Früchte-Nussbrot mit Sauerteig

17May/14

Anmerkung vom 23.10.2015: Dieses Rezept ist nun schon etwas älter und nachdem ich unterdessen mehr Übung mit Sauerteig habe, würde ich es heute wohl etwas anders backen. Ich bemühe mich das Brot bald noch einmal zu backen und das Rezept hier zu aktualisieren – nichtsdestotrotz war es aber auch mit der hier beschriebenen Zubereitungsart sehr lecker!

Ich hatte schon seit einer Weile Lust auf ein süßes Brot mit Trockenfrüchten und Nüssen – muss ja kein Stollen sein. In letzter Zeit hab ich immer wieder gelesen wie toll das Früchtebrot aus der Vegan for Fit-Challenge sein soll und da bot es sich natürlich an, das nachzubacken. Praktischerweise wird das mit Sauerteig gemacht und ich hatte eh vor wieder Sauerteigbrot zu backen, also hab ich gleich zwei Brote auf einmal gebacken. Heute zeig ich euch das süße.

Erstmal hab ich meinen alten Sauerteig reaktiviert. Bei meinem ersten Versuch mit Sauerteig zu backen hatte ich ja 150 g Sauerteig in ein altes Olivenglas gefüllt und es in den Kühlschrank gestellt. Dort soll er sich durchaus um die vier Wochen halten (wenn es länger sein soll, dann muss man ihn einfrieren). Je häufiger man den Sauerteig wieder verwendet, desto triebstärker wird er. Außerdem hat so ein Rest den Vorteil, dass man nicht nochmal tagelang züchten muss, sondern 12 h Wartezeit reichen. Ich hab diesmal z.B. morgens den Sauerteig angesetzt, abends die Brote geformt und am nächsten Morgen gebacken.

 

Sauerteig-Reanimation

100 g alter Sauerteig
300 g Roggenvollkornmehl
300 ml Wasser
  1. Sauerteig mit Mehl und Wasser verrühren, abdecken und 12 h an einem warmen Ort stehen lassen. Danach sollte er blubbern, leicht säuerlich riechen, sich vergrößert und im Inneren eine blasige Struktur haben. Dann geht es ihm gut und er ist bereit zum backen verwendet zu werden.
  2. Bevor es los geht wieder ca. 100 g Sauerteig in ein Glas mit Schraubdeckel füllen und im Kühlschrank aufbewaren, für’s nächste Mal.

Jetzt kommt schon wieder ein Rezept frei nach Hildmann ;) Agavendicksaft hatte ich mal wieder nicht und genug Honig auch nicht, daher die Honig-Zucker-Mischung. Das Gewicht der Süßungsmittel hab ich allerdings unverändert zum Originalrezept gelassen und da Agavendicksaft pro Gramm stärker süßt wird der Teig im Endeffekt relativ neutral. Ich finde das gerade gut, weil ja viele Früchte drin sind – wenn ihr es gern süßer mögt, dann nehmt mehr Honig oder Zucker. Die Früchte und Nüsse hab ich an das angepasst, was ich mag und was noch in der Vorratsschublade war und der gepoppte Amaranth wurde durch schnöde Haferflocken ersetzt. Also variiert ruhig fleißig – allerdings empfehle ich euch die Cranberries beizubehalten, da die eine sehr leckere Säure beisteuern.

 

Früchte-Nussbrot mit Sauerteig

 
Früchtebrot mit Sauerteig frei nach Attila Hildmann
für 1 Kastenform (26 cm Länge)
250 g reifer Sauerteig (s.o. Konsistenz von zähem Pfannkuchenteig)
420 g Dinkelvollkornmehl
350 ml Wasser
30 g Haferflocken
50 g Leinsamen
100 g getrocknete Cranberries
70 g getrocknete Aprikosen
50 g Rosinen
75 g Mandeln
75 g Haselnüsse
1/2 TL Salz
60 g Honig
40 g Zucker
  1. Sauerteig mit Mehl und Wasser zu einem Teig verrühren. Der bleibt relativ flüssig, lässt sich also nicht wirklich kneten, er hat mich an Muffinteig erinnert. Je nachdem wie flüssig euer Sauerteig ist, müsst ihr gegebenenfalls mehr oder weniger Wasser nehmen.
  2. Abdecken und an einem warmen Ort gut 10 h lang gehen lassen, z.B. über Nacht. Er sollte danach sichtbar größer geworden sein – bei mir war es etwa die dreifache (!) Größe, also nehmt lieber eine große Schüssel.
  3. Aprikosen in Stücke schneiden, Mandeln und Haselnüsse grob hacken. Nüsse, Trockenobst, Haferflocken, Leinsamen, Salz, Honig und Zucker unter den Teig rühren.
  4. Eine Kastenform der Länge 26 cm mit Backpapier auslegen. Ihr könnt sie auch einfetten, aber das Backpapier macht es deutlich einfacher das Brot später wieder herauszubekommen ohne es in einen Bröselhaufen zu verwandeln. Den Teig in diese Form geben. Ja, es passt wirklich der gesamte Teig hinein, daran hab ich erst gezweifelt, aber es klappt ;)
  5. Ofen vorheizen auf 230 °C Ober-Unterhitze, währenddessen kann der Brotteig noch etwas reifen. das Brot hineinschieben und bei 200 °C 55 min backen.

