwasser von den Tomaten mit Mineralwasser auf 230 ml auffüllen und zusammen mit dem Olivenöl und dem vorbereiteten Gemüse zur Mehl-Mischung geben. Alles zügig vermischen, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind - bitte nicht länger rühren als nötig.
  6. Den Teig auf die 12 Muffinförmchen aufteilen. Glatt streichen und in jeden Muffin oben eine Oliven oder Cocktailtomate hineindrücken.
  7. Im vorgeheizten Ofen bei 180°C Umluft für ca. 20-25 min lang backen, bis die Muffins appetitlich braun sind.

Anmerkung

Die Muffins lassen sich wunderbar einfrieren.

http://herbs-and-chocolate.de/2017/06/herzhafte-gemuse-muffins-vegan.html

17May/17
Bento vegetarisch Mittagessen zum Mitnehmen

Bento-Highlights #8 und ein Lunchbox-Workshop

Der letzte Bento-Rückblick ist schon ein Weilchen her. Höchste Zeit für den nächsten – zumal ich gleichzeitig noch eine spannende Ankündigung habe. Zumindest für mich sehr spannend, ich gebe nämlich am 8. Juni UPDATE: 29. Juni einen Workhop zum Thema Lunchboxen! (Dem aufmerksamen Leser fällt auf, das habe ich bei meinem Sauerkrautrezept schon verraten.)

Lunchbox Workshop MuenchenDer Workshop “Heavy Lunchboxing” findet statt in München, im Blauen Wunder in der Nähe des Ostbahnhofs. Ich werde nicht nur über die Hintergründe von Bentos und Lunchboxen sprechen, sondern auch jede Menge Tipps und Tricks verraten, damit das Boxen packen sinnvoll in den Alltag passt und die Resultate trotzdem überzeugen. Alle weiteren Infos findet ihr auf der Seite der Veranstaltung. Ich würde mich sehr freuen euch dort zu treffen!

Nun aber zu meinen Boxen der letzten Zeit, wie üblich live aus dem Leben und in typischer Instagram-Qualität direkt von herbsnchocolatelunches. Vielleicht sieht man, dass ich versuche neben Nudeln und Brot auch häufiger Reis und Kartoffeln zu verwenden. Einfach um mal wieder ein bisschen Abwechslung reinzubringen.

Bento Lunchbox vegan

Herzhafte Muffins sind ungemein dankbar. Man bereitet einmal eine große Ladung zu und kann sie wunderbar einfrieren, sie schmecken köstlich, lassen sich perfekt portionieren und hübsch sehen sie auch noch aus – was will man mehr? Diese Variante mit getrockneten Tomaten kommt bald auch hier auf den Blog, die war wirklich ein Volltreffer!

Buddha Bowl

“Buddha Bowl in the Box”. Bowls sind ja voll im Trend und mit ihren diversen Komponenten super praktisch für eine Bentobox. In diesem Fall habe ich eine Buddha Bowl nachgeahmt, die ich fast genau so kurz vorher mit einem Kollegen zubereitet hatte. Nicht zuletzt dank der extrem leckeren Soße ein richtig gutes Mittagessen.

Buddha Bowl

Kurz darauf gab es nochmal eine Bowl, diesmal mit Guacamole, Mais, gebratener Aubergine und einem Mus aus Azukibohnen. Ebenfalls sehr lecker und dekorativ.

Bento Lunchbox vegan

Ich mache mir eher selten die Mühe mein Obst hübsch zu schnitzen, aber es macht sich eigentlich schon echt gut. So wie das Äpfelchen hier – wobei er in dieser Zusammenstellung nicht so ganz zur Wirkung kommt, ein bisschen arg viel außenrum.

Bento Lunchbox vegan

Resteessen at its best: übrig gebliebene Kartoffelspalten aus dem Ofen, dazu Gigantes in Tomatensoße aus dem Tiefkühler, außerdem gebratene Karottenblümchen, ein bisschen Brokkoli (auch TK) und noch ein kleiner Nachtisch in Form von Datteln und Walnuss. So gehen Boxen wirklich schnell zu packen und dank der Unterteilung der Lunchbots muss man sich kaum Gedanken machen, was man wohin arrangiert.

Bento Lunchbox vegan

Sandwiches gibt es bei mir wirklich selten, aber hier habe ich doch mal welche gemacht. Ich wusste nicht, ob ich mein Mittagessen eventuell neben der Arbeit her mit einer Hand essen muss und wollte vorbereitet sein. Zum Glück war das letztendlich nicht nötig, aber die Brote mit Frischkäse, Champignons und Ei waren in Ruhe gegessen ohnehin gleich noch besser.

Es waren feine Wochen, wieder mal. Wie sieht es bei euch mit Lunchboxen aus? Vielleicht treffen wir uns ja bald im Blauen Wunder!

09May/17
Dill-Zitronen-Sauerkraut

Dill-Zitronen-Sauerkraut – selbst Fermentieren für Anfänger

Irgendwo in der Nähe des Ostbahnhofs. Eine kleine Straße, eine unscheinbare Eingangstür. Treppenhaus, Innenhof, wieder eine Eingangstür. Ich checke nochmal online die Beschreibung – ja, doch, hier bin ich richtig. Und eine Minuten später stehe ich im Blauen Wunder neben Vivi, bei der ich schon einen Foodphotographie-Workshop mitmachen durfte, und Ina, der Chefin des Abends. Die Wände in der kleinen Küche des Photostudios sind blau und unser heutiges Wunder ist das Fermentieren, über das uns Ina so einiges erzählen wird.

