Seitan-Gyros mit der Kochbeutel-Methode

30May/14

Donnerstag am Feiertag hatte ich reichlich Zeit und habe die natürlich sinnvoll genutzt um ein neues Experiment zu starten: Seitan selbst herstellen. Gekauften hatte ich ja schonmal probiert, zu Döner verarbeitet und für gut befunden. Fertiger Seitan ist allerdings ziemlich teuer und außerdem hat man beim selbst machen viel mehr Möglichkeiten ihn zu würzen. Denn an sich schmeckt Seitan nach dem Weizengluten, aus dem er besteht – also nach gar nichts.

Man kann normales Weizenmehl nehmen, mit Wasser zu einem Teig verarbeiten und den so lange unter Wasser kneten (sogenanntes “auswaschen” des Mehls), bis fast nur noch das Gluten übrig geblieben ist. Das ist dann quasi schon Seitan, es muss nur noch gewürzt und gegart werden. Man kann es sich aber auch einfacher machen und Gluten kaufen, das findet sich unter der Bezeichnung Seitan-Fix. Diese Variante hab ich gewählt, mein Gluten war von Vantastic Foods.

Es gibt verschiedenste Varianten den Seitanteig zu garen. Einfach direkt in Brühe gekocht oder in einem Kochbeutel verpackt, in einer Dose oder einem Glas, in Alufolie gewickelt oder im Ofen gebacken. Ich habe mich an der Kochbeutel-Version versucht. Hintergrund ist, dass der Seitan ziemlich fluffig wird, wenn man ihn einfach so in Flüssigkeit kocht. Er dehnt sich beim Kochen aus und schließt dabei viel Luft ein. Wenn man dieses Ausdehnen einschränkt – z.B. mit einem Kochbeutel – dann wird der Seitan fester und kompakter.

So ganz optimal hat die Methode bei mir nicht funktioniert, ich hatte zu viel Luft in meinen Beuteln. Trotzdem ist der Seitan vor allem im Inneren doch recht schön fest geworden. Nächstes Mal versuche ich die Beutel noch enger zu binden und genauer aufzupassen, dass ich keine Luft einschließe. Als Beutel eignen sich übrigens normale Gefrierbeutel. Allerdings sollte auf denen angegeben sein, dass sie auch Temperaturen über 100 °C aushalten, sonst gehen sie euch beim kochen kaputt. Damit der Seitan nicht gummiartig-quietschig wird hab ich etwas Paniermehl mit in den Teig gegeben, das soll dem vorbeugen. Gummiartig war er auch tatsächlich überhaupt nicht.

Seitan-Gyros

Seitan-Gyros
für 2 Personen
100 g Seitan-Fix
170 ml Wasser
1,5 EL Paniermehl
Paprikapulver süß, scharf und geräuchert
Knoblauchpulver
kleiner Schuss Sojasoße
4 TL Tomatenmark
2 TL Senf
Gyrosgewürz
ca. 100 ml Gemüsebrühe
1/2 Zwiebel
Salz, Pfeffer
Olivenöl
außerdem: zwei kochgeeignete Gefrierbeutel
  1. Das Seitan-Fix vermengen mit dem Paniermehl, ordentlich Paprikapulver, Knoblauchpulver und Salz. Das Wasser verrühren mit Sojasoße, Tomatenmark und Senf. Traut euch wirklich viel zu würzen, sonst schmeckt es hinterher fad. Ich hab selbst in jeder einzelnen Anleitung gelesen, dass man kräftig würzen soll und war trotzdem zu vorsichtig – also haut rein ;)
  2. Trockene und feuchte Mischungen miteinander vermengen und ordentlich durchkneten. Das Seitan-Fix verbindet sich sehr schnell mit der Flüssigkeit und bekommt dann eine sehr schwabbelige Konsistenz, deshalb ist es wichtig die Flüssigkeit vorher einzeln zu würzen. Ihr könnt dann schon noch nachwürzen, aber es wird schwieriger die Würzung gleichmäßig zu verteilen.
  3. Den schwabbeligen Teig zu einem flachen Fladen formen, von beiden Seiten mit Gyrosgewürz bestreuen und in der Mitte durchschneiden. Je eine Hälfte in einen Koch-/Gefrierbeutel geben und etwas Gemüsebrühe dazu. Dann den Gefrierbeutel ganz eng zuknoten, sodass möglichst keine Luft im Beutel ist, der Seitan von nur wenig Brühe umgeben ist und insgesamt wenig Platz hat.
  4. Wasser im Topf zum kochen bringen, die Beutel reingeben, Deckel drauf und 45 min kochen lassen.
  5. Kochbeutel öffnen und den Seitan heraus holen und trocken tupfen. In dönerartige Stückchen schneiden, nochmal mit Gyrosgewürz, Salz und Pfeffer würzen. Zwiebel abziehen, in Halbringe schneiden und zusammen mit einer ordentlichen Portion Olivenöl zum Seitan geben. Etwas durchziehen lassen.
  6. Zwiebel und Seitanstücke in dem Öl der Marinade knusprig braten.

Dazu gab es frisch gebackenes Fladenbrot, Knoblauchsoße, Rotkrautsalat, Gurke und Feta zum bunten Kombinieren. Auch wenn die Seitan-Konsistenz nicht ganz optimal war: Lecker war’s auf jeden Fall :)

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