Veggie-Bratwürste frei nach “Nürnberger Art”

30Jun/14

Ich habe ja schon darüber geschrieben, dass ich auf der Suche nach einer guten vegetarischen Bratwurst bin. Genauer gesagt nach einem würdigen Substitut für die kleinen Nürnberger Bratwürstle, die für mich die schlicht und einfach besten sind. Die sogenannten “Bratwürste” von Alnatura haben mich für diesen Verwendungszweck schon sehr enttäuscht und fast hatte ich mich mit der frustrierenden Aussicht abgefunden wohl oder übel diverse teure Ersatzprodukte verschiedenster Marken durchzuprobieren. Aber nur fast.

Rezepte für selbstgemachte vegane Bratwürste finden sich im Internet zuhauf. Sehr bekannt und immer wieder empfohlen werden die von der Seite “Die Umsteiger”. Auch wenn ich eine Abneigung gegen reine Videoanleitungen ohne Kurzzusammenfassung in der Infobox habe und auch die Aufmachung der Seite eher abschreckend finde – das Rezept sah vielversprechend aus. Nach einer kurzen Recherche wusste ich außerdem was typischerweise für Gewürze in Bratwürsten nach Nürnberger Art verwendet werden. Am Sonntag nutzte ich kurzentschlossen den freien Tag, stellte mich in die Küche und versuchte mich an meinen ersten selbstgemachten Seitan-Tofu-Würstchen.

Das Ergebnis sorgte dafür, dass ich jubelnd durch die Wohnung hüpfte ;) Ja, es schmeckt ähnlich wie Nürnbergerle und auf jeden Fall wie eine gute Bratwurst! Es ist deutlich günstiger als gekaufte vegetarische Würstchen und solange man nur kleine Mengen macht ist es auch nicht unmenschlich viel Arbeit. Für das nächste Mal grillen bin ich gerüstet, zwei Würstchen sind im Tiefkühlfach gelandet. Das dritte wurde heute Abend in einem Auflauf verwendet, den ich euch morgen zeige. Für den nächsten Bratwürste-Versuch möchte ich übrigens testhalber noch etwas Ingwer zugeben, da hatte ich nur keinen da. Ein kleines Manko haben die Würste: sie sind nicht ganz so fest geworden, wie ich es gern gehabt hätte, ich hätte die Rohmasse wohl fester einwickeln müssen. Aber meine Freude über eine vegetarische Bratwurst hat trotzdem überwogen :)

Veggie-Bratwürste frei nach “Nürnberger Art”

für 3 große Würste
65 g Seitan-Fix
50 g Räuchertofu
100 g Wasser
15 g Rapsöl
Gewürze:
 kleines Stück Zwiebel
1 TL Majoran
1/4 TL Muskat
1/8 TL Koriander
1/4 TL Piment
1/4 TL Knoblauchgranulat
1/8 TL Gemüsebrühepulver
1/8 TL Pfeffer
1 Prise Cayennepfeffer
1 TL Salz (nicht zu sparsam, die Originale sind auch sehr salzig!)
1/8 TL Kichererbsenmehl
1/4 TL Senf
1/4 TL Sojasoße
  1. Zwiebelstück abziehen, hacken und in etwas Rapsöl goldbraun und glasig dünsten.
  2. Den Räuchertofu grob zerbröseln und gemeinsam mit den Gewürzen, dem Wasser und dem Öl im Mixer oder mit einem Pürierstab fein pürieren.
  3. Die pürierte Masse zum Seitanmehl geben und gleichmäßig vermengen, sodass ein Teig von seitantypisch “eigenartiger” Konsistenz entsteht. 
  4. Den Teig dritteln und jedes Drittel zu einer Wurst formen. Auf ein Stück Alufolie legen und so eng wie möglich darin einwickeln.
  5. Die eingewickelten Würste 40 min lang dämpfen, idealerweise mit einem Dämpfeinsatz. Falls ihr sowas nicht habt könnt ihr euch genauso wie ich ganz einfach behelfen: Geb in einen großen Topf einige Zentimeter hoch Wasser, stellt eine ofenfeste Auflaufform oder ein Kuchengitter hinein und dort obendrauf einen Teller mit den Würstchen.
  6. Nach den 40 min könnt ihr die Würstchen vorsichtig auswickeln.
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5 Kommenare zu “Veggie-Bratwürste frei nach “Nürnberger Art”

  1. Ui, das hört sich ja spannend an! Ich bin ernsthaft motiviert, es dir nachzutun und auch mal selbst vegetarische Würstchen herzustellen! Auch der Sellerie-Auflauf klingt im übrigen toll; allerdings wird das bei mir definitiv ein Ein-Personen-Rezept, befürchte ich ;-)
    Jetzt muss ich nur noch rausbekommen, wie man das ganze gegebenenfalls sojafrei gestalten könnte – nur Seitan zu verwenden ist wahrscheinlich kritisch wegen Konsistenz und Geschmack, oder?.
    Liebe Grüße
    Johanna

    1. Bei mir ist der Auflauf auch eher ein Ein-Personen-Rezept, zumindest stößt er nicht auf besondere Begeisterung ;)

      Also was am ehesten fehlen könnte ist der Rauchgeschmack. In dem Rezept, das ich oben im Text verlinkt habe, wird zwar nur normaler Tofu verwendet, aber dafür Hefeextrakt, einfach damit es "voller" schmeckt. Vielleicht reicht da ein klein wenig mehr Sojasoße. Rauchsalz erfüllt den Zweck bestimmt auch super, wenn du es da hast. Wegen der Konsistenz würde ich mir weniger Gedanken machen, da musst du vor allem fest wickeln und vielleicht statt Tofu etwas Paniermehl mit in den Teig geben. Ich hab ja schon mal Seitan-Gyros mit Paniermehl im Teig gemacht (hier: http://herbs-and-chocolate.blogspot.com/2014/05/seitan-gyros-mit-der-kochbeutel-methode.html) und da fand ich die Konsistenz eigentlich recht gut. Wenn du diesen Teig nimmst und die Gewürze von hier, dann sollte das auch sehr ordentlich werden – zumal nicht die Gefahr besteht, dass der Tofu zu sehr vorschmeckt. Wenn du's probierst bitte berichte unbedingt, ich bin gespannt :)

      Ich hab mir für die Bratwürste unterdessen übrigens vorgenommen nächstes Mal nur die Hälfte des Tofus zu pürieren und den Rest nur zu zerbröseln, damit die Struktur etwas gröber wird – das geht dann nur mit Seitan natürlich leider nicht.

  2. ist das kichererbsenmehl auch mit etwas zu ersetzen? :) ansonsten hätte ich nämlich alles zuhause für einen bratwurscht-versuch :D

    1. Irgendwas anderes zum Binden sollte genauso gehen. Ei-Ersatz-Pulver oder Sojamehl oder Pfeilwurzmehl oder vermutlich sogar Stärke :) Viel Erfolg! Die Würste schmecken übrigens aus der Pfanne deutlich besser als vom Grill, da hat mir die Konsistenz nicht so gefallen.

    2. danke, ei-ersatz-pulver hab ich immer da, perfekt. hoffentlich komm ich heute noch dazu sie zu basteln, bin total gespannt. bratwürste gehen mir nämlich echt ab, die hab ich so geliebt, buhu.

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