Auch wenn ich schon länger mit selbst hergestelltem Sauerteig backe, klingt das “gezielte Vergammeln lassen” beim Fermentieren doch erst mal etwas unheimlich. Aber nach ein paar Stunden voller Informationen und Erzählungen und meinem ersten, selbst angesetzten Ferment (ein Cole Slaw), sind meine Bedenken fort. Und man kann so viel mehr machen, als nur schnödes 08/15-Sauerkraut! Wir kosten unter anderem fermentierte Cocktailtomaten, die im Mund zerplatzen und angenehm bitzeln, Karotten mit Sternanis, Stangensellerie, eine Curry-Kraut-Variation und auch ein Dill-Zitronen-Kraut, in das ich mich spontan verliebe.

Schon am nächsten Tag besorge ich einige Bügelgläser, kaufe einen kleinen Spitzkohl und eine Biozitrone und bringe mein eigenes Dill-Zitronen-Kraut auf die Reise. Es beginnt brav zu blubbern, es zischt regelmäßig (das Bäuerchen der Fermente), ruht dann ganz gemächlich einige Wochen im etwas kühlsten Zimmer unserer Wohnung und als ich es schließlich verkoste bin ich mehr als zufrieden. Es ist zart geworden, aber mit schöner Struktur und neben dem Dill und der Zitrone haben sich ganz von alleine vielschichtige, säuerliche Aromen entwickelt. Deshalb hier nun das Rezept mit einigen Infos außenrum, damit es (hoffentlich) auch für Einsteiger verständlich ist. Ansonsten: Einfach fragen!

Übrigens darf ich auch bald im Blauen Wunder über ein Thema sprechen, nämlich Lunchboxen. Falls ihr also eine geballte Ladung Infos, Tipps und Tricks rund um das Essen aus der Dose haben möchtet und in der Nähe von München seid, würde ich  mich sehr freuen, euch beim Heavy Lunchboxing zu sehen!

 

Dill-Zitronen-Sauerkraut

Raffinierte Sauerkraut-Variante aus zartem Spitzkohl - ganz einfach selbst fermentiert.

Dill-Zitronen-Sauerkraut

Zutaten

für ein 1l-Bügelglas

    Für das Kraut selbst:
  • 1 kleiner Kopf Spitzkohl (ca. 1 kg)
  • 20 g Salz (ca. 5 TL)
  • 1/2 Bund Dill (oder 1 EL gefrorener)
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • etwas abgeriebene Zitronenschale
    Hilfsmittel:
  • Gemüsehobel
  • große Schüssel
  • 1 Bügelglas mit 1 Liter Volumen (sauber, aber nicht sterilisiert)
  • zum Beschweren eine Keramik- oder Glasscheibe oder ein Stein
  • 6-7 Wochen Geduld

Zubereitung

  1. Den Spitzkohl waschen, unschöne Stellen entfernen. Den Kopf vierteln und mit einem Hobel bis auf den Strunk herunterhobeln. (Schneiden geht auch, es muss aber fein und möglichst gleichmäßig sein).
  2. Den gehobelten Kohl in eine große Schüssel geben und das Salz darüberstreuen. Mit den Händen durchmischen und einige Minuten lang kräftig kneten, bis der Kohl weich wird und reichlich Flüssigkeit austritt - lieber zu lang als zu kurz kneten. Den gehackten Dill, die fein gehackten Knoblauchzehen, Zitronensaft und Zitronenschale zugeben und nochmal gründlich vermischen.
  3. Den Kohl in das saubere (aber nicht sterilisierte) Bügelglas geben. Dabei gründlich stopfen um Luftblasen zu vermeiden, bis alles so dicht gepackt wie nur möglich und alles Kraut von Flüssigkeit bedeckt ist. Die obersten 2-3 cm des Glases sollten allerdings frei bleiben, damit während der Fermentation möglichst nichts überläuft.
  4. Damit das Kraut zuverlässig unter der Lake bleibt, eine Keramik- oder Glasscheibe (oder einen Stein) in passender Größe zum Beschweren auf das Kraut in das Glas legen.
  5. Nun das Glas an einem dunklen Ort (oder in ein Küchenhandtuch gewickelt) bei 19-22°C für 4-5 Tage stehen lassen. In dieser Zeit springt die Fermentation an, es sollten sich zahlreiche Bläschen bilden.
  6. Nun das Glas an einen etwas kühleren, dunklen Ort stellen - ideal sind 11-18°C - und weitere 5-6 Wochen reifen lassen. Dabei alle paar Tage Druck ablassen, indem ihr den Bügel des Glasses minimal lockert bis es zischt. Am besten währenddessen mit einer Hand den Deckel von oben geschlossen halten, sodass möglichst wenig Sauerstoff in das Glas kommt. Keinesfalls ganz aufmachen! Es empfielt sich außerdem, das Glas in einen tiefen Teller zu stellen und ein Tuch darüber zu legen, denn es kann durch die Gasbildung auch etwas Flüssigkeit austreten.
  7. Nach etwa 5 Wochen könnt ihr das erste Mal kosten. Dann entweder weiter reifen lassen oder in den Kühlschrank stellen, wo die Fermentation stoppt. Im Kühlschrank ist das fertige Sauerkraut problemlos wochenlang haltbar, wenn ihr darauf achtet nur mit sauberem Geschirr Kraut zu entnehmen.

Anmerkung

Das Kraut schmeckt roh sehr gut zu Kartoffeln oder in einem Salat und erwärmt zu Nudeln, Spätzle oder Schupfnudeln. Roh profitiert ihr noch mehr von den gesundheitlichen Vorteilen der darin lebenden Mikroorganismen.

http://herbs-and-chocolate.de/2017/05/dill-sauerkraut-fermentieren.html

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