Das Brot ist wirklich extrem lecker! Schön saftig, trotzdem locker, süß durch die Früchte, mit leichter Säure dank den Cranberries und dazu noch die leckeren Nüsse… Toll :) Darauf passt wunderbar Butter oder ein süßer Aufstrich oder Nussmus oder man isst es einfach gleich ganz pur. Es lässt sich übrigens auch wunderbar einfrieren. Und dekorativ ist es auch noch. Ich konnte mich nicht entscheiden welches Bild ich schöner finde – was meint ihr? :)

 

Teilen via Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on Pinterest

Auch lecker:

5 Kommenare zu “Früchte-Nussbrot mit Sauerteig

  1. Hallo Carla,
    okay, damit hast du mich nun restlos überzeugt: ich muss mir auch mal Sauerteigextrakt anschaffen – und als erstes genau DIESES Brot nachbacken! So lecker wie das aussieht! Ich finde übrigens fast das zweite Bild noch schöner, aufgrund des in meinen Augen sehr gelungenen Zusammenspiels von Brot- und Holzstruktur!
    Liebe Grüße
    Johanna

  2. Hi Johanna,
    juhu, geschafft ;) Sauerteig ist auf jeden Fall eine gute Idee und dieses Brot erst recht! Du brauchst übrigens nicht unbedingt mehr als Roggenmehl und Wasser, wenn du ein bisschen Geduld hast – ich habs mit der Variante gemacht: http://herbs-and-chocolate.blogspot.de/2014/05/sauerteigbrot-mit-selbst-gezuchtetem.html
    Mit gekauften Sauerteig gehts allerdings natürlich schneller.
    Mir gefallen beim zweiten Bild auch die Farben sehr gut, dieses Zweigeteilte hat was… Sind wohl einfach beide schön geworden :)
    LG,
    Carla

  3. Hallo Carla,

    ich backe häufig Brot selber, auch mit Sauerteig. Aber meist gebe ich noch etwas Hefe zum Teig. Nun meine Frage zu diesem Rezept: es kommt keine Hefe an den Teig und du lässt ihn nach Untermischen der Nüsse und Früchte nicht nochmal gehen? Im Text oben schriebst du ja, dass du den Sauerteig morgens angesetzt und den Teig über Nacht hast gehen lassen. Habe ich was übrlesen?

    LG, Lydia

    1. Nein, den Teig habe ich danach nicht nochmal gehen lassen, sondern direkt in die Form gefüllt und in den Ofen geschoben. Das Grundrezept stammt ja aus Vegan For Fit, da ist das so angegeben und wie man auf den Photos glaube ich auch sieht, ist es recht schön hochgegangen. Der säuerliche Geschmack war recht deutlich rauszuschmecken durch die lange Gare, aber ich fand das durchaus lecker.
      Aus heutiger Sicht, mit deutlich mehr Erfahrung im Sauerteigbacken, würde ich es vermutlich trotzdem anders machen ;) Dinkel statt Roggen im Sauerteig auf jeden Fall. Wärmere Gare, dafür nur ca. 4 h, und kurz vor dem Einschießen vielleicht nochmal 1-2 h – so ungefähr. Mein Sauerteig ist unterdessen auch triebstärker, ich backe immer ohne zusätzliche Hefe.
      Ich würd mich sehr über einen Bericht freuen, falls du es bäckst :)
      Liebe Grüße,
      Carla

    2. Hallo Carla,

      danke für deine Antwort. Ich habe das Brot gestern Abend noch gebacken und habe es eigentlich wie ein normales Brot behandelt. Sauerteig 8-10 h reifen lassen, Teiggare 1 h, Stückgare 1 h. Und ich habe sicherheitshalber 10 g frische Hefe zugefügt. Es ist sehr gut geworden.

      Vielen Dank und schönes Wochenende,

      Lydia

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> </div>